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Handwerk in Baden-Württemberg Frischfleischtheke nur mit Fleischermeister

Supermärkte dürfen Frischfleischtheken auch weiterhin nur dann betreiben, wenn sie einen Fleischermeister beschäftigen. Das hat der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof bestätigt.

In einer Fleischtheke liegen viele verschiedene marinierte Fleischsorten nebeneinander, welche gerne zum Grillen verwendet werden.

Für Fleischtheken in Supermärkten muss ein Fleischermeister verfügbar sein.

Vor Gericht geklagt hatte eine Handelsgesellschaft, die unter anderem zwei Supermärkte in Baden-Württemberg betreibt. Die beiden Märkte hatten an der Frischetheke jahrelang Fleisch und Wurst an Kunden verkauft, ohne dass dort ein Fleischermeister beschäftigt war.

Ihr Argument: Die meisten Fleisch- und Wurstwaren würden schon fertig vorportioniert am Supermarkt angeliefert. An der Servicetheke selbst würde nicht geschlachtet, die Waren würden höchstens noch zerhackt, aufgeschnitten, mariniert oder mit Gewürzmischungen vermischt. Und eben das habe wenig mit dem zulassungspflichtigen Fleischerhandwerk zu tun - deshalb sei auch kein Meister nötig.

Fleischermeister erfüllen hohe Anforderungen

Ein Mann an der Fleischtheke im Supermarkt.

Wo Verbraucher zu abgepacktem Fleisch greifen, braucht es keinen Metzgermeister.

Die Mannheimer Richter am Verwaltungsgerichtshof sehen das anders: Ihrer Ansicht nach muss die Fleischtheke grundsätzlich von einem Meister geleitet werden, dessen Berufsbild höhere Anforderungen mit sich bringt: Wer Frischfleisch verkauft, braucht ihrer Meinung nach Kenntnisse in Chemie, Biochemie und Bakteriologie des Fleisches.

Außerdem müsse er sich mit den einschlägigen Gewerbe- und Hygiene-Vorschriften auskennen. An der Frischetheke nur Fleischfachverkäuferinnen zu beschäftigen, sei darum nicht ausreichend. Damit bestätigt der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof nicht nur eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Sigmaringen, sondern auch die bisherige Praxis für Frischfleisch-Theken in Supermärkten.

Von Sina Rosenkranz, SWR Aktuelle Wirtschaft | Online: Heidi Keller