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Ölmarkt bleibt angespannt Deshalb steigen Sprit- und Heizölpreise

Der Ölpreis ist hoch, das merken wir: an der Tankstelle oder beim Heizöl. US-Präsident Donald Trump und der US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran treiben die Barrel-Preise weiter.

Eine Zapfsäule, in einer Tankstelle

Der Ölpreis steigt - die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl steigen mit.

Gespräch mit Katha Jansen und Geli Hensolt, SWR Wirtschaft und Soziales

Der Ölmarkt ist angespannt - warum, was ist da los?

Aktuell sind es vor allem politische Faktoren, die den Ölpreis steigen lassen und wenn der steigt, wird in der Regel auch Tanken und das Heizöl teurer. Ein Barrel der Nordsee-Öl-Sorte Brent kostet derzeit etwas über 75 US Dollar, so viel wie seit drei Jahren nicht mehr. Einmal treibt tatsächlich Trump den Ölpreis, denn seine Entscheidung aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen, heißt auch neue Sanktionen für den Iran - also kein Iran-Öl mehr auf dem Markt. Das wären rund 600.000 Barrel, die wegbrechen.

Erdöl läuft aus einem gelben Fass

Die internationale Politik beeinflusst den Ölpreis.

Dann gibt es noch einen Faktor: Die Lager für Öl werden immer leerer. Anfang des Jahres lagen dort noch mehre hundert Millionen Barrel - jetzt ist fast nichts mehr da. Schnell verfügbares Öl ist also rar und damit steigt auch der Preis. Russland, Venezuela und die OPEC-Staaten sind im Moment eher verhalten unterwegs, drosseln ihre Produktion, obwohl die Nachfrage stetig steigt.

Man könnte meinen, wo E-Autos ständig Thema sind, es wird weniger Öl verbraucht, aber in Wirklichkeit steigt die Nachfrage. Im ersten Quartal diesen Jahres waren es pro Tag 2,5 Millionen Barrel Öl mehr als noch im Vorjahr. Auch Analysten prognostizieren: Wir werden ein Öl-Defizit bekommen, spätestens Mitte 2019. Auch darauf reagieren die Märkte mit Preissteigerungen.

Momentan sind die Ölpreise zum ersten Mal seit längerem wieder gesunken: Die amerikanische Regierung hat gemeldet, dass Ölreserven in den USA leicht angestiegen sind – und solche Meldungen schlagen sich auf den Preis nieder. Aber eigentlich steigen die Ölpreise seit Anfang April ständig. Seit Jahresbeginn haben sie um 10 Prozent zugelegt.

Mit Blick auf die Spritpreise: Werden Benzin und Diesel absehbar wieder günstiger?

Benzinanzeige

Tanken wird immer teurer.

Momentan gilt: Jetzt und heute tanken lohnt sich fast immer mehr, als zu warten. Allein in den vergangenen zwei Monaten sind die Spritpreise im Schnitt um 10 Cent gestiegen. Das ist ein enormes Tempo. Natürlich gibt es Uhrzeiten - eher abends - und Wochentage - zum Beispiel dienstags - an denen Sprit oft günstiger ist.

Generell werden wir uns wieder daran gewöhnen müssen, an der Tankstelle mehr zu zahlen. Dass der Ölpreis sinkt, ist eher nicht in Sicht. Auch der Euro, der an Stärke gegenüber dem Dollar verliert, macht im Moment bei uns den Sprit noch teurer.

Sollte, wer Heizöl braucht, jetzt kaufen oder noch warten?

Unerwartete Wendungen können immer passieren, keine Frage, aber der Ölpreis hat aktuell viele Gründe, weiter zu steigen. Mit ihm steigt auch der Preis für Heizöl. Im Moment liegt der schon auf einem Drei-Jahres-Hoch. In Deutschland zahlt man gerade rund 70 Euro für 100 Liter. So teuer war Heizöl zuletzt im November 2014.

Heizöllieferant trägt Schlauch

Heizöltank füllen - jetzt oder später?

Das Tempo, mit dem diese Preissteigerung abläuft, ist beachtlich. Anfang des Jahres kostete uns Heizöl noch 62 Cent pro Liter, jetzt sind es etwa 70 Cent. Bei einer typischen Bestellung von 3.000 Litern für einen Durchschnittshaushalt zahlen wir derzeit also 240 Euro mehr.

Was noch dazu kommt: Früher war Öl im Sommer oft billiger. In den vergangenen Jahren gab es aber keinen klaren, jahreszeitlichen Trend mehr beim Ölpreis. Davon kann man die Kaufentscheidung also auch nicht mehr abhängig machen.

Wie finden Verbraucher den günstigsten Heizöl-Preis?

Weil der Ölpreis von so vielen Faktoren abhängt, können wir Verbraucher nur eines tun: Preise vergleichen. Denn je nachdem wo man einkauft, kann man bis zu zehn Cent pro Liter sparen. Das geht am einfachsten über Preis-Portale im Internet: Die beiden größten für Heizöl sind Esyoil und Heizoel 24 - da sind die meisten Händler vertreten, sodass man dort oft die günstigsten Angebote findet. Bei beiden Portalen müssen Verbraucher nur eingeben, wo sie wohnen und welche Liefermenge sie brauchen. Dann zeigen sie alle verfügbaren Angebote an, die kann man dann miteinander vergleichen.

Wichtig ist aber, immer auf beiden Portalen zu schauen, denn teilweise machen die Händler unterschiedliche Angebote. Der Preis hängt auch davon ab, wie viel wir bestellen, welche Sorte und wann wir das Öl geliefert bekommen wollen. Generell gilt: Je mehr wir bestellen, desto günstiger wird es. Und je kürzer die Lieferzeit, desto teurer wird das Heizöl.

Online: Heidi Keller