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Südwest-Firmen auf der Cebit Hannover 2018 Innovatives bei Medizin, Akkus und Blockchain

Die Computermesse Cebit versucht sich neu zu erfinden, um wieder mehr Besucher und Aussteller zu gewinnen. Aus dem Südwesten sind dieses Jahr gut 170 Firmen auf der Messe zu Gast.


Einige große Namen aus der IT-Branche haben der Cebit nun den Rücken gekehrt. Microsoft etwa engagiert sich jetzt stärker auf der Hannover-Messe Industrie. Und die Deutsche Telekom hat ihren einst großen Messestand ebenfalls komplett aufgegeben und präsentiert sich und ihre Experten dafür lieber im begleitenden Fachkonferenzbereich der Cebit.

11.06.2018, Niedersachsen, Hannover: Besucher gehen über den Stand der chinesischen Telekommunikationsfirma Huawei bei der Digitalisierungsmesse Cebit.

Im Inneren der Messehallen herrscht ganz "klassisches" Messegeschäft.

Zwei Beispiele, die allerdings Beleg dafür sind, dass auch insgesamt die Zahl der Aussteller im Vergleich zu den Vorjahren weiter gesunken ist: Kamen bis vor ein paar Jahren noch weit über 3.000 Aussteller nach Hannover, sind es dieses Mal etwa 2.800 Unternehmen, die sich nun auf der Messe präsentieren. Auch die Besucherzahlen waren über die vergangenen Jahre stark rückläufig. Hauptgrund dafür, dass die Cebit sich in diesem Jahr mit einem neuen Konzept präsentiert.

Südwesten mit rund 170 Firmen auf der Cebit

12.06.2018, Niedersachsen, Hannover: Ein Mann sitzt bei der Digitalisierungsmesse Cebit auf einem Schaumstoffblock in einer Messehalle.

Vor allem deutlich mehr junge Besucher, als die letzten Jahre, soll das neue Cebit-Konzept im "Festival"-Format nun anziehen.

Aus Baden-Württemberg sind diesmal rund 140 Firmen vertreten, unter anderem der IT-Konzern SAP aus Walldorf bei Heidelberg, der Anlagehersteller Voith aus Heidenheim an der Brenz oder der Autozulieferer ZF aus Friedrichshafen am Bodensee.

Aus Rheinland-Pfalz kommen dieses Jahr mehr als 30 Aussteller, darunter der Chemieriese BASF und sämtliche Hochschulen und Universitäten des Landes.

Auch kleinere, jüngere rheinland-pfälzische Firmen, so genannte Startups, sind dabei und stellen etwa Lösungen für Winzer oder eine Plattform für den Autohandel vor.

Lebendige Startup-Szene aus Rheinland-Pfalz auf Cebit

Ein Patient trägt eine so genannte "intelligente Kniebandage" des DFKI aus Kaiserslautern, bei der Sensoren den jeweiligen Knie-Winkel messen und an den behandelnden Arzt senden.

Die "intelligente Kniebandage" aus Kaiserslautern soll nach einer Knie-Operationen bei der Heilung helfen.

Aus dem Bereich Telemedizin kommt Innovatives aus Rheinland-Pfalz: Das Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern präsentiert auf der Cebit eine "intelligente Kniebandage". Das ist eine Bandage an der kleine Sensoren kleben, die mit dem Arzt in Kontakt stehen. Die Sensoren funken die Bewegungen des Knies direkt in dessen Praxis und der kann sehen, wie der Patient sich bewegt.

Der Patient soll sich durch diese Funk-Sensoren besonders in ländlichen Gebieten lange Arzt-Wege ersparen. Momentan ist diese Knie-Bandage noch in der Testphase. Die Forscher aus Kaiserslautern planen aber schon Neues für Schulter- und Hüft-Operationen.

Zum Thema "Elektromobilität" zeigen vier junge Mainzer Ingenieure auf der Cebit, wie man preiswert und platzsparend Energie speichern kann. Herausgekommen ist eine kleine Hochleistungs-Akku– Box, die sich auch gut zum Laden für E-Autos eignet. Für die private Garage würde sie 1.500 Euro kosten. Nun suchen die Mainzer mit ihrer Firma Ambibox auf der Messe Unternehmen, die mit ihrer Erfindung in Serie gehen würden.

Baden-Württemberger wollen bei Blockchain mitmischen

16.03.2015, Niedersachsen, Hannover: Ein Messebesucher gehtr an einem Leuchtdisplay auf der CeBIT vorbei.

Wirtschaftswissenschaftler und Analysten sehen die Blockchain als ökonomischen Meilenstein - auch auf der Cebit 2018

Die Blockchain ist eine Technologie, die Kassenbücher und Verträge überflüssig machen soll. Auf der Cebit in Hannover wird gezeigt, was sich mit dieser ominösen Blockchain alles anstellen lässt.

Fachleute sagen, ganze Geschäftsprozesse lassen sich in der Blockchain abbilden und speichern. Zum Beispiel zeigt der Softwarekonzern SAP auf der Cebit in einem Logistik-Konzept, wie damit Lieferketten transparent und nachvollziehbar gemacht werden können.

Aber auch Lösungen für die Verwaltung werden gezeigt. In der Branche herrscht Goldgräberstimmung, alle sind sich einig. Die Blockchain hat das Potenzial, alles auf den Kopf zu stellen, wie wir Geschäfte machen.

Was ist eine Blockchain?

Die Blockchain muss man sich als riesige Datenbank, als großes Register vorstellen, in das sich alles mögliche eintragen lässt. Beispiel: Wer hat wem Geld überwiesen. Dafür wird die Blockchain bei der Cryptowährung Bitcoin benutzt. Zwischengeschaltete Banken sind überflüssig. Es lässt sich aber auch eintragen, wer eine Versicherung abgeschlossen hat, wer ein Haus oder Grundstück gekauft hat oder wer einen Musiktitel geschrieben hat und der Titel ist technisch gleich mit gespeichert. Der Trick dabei ist, dass es nicht nur ein Register gibt, in dem das drin steht, sondern es gibt Millionen Kopien davon, auf der ganzen Welt verteilt und von allen einsehbar. Das macht es fälschungssicher. Denn ein Fälscher müsste alle Kopien gleich mit verändern. Das gilt als unmöglich.

Karlsruher Forscher zeigen neue Arbeits-Roboter

12.06.2018, Niedersachsen, Hannover: Der für Bildungszwecke programmierte Roboter "Miki" steht am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Nach einer Prognose der Internationalen Robotics Gesellschaft werden 2020 bereits mehr als drei Millionen Roboter in Fabriken rund um den Globus tätig sein

Der technologische Wandel sorgt dafür, die Produktivität zu steigern und neue Arbeitsmodelle in vielen Branchen zu entwickeln. Dabei geht es darum, das Mensch und Roboter eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Roboter-Tiere, Pflegeroboter, Roboter an der Info-Theke gibt es bereits.

Das Karlsruher Institut für Technologie zeigt auf der Cebit einen Arbeits-Roboter (ARMAR-6) der mit seinem menschlichen Kollegen an einem Projekt gemeinsam arbeitet. Der Roboter schaut dem Menschen bei der Arbeit zu, lernt dabei den Umgang mit Hammer oder Bohrmaschine. Dann versucht er es selbst und kann Arbeiten selbständig übernehmen.


Andreas Reinhardt und Petra Thiele, SWR Wirtschaftsredaktion | Online: Lutz Heyser