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Niedrigwasser und Missernten Wer unter der Dürre leidet

Kein richtiger Regen - teils seit Monaten nicht. Die damit verbundene Trockenheit in diesem Jahr hat Folgen, nicht nur für Schifffahrt und Landwirtschaft - auch für uns Verbraucher.

Die Sonne brennt vom Himmel auf die trockenen Felder und auf Disteln am Rande der hessischen Rhön.

Das anhaltend schöne Oktoberwetter bereitet der Land- und Forstwirtschaft zunehmend Sorge.

Im Ackerbau lief es wegen der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr für Viele schlecht. Momentan müssen etwa die Zuckerrüben-Bauern mit Ernteausfällen fertig werden. Aber im nächsten Jahr werden die Karten neu gemischt. Wenn es dann ausreichend regnet, kann es auch eine gute Ernte geben. Profiteure des warmen und trockenen Sommers und Frühherbstes bislang waren jedenfalls Winzer und Obstbauern - sie verzeichnen teils Rekordernteerträge.

Bei Pilzsammlern bleiben die Körbe leer

Ein Mann setzt im Seewald ein Taschenmesser am Stiel eines braunen Milchlings (Lactarius) an, um diesen abzuschneiden.

Nach monatelanger Trockenheit rechnen Experten in diesem Jahr mit einer schlechten Pilzernte.

Dafür kommen Pilzfreunde momentan nicht auf ihre Kosten. Denn Pilze brauchen zum Wachsen viel Feuchtigkeit und die gibt es momentan nicht. Im Wald sind viele junge Bäume, die noch nicht so tief wurzeln, deswegen sogar vertrocknet.

In anderen Bereichen ist die Erde inzwischen so dicht und trocken, dass das Regenwasser bei den wenigen Gewittern, die es gab, nicht versickern konnte, sondern gleich in Bäche und Flüsse gelaufen ist. Auch das war in diesem Jahr schlecht für Pilze wie Pfifferling, Hexenröhrlinge, Reizker oder graublättrigen Schwefelkopf.

Viel zu wenig Wasser unter dem Kiel für Berufsschiffer

Die Rheinfähre Altrip-Mannheim hat wegen Niedrigwasser bis auf weiteres ihren Betrieb eingestellt.

Die Rheinfähre Altrip-Mannheim hat wegen Niedrigwasser bis auf weiteres ihren Betrieb eingestellt.

Etliche Ausflugsgesellschaften am Rhein haben ihre Touristik-Rundfahrten bereits jetzt Mitte Oktober vorzeitig eingestellt, obwohl das Wetter prächtig wäre. Auch verschiedene Fähren können wegen des anhaltenden Niedrigwassers derzeit nicht verkehren.

Ein richtiges Problem hat aber vor allem die Binnenschifffahrt: Denn deren Frachtkähne können zum Teil nur noch ein Viertel der üblichen Ladung transportieren, weil sie zu wenig Wasser unter dem Kiel haben.

Binnenschifffahrt leidet - am Ende zahlen Verbraucher mehr fürs Heizöl

Ein Schiff fährt bei Niedrigwasser über den Rhein.

Ein Frachtschiff fährt bei Niedrigwasser über den Rhein.

Das Niedrigwasser bedeutet aber nicht nur Verluste für die Schiffer, sondern auch für die Unternehmen, die den Wasserweg für den Transport nutzen. Sie müssen nun länger auf ihre bestellten Waren warten. Zudem fällt dafür nun noch ein Niedrigwasserzuschlag an. Das aber bedeutet: Auch für die Endkunden - uns Verbraucher - werden manche Produkte wegen des niedrigen Wassers teurer.

Das betrifft aktuell das Heizöl. Denn da auch die Tankschiffe auf Rhein, Mosel oder Neckar momentan nur deutlich kleinere Mengen transportieren können als sonst, sind die Preise fürs Heizöl allein wegen des größeren Transportaufwands bereits gestiegen.

Wetterprognose düster: Weiterhin kein ergiebiger Regen in Sicht

Bayern, Osterhofen: Ein breiter Kiesstrand an der Donau.

Niedrigwasser beeinträchtigt die Schifffahrt auch auf der Donau.

Die Pegel an Rhein, Donau, Mosel oder Neckar haben teils historische Tiefstände. Um bis zu einen Meter sind die Pegel im Vergleich zum Frühjahr dieses Jahres gesunken. Besserung bei den Wasserständen der Flüsse ist vorerst nicht in Sicht.

Denn laut Deutschem Wetterdienst ist langer, ergiebiger Regen in nächster Zeit kaum zu erwarten. Dieser "Landregen" aber wäre dringend nötig, um das Niedrigwasser der Flüsse zu beenden.

Susanne Henn, SWR-Umweltredaktion | Online: Lutz Heyser