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Instant Payments bei Sparkassen im Südwesten Echtzeit-Überweisungen manchmal teuer

Manche Banküberweisungen dauern immer noch Tage. Für Millionen Sparkassenkunden gibt es jetzt Turbo-Überweisungen. Die Gebühren in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind unterschiedlich.

Ein Sparkassenlogo hängt an der Fassade einer Berliner Sparkassen-Filiale.

Bislang ist es in der Bankenbranche üblich, Überweisungen zu sammeln und dann stapelweise abzuarbeiten.

Fragen an SWR-Wirtschaftsredakteur Tobias Frey

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Instant Payments", zu deutsch "Echtzeit-Überweisung"?

Ein Vordruck für SEPA-Überweisungen mit der internationalen Kontonummer IBAN wird am 14.01.2014 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) ausgefüllt.

Seit November sind in Europa Überweisungen von Konto zu Konto binnen Sekunden technisch möglich. Bald auch für viele Sparkassen-Kunden.

Das sind Überweisungen, die wirklich in Echtzeit übertragen werden. Das bedeutet, das Geld ist innerhalb von Sekunden beim Empfänger. Vorausgesetzt, auch er oder sie ist bei einer Bank, die diese superschnellen Überweisungen anbietet. Wenn das der Fall ist, dauert es tatsächlich nur fünf bis zehn Sekunden, bis das Geld übertragen ist.

Das ist der große Unterschied zu den bislang üblichen Standard-Überweisungen: Die werden von den Banken nach und nach abgearbeitet, und deshalb dauert es auch mal ein paar Tage, bis das Geld vom eigenen Konto abgebucht und dem Empfängerkonto gutgeschrieben wird.

Wozu sind solche Sekunden-Überweisungen sinnvoll?

Eine Frau sitzt mit einer Kreditkarte vor einem Notebook

In Echtzeit überweisen geht nur mit Online-Banking.

Nützlich sind Instant Payments für alle zeitkritischen Rechnungen. Wenn ich etwa vergessen habe, den Handwerker zu bezahlen oder wenn ich als Unternehmer die Rechnung für die neuen Schreibtische verschwitzt habe, kann ich nun innerhalb von Sekunden das Geld überweisen und spare mir dadurch eventuell anfallende Mahnkosten.

Auch bei Einkäufen im Netz kann es sich lohnen: Der Verkäufer muss nicht mehr tagelang abwarten bis er sein Geld tatsächlich hat und schickt die Ware erst dann raus. Sondern er kann mir zum Beispiel meine bestellten Schuhe sofort nach Zahlungseingang zukommen lassen, also binnen Sekunden versenden.

Das Gleiche gilt auch für den Autokauf oder -verkauf: Wenn der Käufer eine Überweisung zusagt, kann er zum Beispiel auch in Echtzeit überweisen. Allerdings gilt bislang eine Obergrenze von 15.000 Euro für solche Instant-Payments-Zahlungen.

Welche Kosten sind bei den Sparkassen in Rheinland-Pfalz mit einer Echtzeit-Überweisung verbunden?

Logo am Firmenkunden-Center der Sparkasse.

In Europa sind seit dem 21. November 2017 die "SCT Inst" genannten schnellen Überweisungen möglich.

Das wird von den Banken bislang noch sehr unterschiedlich gehandhabt. Denn jede Sparkasse kann selbst entscheiden, wie hoch ihre Gebühren für diesen Service sein sollen. Es kommt also tatsächlich sehr darauf an, bei welcher Sparkasse ich selbst Kunde bin.

In Rheinland-Pfalz erheben zum Beispiel die Stadtsparkasse Kaiserslautern und die Sparkasse Koblenz pro Turbo-Überweisung 50 Cent an Extra-Gebühr. Wohingegen die Kreisparkasse Vulkaneifel mit Sitz in Daun keine Extra-Gebühren einführen, denn deren Kunden sollen die neue Überweisungsform fleißig testen.

Wie viel Extra-Gebühren fallen bei den Banken in Baden-Württemberg an?

In Baden-Württemberg wird die Sparkasse Karlsruhe Echzeit-Überweisungen ohne zusätzliche Gebühren für den Privatkunden anbieten, ebenso wie die Kreissparkasse Heilbronn und die Kreissparkasse Reutlingen. Teuer wird es hingegen bei der Sparkasse Offenburg/Ortenau. Hier sollen 3 Euro pro Vorgang erhoben werden, teilte die Bank auf SWR-Anfrage mit. Die Kreissparkasse Biberach will für jede Echtzeit-Überweisung 2,50 Euro an Gebühren erheben.

Andere Banken werden bei den Echtzeit-Überweisungen bald nachziehen: Bei der Deutschen Bank sollen sie im November eingeführt werden, bei den Volksbanken- und Raiffeisenbanken soll es Ende 2018, spätestens Anfang 2019, so weit sein. Die Frage, ob diese Banken Extra-Gebühren verlangen, ist noch offen.

Online: Lutz Heyser