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Erste Wasserstoff-Tankstelle in Rheinland-Pfalz Ein weiterer Schritt für mehr Wasserstoff-Autos

Seit Dienstag gibt es in Koblenz die erste Wasserstoff-Tankstelle in Rheinland-Pfalz. Bis zu einem flächendeckenden Netz für die Autos ist es noch weit. Dabei bietet die Technologie viele Vorteile.

Erste Wasserstoff-Tankstelle in Rheinland-Pfalz

Deutschlandweit gibt es bislang erst 50 Wasserstoff-Tankstellen. In Koblenz ist jetzt eine dazu gekommen.

Fragen an Claudia Bathe, SWR-Umweltredaktion

Warum gibt es nur so wenige Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland?

Es fehlen schlicht und einfach die Autos und damit die Nachfrage danach. In Deutschland sind zurzeit gerade einmal 330 Autos zugelassen, die mit Wasserstoff fahren. Das heißt, diese Fahrzeuge werden über eine Brennstoffzelle angetrieben, die den Wasserstoff in Strom umwandelt. Allerdings ist diese Technologie noch relativ teuer, etwa im Vergleich zu E-Autos mit Batterie. Ein Mittelklassewagen mit Wasserstoffantrieb kostet etwa 80 000 Euro.

Ein Mercedes-Benz B-Klasse Brennstoffzellenfahrzeug fährt am 17.06.2009 bei der offiziellen Eröffnung an der ersten Wasserstoff-Tankstelle in Baden-Württemberg am Stuttgarter Flughafen vor.

In Deutschland sind zurzeit gerade einmal 330 Autos zugelassen, die mit Wasserstoff fahren.

Um dieser Technologie überhaupt eine Chance zu geben, gibt es deshalb zurzeit eine Förderung durch den Bund. Außerdem haben sich der Wasserstoffhersteller Linde, das Ölunternehmen Shell, der Autohersteller Daimler und andere Unternehmen zusammengeschlossen, um das Netz an Tankstellen weiter auszubauen. Bis Ende 2018 soll es um die 100 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland geben, so zumindest das Ziel.


Welche Vorteile hat das Elektroauto mit Wasserstoff-Antrieb gegenüber dem Elektroauto mit Batteriespeicher?

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) fährt am 23.07.2015 in Stuttgart (Baden-Württemberg).

Einige Stadtwerke - wie hier in Stuttgart - nutzen für ihre Busse allerdings inzwischen die Wasserstoff-Technologie.

Gegenüber dem Elektroauto mit Batterie gibt es zwei entscheidende Vorteile: Ein Auto mit Brennstoffzelle ist in drei bis vier Minuten vollgetankt, bei einem Batterie-Auto brauche ich bis zu einer halbe Stunde dafür. Und ein Brennstoffzellen-Auto kann auch eine deutlich längere Strecke zurücklegen, so um die 400 Kilometer am Stück mit einer Tankladung. Manche E-Autos mit Batterie kommen da gerade einmal 150 Kilometer weit.

Viele Experten gehen deshalb davon aus, dass sich der Batterieantrieb und die Brennstoffzelle parallel zueinander entwickeln werden. Während das E-Auto mit Batterie vor allem für kurze Strecken in der Stadt geeignet ist, könnte die Brennstoffzelle für Langstreckenfahrer interessant werden oder auch als Alternative zum Diesel-LKW.

Daimler hat jetzt übrigens auf der IAA einen Mittelklassewagen vorgestellt, der mit einer Kombination aus Brennstoffzelle und Batterie betrieben wird. Der Preis ist zwar noch extrem hoch. Aber immerhin scheint sich in diese Richtung etwas zu tun.

Online: Lutz Heyser