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SENDETERMIN Di, 9.4.2019 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Kontoführungsgebühren und Kostenfallen Die besten Tipps fürs Girokonto

Marktcheck rechnet nach

Zuletzt haben viele Banken die Gebühren für Girokonten drastisch erhöht. Unsere Finanzexpertin erklärt, wie ein Kontowechsel geht und worauf man dabei achten muss.

Preisunterschiede bei Girokonten

Die Preisunterschiede bei den Girokonten sind zum Teil sehr groß. Manche kosten mehr als 100 Euro im Jahr, andere sind gratis. Preise vergleichen lohnt sich daher auf jeden Fall. Dies soll in Zukunft auch ganz einfach möglich sein, denn die Bundesregierung bringt ein zertifiziertes Vergleichsportal auf den Weg, bei dem Kunden, die Kosten und Entgelte von Girokonten vergleichen können. Zeitlich ist sie dabei allerdings schon in Verzug. Bisher gibt es bereits Vergleichsportale im Netz, diese sind aber nicht zertifiziert. Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey kann keines der Portale uneingeschränkt empfehlen.

Eine erste Orientierung über die Kosten und Leistungen von Girokonten bietet ein aktueller Test von Stiftung Warentest. Neben den Entgelten für die Kontonutzung erheben manche Banken auch Entgelte für Überweisungen oder Geldabheben. Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey empfiehlt, ein Girokonto solle insgesamt nicht mehr als 60 Euro im Jahr kosten.

Direktbanken oftmals günstiger als Filialbanken

Eine junge Frau steht vor einem Geldautomaten mit einer Geldkarte in der Hand.

Direktbanken sind oftmals günstiger als Filialbanken, haben dafür aber meistens keine eigenen Geldautomaten.

Viele Banken bieten ein spezielles Onlinekonto an, das günstiger ist als das herkömmliche Konto. Dafür können die Kunden in der Regel ihre Bankgeschäfte auch nur noch online abwickeln und die Überweisung beispielsweise nicht mehr ohne zusätzliches Entgelt am Bankschalter in Auftrag geben. Wer es noch günstiger haben möchte, schaut sich nach Direktbanken um. Diese Banken haben in der Regel gar keine Filiale und keine eigenen Geldautomaten. Dadurch sparen die Geldinstitute Personal, wodurch die Entgelte für den Kunden günstiger sind.

Direktbanken eignen sich daher besonders für Menschen, die keinen Filialservice brauchen. Wer allerdings kein Onlinebanking möchte, für den ist eine Direktbank eher ungeeignet. Oftmals erheben Direktbanken Gebühren für klassische Filialleistungen wie Geldeinzahlen. Support gibt es in der Regel nur über einen Chat oder die Hotline der Direktbank.

Banken müssen Kunden informieren

Banken müssen ihre Kunden mindestens einmal im Jahr über die Kosten des Kontos informieren. Einige Kunden werden allerdings bis zum Ende des Jahres 2019 auf diese Information warten müssen. Eine erste Orientierung bietet auch der Blick auf die Kosten nach Ablauf eines Quartals. Zu den Kontoentgelten müssen manchmal noch Entgelte für EC- oder Kreditkarten hinzugerechnet werden.

Girokonto wechseln

Ein Girokontowechsel ist weniger aufwändig als viele Menschen denken: Daueraufträge und genehmigte Lastschrifteinzüge werden von der neuen Bank übernommen. Sowohl die neue als auch die alte Bank sind gesetzlich zur Kooperation verpflichtet. Die alte Bank übermittelt der neuen Bank alle Zahlungsaufträge der letzten 13 Monate, wodurch auch Stromrechnungen, Miete oder Mitgliedsgebühren in Vereinen übertragen werden. Der Kontowechsel läuft also quasi automatisch. Dennoch empfiehlt Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey das alte Konto noch bis zu drei Monate parallel zu betreiben, da immer mal Fehler passieren könnten.

In letzter Zeit haben mehrere Banken die Entgelte für ihre Girokonten erhöht. Dabei werden die Kunden über die höheren Tarife informiert. Was Sie tun können, wenn die Bank die Entgelte fürs Girokonto erhöht, finden Sie hier.


Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder

Filmautorin: Nina Rathfelder | Online: Thomas Oberfranz
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