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Gesundheitsgefahr Plastik-Spielzeug Keine Panik vor Bade-Enten

Jedes Kind spielt gern mit Quietsche-Entchen. Auch mancher Erwachsene sammelt die gelben Plastikfiguren. Eine Untersuchung zeigt: Das Innere der weichen Spielsachen kann hässlich sein.

Im Inneren von Badeenten offenbart sich ein schleimiger Film aus Bakterien und Pilzen.

Im Inneren von Badeenten offenbart sich ein schleimiger Film aus Bakterien und Pilzen.

Sie sind klein, meist gelb und wahre Keimschleudern, die Quietsche-Entchen für die Badewanne. Das haben Wissenschaftler des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag gemeinsam mit Forschern der Universität Illinois nun belegt.

Grundlage für die Studie waren Entchen aus Haushalten

Die Forscherin Lisa Neu schneidet eine Badeente auf, um ihr Inneres zu untersuchen.

Die Forscherin Lisa Neu schneidet eine Badeente auf, um ihr Inneres zu untersuchen.

Aber wie gefährlich sind die Keime in den Entchen? Das wollten die Wissenschaftler herausfinden und haben dafür Bade-Enten aus normalen Haushalten gesammelt, aber auch neue Enten gekauft.

Diese haben sie sowohl in sauberem, als auch in verschmutztem Wasser gebadet. Die Enten wurden hinterher in zwei Hälften geschnitten und die Rückstände untersucht.

Mikrobiologin Lisa Neu, die Hauptautorin der Studie, hat in allen Proben eine Schleimschicht festgestellt, die sie und ihre Kollegen näher untersucht haben. Darin fanden sich Bakterien und Pilze in einer Konzentration von fünf bis 75 Millionen Zellen pro Quadratzentimeter. Die Forscherin spricht von normalen Trinkwasserbakterien bis hin zu potentiellen Krankheitserregern.

Keime in Bade-Enten könnten Infektionen auslösen

So sieht der Schleimfilm innerhalb des Plastikkörpers unter dem Mikroskop aus.

So sieht der Schleimfilm innerhalb des Plastikkörpers unter dem Mikroskop aus.

Die Keimbelastung war bei den Entchen besonders hoch, die unter reellen Bedingungen im Wasser schwammen - also mit Schmutz, Hautschuppen und Seifenrückständen.

Eine Nährstoffquelle für Bakterien sind auch manche Kunststoffe selbst - minderwertige Polymere, erklärt Lisa Neu. Sie spricht von einer potentiellen Gesundheitsgefahr.

Wer sich Wasser aus dem Inneren einer Bade-Ente ins Gesicht spritze, könne eine Augeninfektion riskieren oder beim Verschlucken eine Durchfallerkrankung bekommen.

Experten raten: Plastik-Enten regelmäßig auskochen

Kaum jemand ahnt, dass Badeenten ein wenig hygienisches Innenleben führen.

Kaum jemand ahnt, dass Badeenten ein wenig hygienisches Innenleben führen.

Die Mikrobiologin rät dazu, Bade-Enten regelmäßig abzukochen, um das Risiko für Erkrankungen klein zu halten. Es gebe auch Entchen, die kein Loch hätten, durch das Wasser ins Innere eindringen könne - damit gebe es auch keinen Nährboden für Bakterien und Pilze.

SWR-Umweltredakteur Axel Weiß ergänzt, man könne die Enten auch mit Gebissreiniger ausspülen. Außerdem sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht an den Plastiktierchen nuckelten - wegen der Weichmacher in dem Material.

Autoren: Dietrich Karl Mäurer, ARD-Korrespondent Zürich und Axel Weiß, SWR Umwelt und Ernährung / Online: Jutta Kaiser