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Gamescom in Köln Zocken ist in - Milliardenmarkt Computerspiele

Die Computerspielbranche ist mittlerweile zu einem riesigen Wirtschaftsfaktor geworden und auch Entwicklerstudios aus dem Südwesten mischen auf dem Markt mit.

Computerspiele werden immer beliebter

Computerspiele werden immer beliebter: Laut einer Studie spielt mittlerweile jeder Zweite in Deutschland.

Fragen an Tobias Frey, SWR Aktuelle Wirtschaft

Wie groß ist die Computerspielbranche in Deutschland?

Gamescom in Köln

Bei der Gamescom in Köln stürmen jedes Jahr hunderttausende Computerspieler die Hallen.

Der Games-Markt ist seit Jahren auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr setzte die Branche hierzulande mehr als 3,3 Milliarden Euro um - so viel wie noch nie. Damit hat die Computerspielindustrie zum Beispiel die Musikbranche abgelöst.

Auch in diesem Jahr sieht es nach neuen Rekorden aus: Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor allem Spiele für Smartphones und Tablets werden immer beliebter, da gab es Steigerungen von mehr als 40 Prozent.

Allerdings bleiben nicht einmal sechs Prozent des Umsatzes in Deutschland. Das Geld wandert ins Ausland zu den großen Herstellern in den USA, Kanada oder Frankreich.

Deshalb macht sich der Spieleverband "Game" seit Jahren für eine Förderung von Computerspielentwicklern stark. Der Bund müsse endlich aktiv werden und die heimischen Hersteller stärker unterstützen, sagt der Verband.

Wie sieht es in Sachen Jobs aus?

Die Spieleschmiede Blue Byte aus Mainz

In den vergangenen Jahren fanden immer mehr Menschen den Weg in die Games-Branche.

Da hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Mittlerweile arbeiten fast 30.000 Menschen in der deutschen Games-Branche - zum Beispiel Programmierer, Game-Designer, Grafiker oder auch Musiker.

Viele Menschen sind allerdings immer noch Quereinsteiger und deshalb reagieren immer mehr Hochschulen und Universitäten. Sie bieten spezielle Studiengänge an und bilden damit für die Computerspielbranche aus. Zum Beispiel gibt es entsprechende Studiengänge an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, an der Hochschule Kaiserslautern oder auch an der Hochschule Worms.

Auch auf politischer Ebene unterstützen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Spieleentwickler und sorgen so für neue Jobs. So gibt es zum Beispiel in Rheinland-Pfalz seit 2015 die Initiative "Game Up!". Die Landesregierung setzt sich hier für die Förderung ein und versucht, Spieleentwickler zu vernetzen. Auch in Baden-Württemberg können sich Entwicklerstudios über finanzielle Unterstützung freuen. Denn die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg investiert nicht mehr nur in Filme, sondern seit einiger Zeit auch in Computerspiele.

Welchen Stellenwert hat der Südwesten im bundesweiten Vergleich?

Die Giana-Sisters-Reihe des Offenburger Entwicklerstudios Black Forest Games

Sehr beliebt in der Branche ist die Giana-Sisters-Reihe des Offenburger Entwicklerstudios Black Forest Games.

Ich würde sagen, dass Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im soliden Mittelfeld stehen. Es gibt hier schon einige größere Unternehmen, die deutschlandweit eine wichtige Rolle in der Branche spielen.

Große Unternehmen in Rheinland-Pfalz sind zum Beispiel die "Kalypso Media GmbH" in Worms oder auch "Blue Byte" mit einem Standort in Mainz. Der Hersteller wurde vor allem durch die "Siedler"-Reihe und die "Anno"-Serie bekannt. Von den Aufbauspielen wurden mittlerweile fast 20 Millionen Exemplare verkauft. Aber auch kleinere Studios wie zum Beispiel "Grimbart Tales" aus Kaiserslautern wachsen immer weiter.

In Baden-Württemberg sind es vor allem zwei Unternehmen, die überregional bekannt sind - die beiden Karlsruher Firmen "Gameforge" und "Flaregames". Bei "Gameforge" arbeiten in Karlsruhe mehr als 300 Menschen, das Unternehmen hat sich auf Online-Spiele fokussiert. "Flaregames" beschäftigt an den Standorten Karlsruhe und Frankfurt gut 140 Mitarbeiter. Die Firma entwickelt vor allem Spiele für das Smartphone oder für Tablets. Aber auch in Baden-Württemberg gibt es viele kleine Entwicklerstudios, die immer wieder Erfolge feiern. Das Ludwigsburger Studio "Fizbin" ist zum Beispiel 2014 mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet worden - für das Rätselspiel "The Inner World". Und die Entwickler von "Black Forest Games" aus Offenburg sind mit der "Giana-Sisters"-Reihe sehr erfolgreich.

Bei der weltgrößten Computerspielmesse Gamescom in Köln präsentieren sich bis Samstag, 25. August, rund 1.000 Aussteller. Erwartet werden mehr als 350.000 Besucher, die sich hier über neue Trends und Spiele informieren.

Online: Tobias Frey