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Feldhasen-Bestand stabilisiert sich Langohren fühlen sich im Südwesten wohl

Vor 50 Jahren gab es noch bis zu zehnmal mehr Feldhasen in Deutschland als heute. Dennoch hat sich der Bestand einigermaßen stabilisiert - besonders im Südwesten.

Hasenohren schauen aus hohem Gras

Früher gab es noch wesentlich mehr Hasen.

Im vergangenen Frühjahr haben Jäger durchschnittlich elf Feldhasen pro Quadratkilometer auf Wiesen und Feldern in Deutschland gezählt. Nach einem Einbruch im Jahr 2016 hat sich die Lage wieder etwas stabilisiert. Das geht aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder hervor.

Hase versus Kaninchen: Hasen und Kaninchen sind äußerlich leicht zu unterscheiden. Feldhasen sind groß und schlank und wiegen vier bis sechs Kilogramm. Wildkaninchen wiegen dagegen nur etwa zwei Kilo, sind gedrungener und haben vergleichsweise kurze Ohren. Beide Arten gehören zur Familie der Hasenartigen (Lagomorpha). Hasen werden mit Fell und sehend geboren. Kaninchen kommen dagegen nackt und blind auf die Welt. Hasen sind in der Regel Einzelgänger, Kaninchen leben in Kolonien. Hasen lassen sich außerdem nicht in Gefangenschaft halten.

Rheinland-Pfalz über dem Durchschnitt

In Rheinland-Pfalz gibt es mit 15 Tieren pro Quadratkilometer überdurchschnittlich viele Hasen. Dass es wieder mehr Hasen gebe, liege auch daran, dass das vorletzte Jahr für Feldhasen ein besonders schlechtes gewesen sei, so Diether Klein, Sprecher des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz. In besonders kalten und feuchten Frühjahren würden viele Jungtiere nicht überleben.

Viele Hasen im Großraum Stuttgart

In den südwestdeutschen Mittelgebirgen wurden zwölf Hasen pro Quadratkilometer gezählt - in diese Kategorien fallen große Teile Baden-Württembergs. Besonders im Großraum Stuttgart fühlen sich die Mümmelmänner besonders wohl.

Feldhase auf der Wiese

Feldhasen finden in der intensiven Landwirtschaft wenig Futter und Verstecke.

Die Zahl der geschossenen Feldhasen war im vergangenen Jagdjahr aber trotzdem so niedrig wie noch nie. Biologen schätzen, dass vor 50 Jahren bis zu zehnmal so viele Hasen in Deutschland lebten.

Hauptursache für den Rückgang ist die intensive Landwirtschaft. Große und im Frühjahr völlig offene Felder stellen eine Landschaftsstruktur dar, die für den Hasen ungünstig, aber für seine Feinde günstig ist, da sich die Tiere schlecht verstecken können. Außerdem finden sie nur noch wenige Wildkräuter zum Fressen. Naturschützer fordern deshalb, weniger Pestizide einzusetzen.

Von Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Sola Hülsewig