Bitte warten...
Logo der Sendung Kriminalreport Südwest

Opfer im Schlaf überrascht Raubüberfall auf Ehepaar in Heilbronn

Kriminalreport Südwest

Ein Ehepaar aus Heilbronn wird zuhause von Räubern aus dem Schlaf gerissen und gefesselt. Die Täter flüchten mit Beute im Wert von 35.000 Euro.

Tathergang

Dieter und Erika Lange (Namen von der Redaktion geändert) wohnen in der Rosengartstraße in Heilbronn. Am Freitag, 8. Juni 2018, geht das Ehepaar gegen 22:30 Uhr ins Bett. Das Schlafzimmer liegt im ersten Stock.

Wegen der Hitze wollen die beiden mit offenem Fenster schlafen. Dafür schalten sie ihre Alarmanlage aus.

Täter brechen Terrassentür auf

Gegen 3 Uhr morgens schleichen zwei Männer auf das Grundstück. Gewaltsam brechen sie eine Terrassentür auf, ohne dabei das Paar zu wecken. Dann gehen sie offenbar zielstrebig in die obere Etage.

Alarmanlage an Hausfassade

Das Paar hatte die Alarmanlage ausgeschaltet.

Sie reißen die Langes brutal aus dem Schlaf. Einer der Täter trägt eine Sturmmaske. Er ist von Anfang an deutlich brutaler als sein unmaskierter Komplize. Mehrmals schlägt er Dieter Lange ins Gesicht.

Die Täter fesseln das verängstigte Ehepaar. In gebrochenem Deutsch fordern sie Geld und Schmuck.

Geld aus dem Tresor

Dieter Lange bietet ihnen Geld an, das im Büro im Keller liegt. Der maskierte Täter zwingt Lange, ihn in den Keller zu führen - obwohl der 66-Jährige einen Asthmaanfall hat und kaum Luft bekommt.

Aber mit dem Bargeld sind die Räuber noch nicht zufrieden - sie wollen mehr. Dieter Lange ist kaum noch ansprechbar, seine Frau bittet die Männer ihn in Ruhe zu lassen. Daraufhin fesseln sie ihren Opfern mit Klebeband auch die Füße und binden sie mit Krawatten aus dem Schlafzimmerschrank aneinander.

Der maskierte Täter durchsucht nun das Haus weiter nach Beute.

Piepton beendet Martyrium

Der andere Mann bewacht das Ehepaar. Im Gegensatz zum maskierten Mann ist er nicht aggressiv. Er gibt Dieter Lange Wasser und kühlt ihm die Stirn. In gebrochenem Englisch erklärt er, dass alles bald vorbei wäre. Die Langes sollten nur ruhig bleiben.

Hand greift nach 50-Euro-Scheinen

Die Räuber erbeuteten Bargeld (Nachgestellt).

Tatsächlich hat das Martyrium nach einer Stunde ein plötzliches Ende, als ein Piepton ertönt. Wurden die Räuber von einem Dritten per SMS gewarnt, der draußen als Wache geblieben war?

Kurz nach 4 Uhr verlassen die Täter das Haus - mit Bargeld, Schmuck und einer Münzsammlung im Gesamtwert von rund 35.000 Euro.

Den Eheleuten gelingt es, sich von den Fesseln zu befreien. Erika Lange alarmiert Rettungsdienst und Polizei. Die leitet sofort eine groß angelegte Suche nach den Tätern ein - bisher ohne Erfolg.

Indizien

Aufnahmen von privaten Überwachungskameras aus der Tatnacht könnten wichtige Hinweise geben. Darauf ist gegen 2:18 Uhr ein Auto festgehalten worden. Könnte es sich um das Tatfahrzeug handeln?

Die Polizei geht davon aus, dass die Räuber überregional arbeiten, nur relativ kurz vor Ort sind, aber die Opfer im Vorfeld ausspionieren. Nachbarn haben angegeben, beobachtet zu haben, wie eine Frau zwei Tage vor der Tat in der Nähe des Tatorts die Straße gefilmt habe.

Phantombild des unmaskierten Täters

Nach den Angaben des Ehepaars hat die Polizei ein Phantombild des einen Täters erstellt.


Die Täter

Nach den Angaben des Ehepaars hat die Polizei ein Phantombild des unmaskierten Täters angefertigt.

Er hat ein jugendliches, schmal zulaufendes Gesicht und wird auf 20 bis 25 Jahre geschätzt. Er ist etwa 1,75 Meter groß und sehr schlank. Während des Überfalls sprach der Mann gebrochen Deutsch und Englisch.

Der zweite Täter trug eine Sturmhaube.

Die Beute

Die Polizei hofft auf Hinweise zu dem gestohlenen Schmuck. Unter anderem haben die Täter folgende Stücke erbeutet (klicken zum Vergrößern):


Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 07131 104 4444 entgegen.


© SWR Kriminalreport Südwest