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Tricksereien beim Mindestlohn Mit allen Mitteln Lohndumping betreiben

Der Mindestlohn soll Arbeitnehmer vor zu niedrigen Löhnen schützen. Doch immer wieder versuchen Arbeitgeber mit raffinierten Tricks, die Lohnuntergrenze zu umgehen.

Minijob Mindestlohn

Seit Januar 2015 gibt es in Deutschland den gesetzlichen Mindestlohn. Aktuell: 8,84 Euro pro Stunde.

Der klassische Trick ist: Ein Arbeitgeber gibt seinen Angestellten Arbeitszeiten vor, die vollkommen unrealistisch sind. Monteure sollen zum Beispiel in sechs Stunden eine Küche aufbauen und für diese Zeit bekommen sie auch den Mindestlohn.

In Wirklichkeit brauchen die Mitarbeiter aber deutlich länger. Sie arbeiten vielleicht zehn Stunden oder sogar mehr und damit fällt ihr Lohn unter dem Strich deutlich geringer aus.

Aus Angst wird geschwiegen

Ein Zollbeamter überprüft am 24.03.2015 in der Nähe des Grossmarktes in Stuttgart (Baden-Württemberg) einen Fahrer eines Kleintransporters.

Ob der Mindestlohn eingehalten wird oder nicht, kontrolliert der Zoll.

Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Paketgeschäft gibt es häufig Fälle, in denen Beschäftigte deutlich länger arbeiten müssen, als sie bezahlt werden. Die Mitarbeiter trauen sich aber oft nicht, sich zu beschweren - aus Angst, den Job zu verlieren.

Manche Arbeitergeber tricksen auch, indem sie ihren Mitarbeitern das Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht auf einen Schlag auszahlen, sondern gestückelt jeden Monat ein bisschen mehr. Damit täuschen sie den Mindestlohn vor, obwohl sie ihn eigentlich nicht bezahlen.

Mit Gutscheinen den Mindestlohn umgehen

Einige Chefs versuchen außerdem, den zu niedrigen Lohn ihrer Mitarbeiter durch Gutscheine für Kino- oder Restaurantbesuche aufzubessern. Das ist zwar nicht erlaubt, aber es kommt vor - und es funktioniert leider auch so lange, wie es nicht auffliegt.

Von Jutta Kaiser, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Tobias Frey