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Eine für Borreliose typische Rötung nach einem Zeckenbiss.

Zecken So können Sie Infektionen erkennen

Typische Anzeichen von Borreliose oder FSME

In der Regel spürt man den Stich einer Zecke erst mal überhaupt nicht, denn die Blutsauger sondern gleich zu Beginn ihres Stechens aus ihren Speicheldrüsen eine Art Betäubungsmittel ab. Wichtig ist es daher, seinen Körper auf Zecken abzusuchen. Insbesondere wenn man eine Zecke erst später entdeckt, gilt es, auf Krankheitssymptome zu achten.

Typische Anzeichen für eine Borreliose

Die Borreliose-Bakterien sitzen im Darm der Zecke und wandern erst durch mehrstündiges Saugen der Zecke in die Stichwunde.

Wanderröte: Haben es die Borrelien in die Wunde des Opfers geschafft, reagiert unser Immunsystem in der Regel mit einer Entzündungsreaktion. Auf der Haut ist dann um die Einstichstelle eine Rötung zu sehen. Da sich die Borrelien in der Haut kreisförmig ausbreiten, wandert auch die Entzündung mit. Meist sieht man einen roten Fleck, der immer größer wird und dabei in der Mitte schon wieder verblasst - die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Dieses Symptom tritt fast immer auf, aber in unterschiedlichen Ausprägungen und kann leicht übersehen werden. Das muss nicht schlimm sein, denn oft werden die Borrelien von der körpereigenen Abwehr entdeckt und vernichtet. Die Borreliose heilt dann von selbst und unbemerkt aus.

Kopf: Gelingt es dem Immunsystem aber nicht, die Borrelien zu vernichten, können sie verschiedene Organe befallen und so massive Probleme verursachen. Erste Symptome können Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen sein.

Herz und Nervensystem: Im zweiten Stadium, das wenige Monate nach dem Zeckenstich eintritt, verstärken sich die grippeähnlichen Symptome. Außerdem greifen die Borrelien das Nervensystem an. Es kommt beispielsweise zu einer Hirnhautentzündung oder Lähmungserscheinungen. Auch das Herz kann betroffen sein. In diesem Fall können Herzrhythmusstörungen auftreten.

Gelenke: Phase 3 ist das schwerste Stadium der Borreliose-Infektion. Typisch dafür sind Entzündungen einzelner oder mehrerer Gelenke, häufig ist das Knie betroffen. Diese Symptome treten allerdings erst Monate oder sogar Jahre nach dem Stich auf.

Aber Vorsicht: Die Symptome einer Borreliose-Infektion nach einem Zeckenstich sind nicht immer gleich. Nicht immer kommt es zur Wanderröte (Erythema migrans) und einige der Borreliose-Symptome treten erst Monate oder Jahre später auf. Die schnelle Entdeckung der Borrelien-Infektion ist jedoch wichtig.

Wer nicht sicher ist, ob er sich infiziert hat, sollte nach einem Zeckenstich zum Arzt gehen. Der sollte anhand der Symptome herausfinden, ob es eine Borreliose sein kann oder nicht, was jedoch nicht leicht ist. Die oft angebotenen Bluttests (IgG-Antikörper-Tests) fallen in den ersten vier bis sechs Wochen oft negativ aus, da die Immunantwort sich langsam aufbaut und sich die Antikörper so am Anfang nicht immer nachweisen lassen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass ein Arzt eine Infektion übersieht. Beobachten Sie Ihren Körper daher genau und veranlassen sie gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt einen erneuten Test.

Gegen Borreliose gibt es wirksame Antibiotika. Wenn eine Borreliose erkannt wird, kann sie gut therapiert werden. Wenn man schnell handelt, bleiben die Folgen daher oft begrenzt.

Typische Anzeichen für eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

FSME-Viren werden direkt beim Stich übertragen, da sie im Speichel der Zecke sitzen. Aber nur etwa 30 Prozent der mit FSME-Infizierten bemerken überhaupt Symptome. Und

Prof. Sebastian Rauer, Neurologe, Uniklinik Freiburg:
"Das tückische an der FSME ist, dass es da einen großen Teil – bis zu 30, 40 Prozent – schwere Verläufe gibt, mit Entzündungen des Rückenmarkes, des Gehirns. Hier kann es zu Lähmungen, zu Atemstörungen, zu Bewusstseinsstörung bis hin zum Tod und zu dauerhaften schweren Behinderungen kommen. Wenn man sich einmal infiziert hat, gibt es keine Therapie, keine ursächliche Therapie, die den Erreger im Körper vernichten kann."

Grippeähnliche Symptome: Die ersten Anzeichen zeigen sich im Durchschnitt sieben Tage bis drei Wochen nach dem Zeckenbiss und halten etwa eine Woche an. Der Betroffene verspürt dabei grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchweh. Diese erste Phase der FSME dauert etwa zwei bis vier Tage an. Bei über 90 Prozent der Erkrankungen ist damit auch schon alles überstanden.

Zentrales Nervensystem: Bei jedem zehnten Infizierten kommt es jedoch zu einer zweiten Erkrankungsphase und zwar nach einem zunächst beschwerdefreien Zeitraum von ein bis drei Wochen. Erst dann bemerkt der Infizierte, dass das FSME-Virus das zentrale Nervensystem befallen hat. Der Verlauf der Erkrankung hängt dann davon ab, welche Teile des Nervensystems infiziert werden. 50 Prozent der Infizierten bekommen eine reine Hirnhautentzündung. Diese äußert sich mit heftigen Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Übelkeit und Nackensteife.

Hirn und Rückenmark: Bei jedem zweiten ist aber zusätzlich noch das Hirn von FSME betroffen. Dann kommen Lähmungen und Bewusstseinsstörungen dazu. Noch schlimmer wird es, wenn zu Hirnhaut und Hirnentzündung auch noch das Rückenmarkgewebe angegriffen wird. Das führt zu Symptomen ähnlich wie bei einer schweren Kinderlähmung.

Lassen Sie sich impfen!

Der einzig wirksame Schutz ist eine FSME-Impfung. Sie gilt als gut verträglich und wird von den Kassen bezahlt. Im Südwesten empfehlen die Gesundheitsbehörden die Impfung dringend. Rheinland-Pfalz hat nur wenige Risikogebiete – Baden-Württemberg dagegen ist flächendeckend ein Risikogebiet.