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Tarifverhandlungen Metall- und Elektroindustrie Was verdient eigentlich ein Metaller?

Die IG Metall und die Arbeitgeber verhandeln hart über einen neuen Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie. Das Entgelt der Metaller ist jetzt schon ordentlich.

Streikteilnehmer stehen am während einer Kundgebung zum Warnstreik in der Metall- und Elektroindustrie mit Trillerpfeifen vor den Ford Werken

Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie müssen sich beide Seiten bewegen.

Sechs Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall - und flexible Teilzeit mit finanziellem Ausgleich. Viel zu viel, sagen die Arbeitgeber. Bereits jetzt würden die Beschäftigten in der Branche sehr gut verdienen und hätten im Übrigen in den vergangenen Jahren schon stark von hohen Tarifabschlüssen profitiert. Doch stimmt das?

Zahlen und Fakten zur Metall- und Elektroindustrie

Zwei Hände halten eine Metallscheibe und fegen Fräskrümel mit einer Bürste weg

Viele Beschäftigte hier verdienen im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sehr gut.

Es stimmt schon: Wer heute in der Metall- und Elektroindustrie arbeitet, hat das große Los gezogen. Er verdient - im Vergleich zu anderen Berufsgruppen - in der Regel überdurchschnittlich gut und kann sich dazu auch noch über einen verhältnismäßig sicheren Arbeitsplatz in einer nach wie vor boomenden Branche freuen.

In der Entgeltgruppe 7 etwa kommt ein Facharbeiter als Berufsanfänger, direkt nach seiner dreijährigen Ausbildung, auf etwa 3.100 Euro brutto im Monat. Dass schafft eine Krankenschwester erst nach zehn Berufsjahren. Eine Einzelhandelskauffrau verdient selbst dann und in Vollzeit mit 2.500 Euro brutto im Monat oft deutlich weniger.

Entgelt wie ein Bankberater

Zwei junge Lehrlinge aus der Metallbranche arbeiten gemeinsam

Schon Berufsanfänger steigen mit einem ordentlichen Gehalt in den Job ein.

Zumal beim Facharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie noch zusätzliche Leistungsentgelte und Schichtzulagen oben drauf kommen können. Wer etwa Spätschicht arbeitet, erhält - je nach Betrieb - bereits ab dem frühen Nachmittag 20 Prozent Spätzuschlag. Für die Arbeitszeit nach 19 Uhr werden 30 Prozent Nachtzuschlag gezahlt.

So kann der Verdienst selbst in der Entgeltgruppe 7 auf bis zu 4.400 Euro brutto im Monat steigen. Das ist dann oft auch mehr als das Gehalt eines gestandenen Kundenberaters bei einer Bank mit Erfahrung und eigenem Kundenstamm. Nicht schlecht möchte man denken.

Auch Unternehmen verdienen kräftig

HANDOUT - Gabelstapler-Modelle Linde E 50 (l) und E 25 des Gabelstapler-Herstellers Kion fahren durch eine Lagerhalle (undatierte Aufnahme).

Worüber die Arbeitgeber ungern reden: Die Branche steht gut da und macht große Gewinne.

Andererseits reden wir hier aber auch über eine Branche, die zum größten Teil seit Jahren beste Geschäfte macht und immer neue Umsatz- und Gewinnrekorde meldet. Und das trotz oder auch wegen der hohen Tarifabschlüsse in der Vergangenheit. Entsprechend dem Gewerkschaftsmotto: Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld.

Denn das haben auch die Unternehmen und die Unternehmer in der Branche bislang immer verdient - worüber während der laufenden Tarifverhandlungen die Arbeitgeber selbstverständlich nicht so gerne sprechen.

Von Lutz Heyser, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Jutta Kaiser