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MARKTCHECK checkt Weleda 3. Check: Nachhaltigkeit

Blütenernte

Blütenernte

Heilpflanzen aus eigenem Anbau

Woher kommen die Inhaltsstoffe? Wie werden die Pflanzen angebaut? Der Heilpflanzengarten direkt am Werk in Schwäbisch Gmünd ist der größte biologisch-dynamische in Europa. Hier kommen viele der Pflanzen für Kosmetik, Körperpflege und Arzneimittel her. Und alles streng biologisch. Pestizide, Insektizide und Kunstdünger sind verpönt. Wichtig auch: der sparsame Umgang mit Wasser und der Schutz der biologischen Vielfalt. Obwohl nur 180 verschiedene Pflanzen für die Produktion nötig sind, wachsen hier 260 Arten, damit das Biotop stabil bleibt.

Orange, soweit das Auge reicht: Calendula-Ernte auf einem der Weleda-Felder. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen, werden die frischen Pflanzen gleich nach der Ernte verarbeitet. Die Ringelblumen werden später zu Salben, Cremes und Ölen.

Fairer Bio-Anbau auch im Ausland

In der Calendula-Creme ist auch Bienenwachs enthalten. Das stammt aus dem Ausland. Gesammelt von Wildbienen im äthiopischen Bergregenwald. Das garantiert reinste Bio-Qualität, ohne Rückstände. Man arbeite dafür mit hunderten Bauern zusammen, erzählt uns das Unternehmen.

Doch häufig müsse man erst einmal Aufbauarbeit leisten, so zum Beispiel beim Wildrosenprojekt in der Türkei, weil man der erste Abnehmer der Rohstoffe in Bio-Qualität sei. Bei den Wildrosen garantiere man Abnahmemengen zu überdurchschnittlichen Preisen, um die Produzenten abzusichern und helfe auch bei der Umstellung auf Bioanbau, so Weleda.

Keine Tierversuche - auch nicht im Export

Aber was ist mit Tierversuchen? In Europa sind sie bei Kosmetikprodukten seit März 2013 verboten. In China dagegen sind sie vorgeschrieben. Ein riesiger Markt.

Kirsten Kulbach, Marketingleiterin Weleda:

"Weleda lehnt Tierversuche für Kosmetik grundsätzlich ab. Es gibt Produktbereiche, die von Tierversuchen heute befreit sind, das sind Seifen und Zahnpflege, und nur diese Produkte werden von uns auch nach China exportiert."

Verzicht auf Umsatz - der verantwortungsvolle Umgang mit Mensch und Natur steht bei Weleda an erster Stelle. Doch verkauft sich das Unternehmen in der Hinsicht auch gut genug?

Prof. Markus Voeth, Universität Hohenheim:

"Es passt zu dem Unternehmen und es passt auch zu der Marke, dass man das sehr dezent kommuniziert, und demzufolge also glaube ich nicht, dass man schlau beraten wäre, so etwas noch stärker in den Mittelpunkt der Kommunikation zu rücken, weil dann wiederum würde es von seiner Wirkung verlieren, weil der Kunde plötzlich überrascht wäre, dass von Weleda so laute Töne zu hören wären."

Fazit: Nachhaltigkeit ist mehr als nur eine Werbebotschaft, sie findet sich überall im Unternehmensalltag wieder.