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Google Pay bekommt Konkurrenz Bezahldienst Apple Pay startet in Deutschland

Das mobile Bezahlen kommt in Deutschland weiter voran: Nun startete auch der US-Konzern Apple seinen Bezahldienst Apple Pay, vier Monate nach dem Konkurrenten Google.

Ein Apple Pay Service Logo wird zusammen mit anderen wichtigen Logos für Zahlungsdienste an einer Kasse in einem Apple Store angezeigt.

Apple Pay können Besitzer von neueren iPhones und Apple Watches ab sofort beim Einkaufen nutzen - allerdings machen längst nicht alle Händler mit.

Fragen an Tobias Frey, SWR Aktuelle Wirtschaft

Ist der Start von "Apple Pay" nun der Durchbruch fürs bargeldlose Bezahlen?

Ich bin skeptisch, dass es da den ganz großen Durchbruch gibt. Natürlich werden in den kommenden Jahren mehr Menschen mobil bezahlen als heute, da es immer mehr Möglichkeiten dazu gibt. Aber wir Deutschen sind nach wie vor einfach riesengroße Bargeld-Fans. Bei einer Umfrage der Bundesbank Anfang des Jahres sagten fast 90 Prozent der Befragten, dass sie auch in der Zukunft immer noch mit Bargeld bezahlen möchten.

Jeder von uns hat im Schnitt 107 Euro bar im Geldbeutel - das ist in keinem anderen Euroland so. Viele sagen zudem, dass es für sie einfach bequemer ist, bar zu zahlen. Denn viele kennen sich der Technik auch nicht so aus, dass heißt sie wissen nicht genau, wie man sein Smartphone dazu einrichten muss und dass man überhaupt damit mobil bezahlen kann.

Worin besteht der Unterschied zwischen "Apple Pay" und "Google Pay"?

Ein Gast demonstriert mit einem Smartphone und der App des neuen Bezahldienstes Google Pay in einem Café das Bezahlen mit dem Handy.

Bereits im Juni hatte Google sein Bezahlsystem in Deutschland eingeführt.

Die Unterschiede sind nicht riesig. Denn beide Bezhalsysteme arbeiten mit zahlreichen Partnern im Handel zusammen. Egal, ob Media Markt, LIDL oder Aldi – bei fast allen großen Ketten können Kunden entweder mit Google Pay oder seit heute eben auch mit Apple Pay bezahlen.

Natürlich haben beide Anbieter unterschiedliche Banken als Partner mit dabei. Bei Apple sind es zum Beispiel die Deutsche Bank und die Hypo Vereinsbank, bei Google ist es die BW Bank oder auch die Commerzbank. Aber es schenkt sich nicht so viel zwischen den beiden Anbietern, es ist eher die Frasge ob ich ein Android-Smartphone habe oder ein Apple-iPhone besitze.

Wie funktioniert das mobile Bezahlen überhaupt grundsätzlich?

Karten-Symbole-Symbole für die Anwendung Apple Maps auf der neuen Bedienleiste eines MacBook Pro.

Einkaufen, Essen, Reisen - bezahlt werden soll all dies künftig bargeldlos.

Eigentlich funktioniert das mobile Bezhalen ganz einfach: Ich muss zuerst meine Kreditkarte oder meine Girokarte mit meinem Smartphone verknüpfen. Das geht häufig per App, bei den Sparkassen ist es zum Beispiel die "Mobiles Bezahlen"-App.

Wenn ich das gemacht habe, kann ich im Supermarkt einfach kurz mein Smartphone an das Kartenlesegerät halten und so meinen Einkauf bezahlen. Ich muss dafür meistens nicht mal meine PIN eingeben oder eine App öffnen, das geht wirklich automatisch.

Wie sieht es bei der Sicherheit aus, viele Deutsche haben hierbei Bedenken?

A Demonstration on how the new Apple Pay works

Daumen drauf und los geht´s - das bargeldlose Bezahlen soll einfach und schnell funktionieren.

Die Anbieter werben alle damit, dass das mobile Bezahlen bei ihnen sehr sicher sei. Alle Daten wären geschützt bei der Übertragung, heißt es, und es sollen bei den meisten Anbietern auch keine Daten gespeichert werden. Damit erst gar kein Einkaufsprofil von mir erstellt werden kann.

Ob das allerdings auch wirklich so ist, da bin - und es sind auch viele Datenschützer - eher skeptisch. Ganz generell empfiehlt etwa die Verbraucherzentrale, dass wir unsere Abrechnungen beim bargeldlosen Bezahlen regelmäßig überprüfen. Zudem sollten wir auch immer die Gerätesoftware des Smartphones auf dem neuesten Stand halten und zusätzlich auch einen Virenscanner aktivieren. Denn dann wird es für Hacker zumindest mal schwieriger, sich unerlaubt Zugriff auf unser Smartphone zu verschaffen.

Online: Lutz Heyser