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Studie der Verbraucherzentralen So nutzt man schwankende Online-Preise

Die Verbraucherzentralen haben für eine neue Online-Shopping-Studie zwei Monate lang mehr als 1.500 Preise verglichen. Das Ergebnis überrascht. Zahlen Apple-Nutzer doch nicht mehr?

Eine Frau liegt mit ihrem Laptop und Kreditkarten fröhlich auf dem Boden, umringt von Kartons und Päckchen mit Schuhen und Kleidung.

Wer Preise über längere Zeit vergleicht, landet die besten Schnäppchen.

Hartnäckig hält sich die Vermutung, dass Apple-Nutzer bei Bestellungen im Internet mehr zahlen als Kunden mit Smartphones oder Desktops von anderen Firmen. Weil der Apple-Nutzer als zahlungskräftig gilt und ihm keine Schnäppchen-Mentalität unterstellt wird, erscheint dies auch nicht ganz abwegig. Außerdem gibt es den Verdacht, dass Online-Händler schauen, in welchem Stadtteil oder in welcher Region der Kunde wohnt.

Fragen an Jutta Kaiser, SWR Aktuelle Wirtschaft

Spielt es beim Online-Shopping eine Rolle, wer man ist? Was hat es damit auf sich?

Ein Icon für Online Shopping auf einer Tastatur

Online-Preise werden weniger individualisiert als bisher angenommen.

Die aktuelle Untersuchung der Verbraucherschützer sagt, das spiele keine große Rolle. In der Untersuchung wurden Preise von rund 1.500 Artikeln verglichen, und zwar bei 16 großen Online-Händlern und Amazon.

Das Ergebnis: Nur zwei Händler machen einen Unterschied beim Preis - je nachdem, von welcher Stadt aus sich der Kunde eingewählt hatte. Diese zwei Händler sind Autoteile ATU und der Online-Shop des Baumarkts OBI. Beim Baumarkt lag der Preisunterschied in der Regel bei unter zehn Prozent. In einem Extremfall gab es mal einen Rabatt von 38 Prozent.

Der Großteil der Online-Händler macht gar keine Preisunterschiede. Das heißt aber nicht, dass sie die Daten der Kunden nicht nutzen - allerdings vor allem für Werbung.

Spielt es für den Preis eine Rolle, von welchem Gerät aus ich im Internet einkaufe?

Auch hier ist das eher die Ausnahme, aber es kommt vor. Offenbar vor allem bei Amazon und seinen Marktplatz-Händlern: Für jedes dritte Produkt wurden unterschiedliche Preise angezeigt - je nachdem, ob die Preisbeobachter mit einem Apple-Smartphone, -Tablet oder -PC oder mit Android gesurft haben.

Unterschiede gab es vor allem bei Spielzeug. Allerdings waren das nur kleine Preisabweichungen. Und auch bei Smartphones waren es Einzelfälle: Bis zu 14 Prozent oder 46 Euro konnten da Kunden sparen - und zwar in der Tendenz erstaunlicherweise vor allem Apple-Kunden. Also die Vermutung, Apple-Kunden bekämen eher teurere Preise angezeigt, weil sie möglicherweise finanziell besser dastehen, hat sich in dieser Studie nicht bestätigt.

Welche Schwankungen können Verbraucher für sich nutzen? Wie shoppt man am besten?

Ein Laptop mit vermeintlichen Schnäppchen im Internet und eine Einkaufstaste.

Preise schwanken in Onlineshops häufig über den Tag.

Es klingt simpel, aber es gilt: Immer Preise vergleichen, und zwar so lange wie möglich. Bei Online-Händlern muss man wissen, dass einige täglich oder sogar mehrmals täglich ihre Preise ändern, andere nur alle paar Tage. Man sollte also auch zu unterschiedlichen Tageszeiten die Preise vergleichen. Autobatterien und Reifen können nachmittags günstiger sein als vormittags. Leider gibt es da keinen generellen Rat - man muss es einfach ausprobieren und über einige Zeit vergleichen.

Außerdem sollte jeder genau hinschauen: Sind die Versandkosten dabei? Ist es auch die Farbe, die ich will? Oder die Ausstattung? Und auch wenn Viele mittlerweile am liebsten online shoppen: Immer mal mit dem Einzelhandel vergleichen, da gibt es auch oft Aktionen und man spart mehr als Online.

Online: Petra Thiele