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SENDETERMIN Di, 23.10.2018 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Handwerkerstichprobe Pfusch beim Waschbeckentausch?

Ein altes Waschbecken soll ausgetauscht werden. Wie gut machen Sanitärbetriebe ihre Arbeit? Wir beobachten mit versteckter Kamera.

Das Waschbecken ist kaputt und soll ausgetauscht werden, oder die Badezimmerrenovierung steht an - doch wie findet man einen guten Handwerker? Der Fachverband Sanitär Heizung Klima (SHK) ist die Berufsorganisation der deutschen Sanitär- und Heizungsbauer. Sanitär-, Heizungs-, und Klimabetriebe unterliegen in Deutschland der Meisterpflicht, das heißt, der Betrieb muss von einem Meister geführt werden.

Meistergeführte Innungsbetriebe: Der Fachverband SHK empfiehlt eine Suchfunktion, mit der Fachbetriebe, die Mitglieder der Innung sind, gefunden werden können. Die Verbraucherzentrale Berlin empfiehlt, bei der Handwerkersuche nicht blind auf die ersten Ergebnisse einer Onlinesuche zu vertrauen. Es ist vorteilhaft ein Unternehmen vor Ort mit der Renovierung zu beauftragen, um lange Anfahrtswege oder umständliche Reklamationen zu vermeiden. Sie können auch bei Freunden oder in der Familie nachfragen, ob jemand einen guten Sanitärbetrieb kennt.

Tipps der Verbraucherzentrale:

Die Verbraucherzentrale gibt auf ihrer Webseite Tipps für die Handwerkersuche: Der Auftrag sollte so genau wie möglich erteilt werden. Dabei sollten der Umfang der Arbeit, die Tage, an denen die Arbeiten ausgeführt werden sollen sowie die Vergütung im besten Fall schriftlich festgehalten werden.


Ein Handwerker schraubt an einem Siphon.

Die Verbraucherzentrale rät, den Auftrag an den Handwerker so genau wie möglich zu formulieren.

Kostenvoranschläge genau prüfen

Mehrere Kostenvoranschläge können dabei helfen, den günstigsten Anbieter zu finden. Dabei sollten sich Kunden möglichst detailliert die anfallenden Arbeitsstunden und Materialien auflisten lassen. Der Preis sollte nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Auch Leistungsumfang und benötigte Materialien sollten geprüft werden: Steht alles drauf, was gebraucht wird? Ist etwas unklar, fragen Sie beim Handwerker nach. Ein guter und seriöser Fachbetrieb wird sich für Ihre Fragen Zeit nehmen.

Handwerker müssen den Kunden informieren, wenn die veranschlagten Kosten um mehr als 15 bis 20 Prozent überschritten werden. In diesem Fall können Kunden kündigen, müssen aber bereits erbrachte Teilleistungen bezahlen. Um dieser Problematik zu entgehen, kann ein Festpreis vereinbart werden, der nicht überschritten werden darf.

Handwerkerauftrag wird unterschrieben

Kunden sollten den Kostenvoranschlag des Handwerkers genau prüfen.

Fortschritt der Arbeiten beobachten

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Fortschritt der Arbeiten im Blick zu behalten, um Verzögerungen zu vermeiden. Sollte es zu Verzögerungen kommen, können Kunden den Betrieben eine Frist setzen, bis zu der die Arbeiten erledigt sein sollen. In der Regel werden Fristen von zwei Wochen gesetzt.

Nachdem der Handwerker fertig ist, sollte der Kunde die fertigen Arbeiten unbedingt überprüfen. Rechtlich bedeutet die Abnahme, dass der Kunde dem Handwerker bescheinigt, die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt zu haben. Liegen Mängel vor, sollten Kunden diese daher sofort reklamieren. Hat der Handwerker andere Arbeiten geleistet, als im Auftrag standen, müssen diese auch nicht bezahlt werden. Kunden haben außerdem das Recht auf eine detaillierte Rechnung. Unklarheiten sollten vor der Bezahlung angesprochen werden.

Mustervertrag für Bauaufträge

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes stellt zusammen mit dem Eigentümerverband Haus & Grund verschiedene Bauverträge zum kostenlosen Download zur Verfügung, unter anderem diesen Handwerkervertrag.

Mehr Handwerker-Stichproben bei Marktcheck:

Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder


Filmautor: Marco Jankowski | Online: Thomas Oberfranz
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