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Urlaub in Deutschland Sommerferien in der Eifel boomen

Immer mehr Deutsche machen Urlaub in der Heimat. Davon profitieren auch Hotels und Gastbetriebe im Südwesten. Zu den gefragtesten Regionen zählt mittlerweile die Eifel.

Strandbad am Schalkenmehrener Maar

Badevergnügen im Schalkenmehrener Maar

In Umfragen liegt die Eifel unter den Top Ten der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands. Tourismus-Experten verbuchen seit Jahren steigende Besucherzahlen, und das scheint auch in diesem Sommer wieder so zu sein.

In dem kleinen Ort Wallenborn in der Vulkaneifel schießt ein Geysir aus dem Boden. In regelmäßigen Abständen macht sich der "Brubbel", wie ihn die Einheimischen nennen, bemerkbar. Es ist der einzige Kaltwassergeysir in der Vulkaneifel und darum ein beliebtes Ausflugsziel. Aus ganz Deutschland kommen die Besucher, um sich die charakteristische Vulkanlandschaft anzusehen.

Schon im letzten Jahr über ein Viertel mehr Touristen in der Eifel

Eifel Geopark Vulkaneifel

Einzigartige Landschaft: Geopark Vulkanland Eifel

Mehr als eine Million Touristen sind im vergangenen Jahr in die rheinland-pfälzische Eifel gekommen - davon alleine 400.000 in die Vulkaneifel. Für die Region zwischen Stadtkyll und Daun ist das ein Plus von 27 Prozent gegenüber 2015, haben die Landesstatistiker in Bad Ems ausgerechnet.

Der positive Trend scheint auch in diesem Sommer anzuhalten, bestätigt Wolfgang Reh von der Eifel Tourismus Gesellschaft in Prüm. Und die Ferien im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen beginnen erst.

Viele Hotels und Ferienwohnungen ausgebucht

Basilika Prüm im Sommer

Die Basilika Prüm

Viele Ferienwohnungen und Hotels in der Eifel sind belegt, heißt es auf Nachfrage bei den örtlichen Tourismusverbänden. So wie der Landgasthof Michels in Schalkenmehren. Inhaber Hubert Drayer muss Kurzentschlossenen absagen: "In unserem Haus ist momentan die Auslastung so gut, dass wir die nächsten zwei Monate bis auf ein paar Nachtlücken ausgebucht sind."

Das Vier-Sterne-Hotel liegt nur wenige Meter vom Ufer des Schalkenmehrener Maars entfernt. Gerade die Lage im Kessel des erloschenen Vulkans reizt viele Gäste zum Urlaub in der besonderen Landschaft.

Kurzurlaub in der Heimat immer beliebter

Bis zu 20 Prozent mehr als in den Wintermonaten dürfte die Auslastung zurzeit sein, schätzt Landgasthof-Besitzer Drayer. Wenn überhaupt, wird hier nur kurzfristig mal ein Zimmer frei. Insgesamt bleiben die Gäste zwar kürzer in seinem Hotel. Dafür sind es immer mehr, die ganz bewusst auf einen Kurzurlaub in der Heimat setzen.

Diesen Trend bestätigt auch die Eifel Tourismus Gesellschaft. Terror in vielen Ländern der Welt und steigende Preise in Ausweichregionen, etwa am Mittelmeer, sorgen offenbar bei vielen Urlaubern für ein Umdenken, stellt der stellvertretende Geschäftsführer Wolfgang Reh fest.

Region steht für ein besonderes Naturerlebnis

felsen im vordergrund bäume

Gerolsteiner Dolomiten

Mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz hat der Tourismus im vergangenen Jahr für die Eifel gebracht. Dieses Jahr werde es wohl ähnlich sein, schätzt Wolfgang Reh.

Der wichtigste Grund für die starke Nachfrage sei vor allem die Landschaft und die vielen Angebote für Wanderer und Radfahrer: "Die Eifel ist ohne Frage eine Region, die für ein besonderes Naturerlebnis steht."

Ältestes Kalksteinriff Europas

Zu den Highlights, die Urlauber in der Eifel unbedingt gesehen haben sollten, gehören die Maare, die wassergefüllten Vulkanseen zwischen Daun und Manderscheid. Und mit den Gerolsteiner Dolomiten gibt es hier das älteste Kalksteinriff Europas, entstanden vor etwa 400 Millionen Jahren.

Von Wolfgang Bender, SWR Wirtschaft und Umwelt | Online: Stefan Heinz