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Über fünf Milliarden Euro Gewinn Bosch erzielt erneut Rekordumsatz

Umsatz und Gewinn stimmen bei Bosch. Sorgen bereitet dem Unternehmen allerdings der Dieselantrieb. Bosch investiert daher in die Zukunftsthemen Elektromobilität und autonomes Fahren.

Eine Brücke, auf der der Schriftzug Bosch in roten Lettern steht, führt über eine Autobahn. Unter der Brücke fahren Fahrzeuge, die durch Lichtstreifen erkennbar sind.

Bosch präsentiert ein gutes Umsatz- und Gewinnergebnis.

Bosch hat 2018 erneut einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 1,5 Prozent auf 77,9 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte drückten das Umsatzplus, das wechselkursbereinigt um 4,3 Prozent anstieg. Der Gewinn wird abermals mehr als fünf Milliarden Euro betragen.

Diesel-Pkw-Geschäft bereitet Sorgen

2018 war ein gutes Jahr für Bosch, 2019 ziehen dunkle Wolken auf. Bosch will "das hohe Ergebnisniveau absichern", sagte der stellvertretende Vorsitzende Professor Stefan Asenkerschbaumer. Sorgenvoll blickt das Unternehmen auf das Diesel-Pkw-Geschäft.

Vor knapp einem Jahr präsentierte der Konzern einen Diesel mit den niedrigsten Stickoxidwerten aller Zeiten. Die Fachwelt war erstaunt, doch bei den Autokäufern zog das nicht. Der Diesel-Pkw rutschte vergangenes Jahr noch weiter ab. Das bekam Bosch deutlich zu spüren. Dennoch gab es in dem Bereich bislang keine drastischen Einschnitte.

Lkw-Bereich fängt Diesel-Pkw-Bereich auf

"Wir konnten bisher die Rückgänge bei Pkw-Dieselausrüstungen kompensieren durch ein sehr erfreuliches Nutzfahrzeuggeschäft mit Dieseleinspritzanlagen", sagte der Vorstandsvorsitzende Volkmar Denner. Noch fängt der Lkw-Bereich den Einbruch bei den Diesel-Pkw auf. Dennoch gab es im Dieselbereich, an dem alleine in Deutschland rund 15.000 Jobs hängen, eine Reaktion auf die Entwicklung.

600 Stellen in Homburg und Bamberg abgebaut

Ein Mann steht vor einer Elektrozapfsäule und anderen Museumsgegenständen von Bosch. Der Mann spricht in ein orangenes SWR-Mikrofon.

Volkmar Denner ist Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch GmbH.

In den Bosch-Werken Homburg und Bamberg wurden insgesamt 600 Stellen im Dieselbereich abgebaut. Im Bosch-Stammwerk in Stuttgart-Feuerbach arbeiten Tausende im Dieselbereich, doch bislang seien alle Mitarbeiter ausgelastet, so der Bosch-Chef. "Die Beschäftigungssituation ist im Moment im Werk Feuerbach noch stabil, insbesondere weil wir eine erfreuliche Nachfrage nach Abgasreinigungssystemen sehen, die auch hilft, die Rückgänge bei der Einspritztechnik etwas zu kompensieren."

Keine drastischen Personaleinschnitte beim Diesel

Bosch betont, man könne, sollte der Diesel nicht noch tiefer einbrechen, weiterhin ohne drastische Einschnitte im Personalbereich hinkommen. Abgesehen von der weiteren Entwicklung beim Diesel wird 2019 für Bosch generell kein einfaches Jahr, denn die Rahmenbedingungen haben sich auch durch den Handelsstreit und den Brexit deutlich verschlechtert.

"Wir sehen insbesondere in der Summe einen schwachen Start der Weltwirtschaft ins Jahr 2019. Wir werden abwarten müssen, wie sich das zweite Halbjahr entwickelt. Aber wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum in der Weltwirtschaft in der Summe gegenüber dem Vorjahr abschwächen wird", sagte Denner.

Keine Umsatzprognose für 2019

Unternehmens-Logo von Bosch

Für das Jahr 2019 gibt Bosch keine Umsatzprognose ab.

Vor diesem Hintergrund gibt der Konzern aktuell keine Prognose zur Umsatzentwicklung ab. Allerdings strebt man an, beim Gewinn 2019 wieder bei über fünf Milliarden Euro zu landen. Beim Blick in die Zukunft geht es für Bosch um das Thema autonomes Fahren. Mit über 1.000 Patenten in diesem Bereich gilt der Stuttgarter Konzern als weltweit führend. Trotzdem steht Denner im Bereich autonomes Fahren Kooperationen mit anderen Firmen aus der Branche offen gegenüber. "Das sind enorme Investitionen, die dort notwendig sind. Und sich diese unter Wahrung des Wettbewerbsaspekts zu teilen, unterstützen wir."

Debatte um Luftgrenzwerte positiv

Positiv sieht der Bosch-Chef die aktuelle Debatte um die Luftgrenzwerte. Es sei gut, so Denner, dass eine Diskussion darüber stattfände, was sinnvolle Werte seien. Bei der Nachrüstung älterer Diesel bleibt Bosch bei seiner Position. Man werde hier nicht aktiv, beliefere aber die Nachrüster mit Teilen, wenn gewünscht. Insgesamt sei das Thema Nachrüstung älterer Diesel nicht einfach, bei vielen Fahrzeugen aber denkbar.

Autor: Christof Gaißmayer, SWR Aktuelle Wirtschaft | Online: Thomas Oberfranz