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Kreditkarte oder Smartphone Digital bezahlen und wer davon profitiert

Beim Tanken, im Supermarkt oder für den Fahrschein: Immer mehr Menschen zahlen digital. Es geht einfacher und schneller, die Karte oder das Smartphone zu zücken als passende Münzen zu suchen.

Eine junge Frau will mit ihrer Kreditkarte in einem Einkaufshaus bezahlen.

Chic shoppen und digital bezahlen

Gespräch mit Lutz Heyser, SWR Wirtschaft und Soziales

Wo kann man inzwischen überall digital bezahlen?

Mittlerweile an mehr als 80.000 Bezahlterminals in Deutschland, heißt es. Tatsächlich kann man an vielen Tankstellen, beim Warenhaus Kaufhof und in vielen Supermärkten - etwa bei Aldi, Edeka, Rewe oder Netto - digital bezahlen. Jüngstes Kind in der Familie sind die beiden Elektronikmärkte Media-Markt und Saturn. Die sind Ende letzten Jahres dazugekommen und machen jetzt auch beim Online-Zahldienst der deutschen Banken "Paydirekt" mit.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat das Digitale Bezahlen im März als Schwerpunktthema und bietet zahlreiche Veranstaltungen vor Ort an. Infos gibt es auch auf der Homepage.

Auch bei der Bahn kann zum Beispiel die Fahrkarte per "Touch & Travel", also "Berühren und Reisen", gebucht werden. In Stuttgart oder Karlsruhe geht das mit einem Ticket für den Nahverkehr übers Handy mittlerweile ganz einfach. Man muss eben nur ein Mal die Bezahldaten hinterlegen - also ein Kundenprofil anlegen. Danach kann man damit einfach und bequem Fahrkarten kaufen.

Was haben die Geschäfte, die Bahn und Nahverkehrsunternehmen davon?

Der e-Tarif wird auf das gesamte VRN-Gebiet ausgeweitet

Tickets elektronisch bezahlen - in vielen Nahverkehrsgebieten möglich

Letztlich sparen sie sich durch das Digitale Bezahlen viel Aufwand und Kosten. Zum Beispiel das Aufstellen und Unterhalten von Fahrkartenautomaten. Kaufen immer mehr Leute ihren Fahrschein direkt übers Internet oder Smartphone, brauchen die Unternehmen entsprechend weniger Fahrscheinautomaten und können so sparen.

Auch für den Supermarkt hat es Vorteile: Die großen Mengen an Bargeld, die dort anfallen, müssen aufwendig gesammelt und per Sicherheitsdienst in die Bank gebracht werden. Wenn die Kunden ihre Waren übers Smartphone oder Internet bezahlen, landet das Geld direkt auf dem Konto des Supermarktes - der aufwändige Bargeldtransport fällt weg. Außerdem - das ist die heimliche Hoffnung - kaufen die Leute manchmal ein bisschen mehr und teurer ein, wenn sie ihre Finanzen weniger direkt im Blick haben.

Heißt das, am Ende wird es gar kein Bargeld mehr geben - nur noch digitales Bezahlen?

Würstchen und Bier werden mit einer Karte bezahlt.

Auch Kleinigkeiten mit Karte zahlen

Irgendwann könnte es so weit sein. In Schweden ist es heute fast schon so: Weil das Land so groß, aber dünn besiedelt ist, zahlen die Leute dort selbst kleine Beträge mit der Karte oder dem Handy. Bei uns in Deutschland wird es meiner Meinung nach aber noch dauern, bis es so weit ist. Die Deutschen sind im internationalen Vergleich eher Kartenmuffel und lieben das Bargeld.

Wenn man sich etwa in Amerika anschaut, wie das ständige Nutzen der Kreditkarte dazu führen kann, dass Leute finanziell den Überblick verlieren und sich verschulden, muss das gar nicht so schlecht sein, etwas zurückhaltender zu sein und lieber doch noch mit Bargeld zu zahlen.

Online: Heidi Keller

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