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Steinewerfer auf der A5 Wer wirft Steine auf fahrende Autos?

Kriminalreport Südwest

Auf der Autobahn 5 bei Baden-Baden wurde eine junge Familie Opfer eines Steinewerfers. Vermutlich schlug derselbe Täter nochmal zu.

8:30 min | Mo, 9.7.2018 | 20:15 Uhr | Kriminalreport Südwest | SWR Fernsehen

Steinewerfer auf der A5: Täter warf wohl mehrere Steine

Tathergang:

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 3. Juni, ist Familie S. auf dem Rückweg aus dem Urlaub. Der 8-jährige Sohn Devin schläft auf dem Rücksitz. Kurz nach Mitternacht ist die Familie auf der A5 bei Baden-Baden Sandweier unterwegs. Als die drei unter der Autobahnbrücke bei der Raststätte Baden-Baden hindurchfahren, gibt es einen lauten Knall: Ein Stein hat die hintere Fensterscheibe getroffen - wo Devin schläft.

Die Glassplitter verletzen Devin am Bein. Er muss notärztlich untersucht werden. Durch reines Glück erleidet Devin nur Schnittverletzungen. Wäre der Stein ein paar Zentimeter anders eingeschlagen, hätte der Junge sterben können.

Noch in der Nacht beginnt die Polizei, nach Spuren zu suchen. Sie ermittelt gegen den Steinewerfer nicht nur wegen Sachbeschädigung - sie geht von versuchtem Mord aus. Ein Spürhund kann den Weg des Täters teilweise nachverfolgen.

Karte mit A5

Der Täter lauerte bei der Raststätte Baden-Baden.

Täter hatte mehrere Versuche

Der leitende Ermittler Arnd Rubel von der Kripo Rastatt ist sich sicher, dass der Täter mit großer krimineller Energie vorgegangen ist. "Es wurden auf beiden Seiten und in der Mitte Steine gefunden", so Rubel. "Deshalb gehen wir davon aus, dass der Täter mehrere Versuche hatte, bis er letztendlich jemanden getroffen hat."

Der Täter stand auf Höhe der Fahrbahn unten neben der Brücke, warf also nicht von oben. Entweder versteckte er sich hinter dem Brückenpfeiler, oder er ging ein Stück nach vorne, Richtung Straße.

Täter schlug noch mal zu

Die Polizei geht davon aus, dass derselbe Täter noch einmal zugeschlagen hat: Am 13. Juni, kurz vor Mitternacht. Wieder an derselben Brücke, diesmal aber auf der Gegenseite. Ein 61jähriger wird Opfer der lebensgefährlichen Attacke.

Brückenpfeiler

Der Täter stand unten an der Brücke.

Ein Stein schlägt durch dir rechte hintere Seitenscheibe und landet im Fahrzeuginnern. Glücklicherweise waren außer dem Fahrer keine weiteren Personen in dem Fahrzeug, so dass niemand verletzt wurde.

Dieses Mal können die Experten DNA-Spuren sichern, vermutlich vom Täter. In der Datenbank gab es jedoch noch keinen Treffer. Der Täter läuft weiter frei herum.

Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer hat in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni oder in der Nacht vom 13. auf 14. Juni rund um die Autobahnbrücke bei der Raststätte Baden-Baden etwas Verdächtiges gesehen? Hinweise nimmt die Polizei in Offenburg unter der Telefonnummer 0781 21 28 20 entgegen.

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