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Pro und Contra | Nach Datenskandal Facebook verlassen oder bleiben?

Nach dem Datenmissbrauch im Zusammenhang mit der Firma Cambridge Analytica steht Facebook massiv in der Kritik. Ein guter Zeitpunkt, um sein Profil bei dem Datenriesen zu löschen?

Junge hält den Kopf in Händen vor Facebook-Profil

Wie wichtig sind mir meine Facebook-Kontakte?

PRO: Bei Facebook bleiben!

Alexander Winkler, SWR Wirtschaft und Soziales

Facebook löschen? Für mich keine Option! Klar, das ist keine Kopf-Entscheidung. Ich will einfach meine paar hundert Freunde nicht verlieren - aus der Schule, dem Studium, aus dem Verein, egal, wo sie leben. Genau die Menschen, mit denen ich nicht regelmäßig telefoniere oder schreibe, und bei denen es trotzdem nett ist, zu wissen, was sie heute machen.

Alexander Winkler

Alexander Winkler

Dieses In-Kontakt-Bleiben schenkt mir das Unternehmen aber nicht einfach. Ich bezahle dafür mit meinen Daten. Im Gegenzug nutzt Facebook diese für personalisierte Werbung. Nervige Spots für Abführmittel, Treppenlifte oder die Windschutzscheibenreparatur bleiben mir somit erspart.

Zugegeben, Facebooks Datenschutzphilosophie ist undurchsichtig. Aber da sind auch wir Nutzer in der Pflicht. Wer für irgendeinen Selbsttest dubiosen Drittanbietern blind Zugriff auf sein gesamtes Profil gibt, ist selbst schuld. Und das müsste doch heute wirklich jeder verstanden haben.

Nein. Bei aller Kritik, für mich überwiegen die Vorteile von Facebook. Den Kontakt zu meinen Freunden will ich nicht aufgeben. Und bei mehr als zwei Milliarden Nutzern weltweit ist Facebook dafür einfach alternativlos. Ich bleibe.

CONTRA: Facebook verlassen, jetzt!

Andreas Reinhardt, SWR Wirtschaft und Soziales

Ich bin zunächst träge und unentschlossen. Soll ich wirklich Facebook den Rücken kehren? Irgendwie ist es ja doch eine liebgewonnene Kuscheldecke, unter der ich es mir gemütlich gemacht habe.

Studiogast, Fachjournalist Andreas Reinhardt

Andreas Reinhardt

Doch wenn ich mich an die nackten Fakten halte, muss ich sagen: Facebook, es war schön mit dir, ich werde dich vermissen, aber jetzt ist es Zeit zu gehen. Was muss denn noch passieren, bis wir Nutzer merken: Wir werden nur missbraucht von Facebook!

#metoo. Es wird immer schlimmer. Kaum noch echte Neuigkeiten von meinen echten Freunden, dagegen zu viel Mist. Eigentlich kann man Cambridge Analytica fast schon dankbar sein, dass es diesen Weckruf jetzt gibt. Manchmal braucht es einfach einen Schubs, einen Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.

Es gibt keine Alternative zu Facebook, aber brauche ich die überhaupt? Ich tue es einfach. Zuerst meine Daten herunterladen, denn die gehören mir und dann nix wie raus aus Facebook. Irgendwie fühle ich mich jetzt schon ein bisschen freier.

Online: Sola Hülsewig