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Neue Vorwürfe zu Abgasmanipulation bei Daimler „Autobauer sollen reinen Tisch machen“

In der Affäre um Manipulationen bei der Abgasreinigung von Dieselautos steht eine Mercedes-Baureihe unter neuem Verdacht. Wirtschaftsredakteur Lutz Heyser findet, Daimlers weiße Weste hat neue Flecken bekommen.

Die neuen Vorwürfe gegen Daimler beziehen sich auf die Abgasreinigung einiger GLK 220 CDI.

Die neuen Vorwürfe gegen Daimler beziehen sich auf die Abgasreinigung einiger GLK 220 CDI.

Noch ist es nur ein Anfangsverdacht. Das Kraftfahrtbundesamt KBA hat eine – aus Sicht seiner Experten zumindest auffällige – Softwarefunktion bei rund 60.000 Diesel-Sportgeländewagen entdeckt und will vom Stuttgarter Autobauer Daimler wissen, was es damit auf sich hat. Dazu wurde Anfang April ein offizielles Anhörungsverfahren eingeleitet. Daimler hat nun noch bis Ende des Monats Zeit, darauf zu antworten und seine Sicht der Dinge darzustellen.

Ein Kommentar von Lutz Heyser, SWR Aktuelle Wirtschaft

Lutz Heyser

Lutz Heyser, SWR-Wirtschaftsredaktion

Daimler-Mitarbeiter weisen in jedem Gespräch fast mantra-artig darauf hin: Es gilt die Unschuldsvermutung für den Stuttgarter Autobauer. „Wir haben beim Thema Diesel nicht betrogen und werden es nicht tun.“ Diese Aussage von (Noch-)Daimler-Boss Dieter Zetsche – aus dem Jahr 2015 –, sie hat aus Sicht des Konzerns auch weiterhin Bestand.

Allerdings: Daimlers weiße Weste hat weitere Flecken bekommen. Oder anders: An der angeblich so blütenweißen Weste des Autobauers gibt es doch immer mehr Zweifel. Über eine Million Mercedes-Diesel-Autos wurden allein in Deutschland mittlerweile in die Werkstätten zurückgerufen. Teils zwangsweise, teils als „freiwillige Service-Maßnahme“, wie es der Autobauer nennt. Es gibt Ermittlungen, Anordnungen und Verfahren, Widersprüche. Das ist schlecht für den Autobauer, für seine Kunden und auch für seine Mitarbeiter.

Daimler steht erneut in der Kritik um Manipulationen bei der Diesel-Abgasreinigung.

Daimler steht erneut in der Kritik um Manipulationen bei der Diesel-Abgasreinigung.

Und es trifft den Konzern: Im Mai wechselt bei Daimler der Chef – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Was also tun? Daimler scheint jedenfalls zum juristischen Weiterkämpfen entschlossen – und damit auf absehbare Zeit auch beschäftigt. Das ist keine gute Nachricht in Zeiten, in denen die deutsche Automobilindustrie, und allen voran Daimler, eine Riesen-Transformation zu bewältigen hat.

Noch ist es zu früh, ein Urteil über Daimler zu sprechen. Vollkommen klar! Aber einen Wunsch hätte ich als Autofahrer dann doch an die Branche und die Autobauer: Macht endlich reinen Tisch! Seid offen, ehrlich und transparent. Damit wir Euch endlich wieder vertrauen können.