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Schnäppchen-Jagd am Black Friday So tricksen die Händler

Der Black Friday lockt mit Rabatten von bis zu 90 Prozent. Doch Verbraucherschützer raten: Bei diesen Preisaktionen sollte man beim Online-Shopping und im Laden einen kühlen Kopf bewahren.

Päarchen erschrocken vor dem Laptop mit Creditkarte in der Hand

Beim Shoppen sollte man sich durch Sonderangebote nicht unter Druck setzen lassen.

Der Black Friday und die ganzen Ableger wie die Black Week oder der Cyber Monday sind echte Umsatzkracher. Im vergangenen Jahr setzten die deutschen Online-Händler mit diesen Rabattaktionen mehr als eine Milliarde Euro um.

Allerdings basieren die angekündigten Rabatte häufig auf der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Der reale Verkaufspreis liegt meist darunter, die beworbenen Rabatte sind also in Wahrheit niedriger.

Verbraucher sollten die Preise der Angebote gut vergleichen

shopping

Vor dem Bestellen lohnt ein Preisvergleich.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers wird zum Saisonbeginn einmal festgesetzt und im Katalog abgedruckt. Danach kann der Preis vom Händler frei gestaltet werden. Also kann das Produkt auch schon vorher genauso viel gekostet haben wie zur Rabattaktion.

Verbraucher sollten deshalb die Preise der Angebote genau vergleichen, beispielsweise mit einer Preissuchmaschine im Internet. Außerdem sollten sich Kunden nicht von den zeitlich befristeten Angeboten unter Druck setzen lassen.

Dieses Phänomen kennt man auch vom Teleshopping, wo bestimmte Zeitvorgaben gemacht werden. Man sieht, wie sich die Produkte angeblich aus dem Warenkorb leeren. Hier gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht vorzeitig zu bestellen, um nicht zu viel zu bezahlen.

Vorsicht vor Fakeshops im Internet - auch rund um den Black Friday

Um den Black Friday sind Cyberkriminelle besonders aktiv, Fake-Shops haben Hochkonjunktur. Die Verbraucherzentralen empfehlen deshalb, unbedingt das Impressum des Online-Händlers zu checken, nach einer Kontaktmöglichkeit zu suchen und ganz wichtig: nie per Vorkasse zu bezahlen. Es empfiehlt sich im Zweifel, sich zuerst die Ware schicken zu lassen. Nur dann kann das Produkt genau angeschaut werden.

Im Impressum sollte ich nicht nur schnell die Adresse des Anbieters checken, sondern auch schauen, welche Kontaktmöglichkeiten es gibt. Ist eine Mailadresse vorhanden? Gibt es eine Telefonnummer? Da könnte man auch kurz anrufen, wenn man unsicher ist. Wenn Kunden den Händler gar nicht kontaktieren können, ist das sehr verdächtig.

Oliver Buttler, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Verbraucherschützer Oliver Buttler

Außerdem bieten Fake-Shops häufig nur wenige Zahlungsmethoden an, meistens nur Direktüberweisung oder Vorkasse. Der Hintergrund ist klar: Die Betreiber wollen, dass ich zuerst das Geld schicke und dann auf die Ware hoffe, die nie bei mir ankommen wird oder auch minderwertig ist. Deshalb wirklich nie per Vorkasse bezahlen, rät auch Oliver Buttler, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Seriöse Anbieter bieten meist mehrere Zahlungsarten an.

Wem der Einkauf im Netz zu unsicher ist, kann sich auch die Angebote der Einzelhändler vor Ort anschauen. Aber selbstverständlich gilt auch hier: Nicht blind shoppen gehen, sondern die Preise vergleichen.

Sparen lässt sich vor allem bei Elektronik und Kleidung

Mann beim online Shopping

Black Friday verleitet zu Shoppingfieber

Sparen können Verbraucher rund um den Black Friday vor allem bei Elektronik- und Textilanbietern. Bei Elektronikartikeln kann ich Geld sparen, zum Beispiel bei Smartphones, bei Computerzubehör oder auch bei Drohnen. Es sind viele Elektronikhändler bei diesen Rabatt-Tagen dabei, fast alle großen Ketten machen mit. Deshalb gibt es da viele Angebote.

Auch Kleidung wird häufig reduziert angeboten, zum Beispiel Pullover, Hosen oder Schuhe. Prinzipiell kann man auch bei Lebensmitteln und Reisen sparen. Auch Fluggesellschaften sind rund um den Black Friday dabei. Aber selbstverständlich gilt auch hier: Die Angebote sollten genau überprüft und verglichen werden.

Insgesamt gesehen können also beide Seiten von den Rabatt-Aktionen profitieren, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: "Es verdient nicht nur der Händler - manchmal kann auch der Kunde ein echtes Schnäppchen ergattern."

Von Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Stefan Heinz