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SENDETERMIN Di, 23.4.2019 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Sprudelwasser aus der Leitung Geld sparen auf Kosten der Gesundheit?

Ein Knopfdruck und aus Leitungswasser wird Sprudelwasser. Immer mehr Verbraucher nutzen Wassersprudler. Aber wie gut wird das Wasser mit den Geräten?

Es gibt genug Gründe, weshalb nicht jeder immer Lust hat schwere Wasserkisten oder Sechserpacks mit Wasser schleppen zu müssen. Viele greifen dann zu sogenannten "Wassersprudlern", die es mittlerweile in vielen Ausführungen und Preisklassen gibt. Auf Knopfdruck wird CO2 in das Wasser gepumpt - fertig ist das Sprudelwasser. Doch wie ist die Handhabung und Qualität der Sprudler? Und wie sieht es mit der Keimbelastung aus? Das wollen wir checken und nehmen uns dafür vier gängige Modelle vor.

Sodastream am teuersten

Der Sprudler von Rosenstein und Söhne ist für 40 Euro das auf den ersten Blick günstigste Gerät. Allerdings ist es das einzige Gerät, bei dem keine CO2-Kartusche mitgeliefert wird. Mit der extra Kartusche kostet es insgesamt 70 Euro. Den Wassermaxx Trition bekommen wir für knapp 60 Euro, den Sprudler Sodapop Sharon für etwa 80 Euro. Das teuerste Gerät im Test ist der Crystal des Marktführers Sodastream. Er kostet knapp 100 Euro. Aber lohnt es sich mehr Geld auszugeben?

Vier Wassersprudler stehen nebeneinander. Von links nach rechts: Wassermaxx Triton, Rosenstein und Söhne, Sodapop Sharon und Crystal von Sodastream.

Im Test: ein Wassersprudler von Rosenstein und Söhne, der Wassermaxx Triton, der Sodapop Sharon und der Crystal von Marktführer Sodastream

Ist teuer immer am besten?

Wir bringen die Geräte in ein Prüflabor. Dort wird die Verarbeitung und die Qualität der Sprudler getestet. Für Gunter Mößinger vom HTV-Prüfinstitut sind alle Geräte auf den ersten Blick recht gut verarbeitet: "Es ist alles ein Plastikaufbau, da sind jetzt keine besonderen konstruktiven Schwächen für uns erkennbar."

Bei Wassermaxx entdecken die Experten dann aber doch etwas. Es gibt ein Problem mit dem mitgelieferten CO2-Zylinder. "Das Problem bei diesem Wassermaxx war, dass dort der CO2-Zylinder mit dem Gerät scheinbar nicht harmoniert. Das heißt, dass hier nach dem Aufsprudeln immer noch etwas CO2 entweicht. Das ist zwar sehr wenig, aber über einen längeren Zeitraum geht der CO2 Zylinder leer", so Mößinger.

Passt der mitgelieferte Zylinder etwa nicht zu dem Gerät? Vom Hersteller bekommen wir dazu keine Antwort. Auch der Sprudler von Rosenstein und Söhne weist Mängel auf. Die Rückblende, so Mößinger, sorge dafür, dass der Hebel nicht tief genug gedrückt werden kann. Das führe dazu, dass nicht genug CO2 in das Wasser gelangt. Ohne Rückblende funktioniere der Mechanismus. Das Gerät von Rosenstein und Söhne wird vom Online-Versandhaus Pearl vertrieben. Doch auch von dort bekommen wir keine Stellungnahme.

Insgesamt schneidet der Marktführer Sodastream Crystal am besten ab. Der Sprudler von Rosenstein und Söhne funktioniert nicht richtig, beim Wassermaxx ist der CO2-Zylinder undicht, und beim Sodapop Sharon ist nach wenigen Anwendungen der Reißverschluss an der Schutzhülle für die Glasflasche gerissen. Die Schutzhülle ist laut Hersteller aus Sicherheitsgründen wichtig, falls die Glasflasche platzen sollte.

Handhabung unterscheidet sich erheblich

Bei allen Sprudlern verläuft der Alltagstest weitestgehend ohne größere Probleme. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede bei der Handhabung. Vor dem Sprudeln muss die Glasflasche des Sodapop Sharon umständlich in eine Schutzhülle eingepackt werden. Das kostet Zeit und die Schutzhülle ist qualitativ nicht sehr hochwertig. Der Sodastream Crystal kommt mit einem Gehäuse, das die Glasflasche schützt. Die anderen beiden Geräte brauchen keinen Extraschutz, weil sie mit PET-Flaschen funktionieren.

Keimbelastung: Die Flasche macht den Unterschied

In eine Flasche eines Wassersprudlers wird Wasser eingefüllt.

Es ist wichtig, die Flasche der Wassersprudler regelmäßig zu reinigen.

Bei den Geräten selbst ist die Keimbelastung in allen Fällen unproblematisch. Unterschiede machen sich hauptsächlich bei den Flaschen bemerkbar. Glasflaschen sind beim Crystal von Sodastream und beim Sodapop Sharon enthalten. Die können meist in die Spülmaschine. Und bei regelmäßiger Reinigung kann eine hohe Keimbelastung verhindert werden.

Die mitgelieferten PET Flaschen von Rosenstein und Söhne, sowie von Wassermaxx sind nicht für die Spülmaschine geeignet. Das Risiko einer höheren Keimbelastung ist hier gegeben, weil die Flaschen nur per Hand und mit lauwarmem Wasser gespült werden können. Bei diesen Flaschen entsteht bei unzureichender Reinigung ein sogenannter Biofilm - ein Nährboden für Keime, die am Ende im Wasser landen.

Mit Wassersprudlern Geld sparen

Eine CO2-Kartusche soll für 60 Liter gesprudeltes Wasser reichen. Der Preis für eine solche Kartusche liegt im Schnitt bei 9 Euro. Damit würde ein Liter gesprudeltes Wasser 15 Cent kosten. Hierbei sind die Anschaffungskosten nicht berücksichtigt.

Beispielsrechnung mit einem Anschaffungspreis von 100 Euro

Blick auf einen Wassersprudler

Mit Wassersprudlern können Verbraucher Geld sparen.

Der Preis für das Leitungswasser wird nicht berücksichtigt, da dieser in der Regel unter einem Cent pro Liter liegt. Wenn das Gerät 5 Jahre hält, müssten dafür 20 Euro pro Jahr gerechnet werden. Das wären pro Monat etwa 1,67 Euro. Wenn die CO2-Kartusche einen Monat hält, dann wäre der Sprudelwasserpreis bei etwa 18 Cent pro Liter.

Im Vergleich zu Discounterwasser mit etwa 13 Cent pro Liter ist das gesprudelte Wasser etwas teurer. Bei teurerem Wasser mit einem Literpreis von 50 Cent pro Liter fällt der Unterschied noch deutlicher aus.

Fazit

Unseren Test gewinnt der Sodastream Crystal. Er konnte sowohl bei der Hygiene als auch bei der Handhabung überzeugen. Einziger Minuspunkt ist der hohe Anschaffungspreis. Egal welches Gerät angeschafft wird, wichtig ist immer die gründliche Reinigung der Flaschen. Das kann eine hohe Keimbelastung am besten verhindern.


Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder

Filmautor: Wolfgang Weber | Online: Panagiotis Fotiadis
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