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Erdüberlastungstag Ab heute gibt es keine Ressourcen mehr

Heute ist Erdüberlastungstag - das heißt, ab sofort verbraucht die Erdbevölkerung mehr Ressourcen, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Wir leben aus ökologischer Sicht weit über unseren Verhältnissen - und jeder Einzelne muss sein Verhalten ändern.

Kohlekraftwerk Scholven

Kraftwerke tragen maßgeblich zur CO2-Produktion auf der Erde bei.

Eine große Wohnung, in den Urlaub mit dem Flugzeug und ab und zu ein schönes Steak - der durchschnittliche Erdenbewohner verbraucht ganz schön viele Ressourcen wie Wasser, Energie und produziert fleißig CO2. Und zwar so viel, dass es knapp zwei Erden bräuchte, um den Verbrauch durch den Menschen zu kompensieren.

Wir leben also aus ökologischer Sicht weit über unseren Verhältnissen. Vor allem Industrieländer tragen dazu bei, dass mehr CO2 ausgestoßen wird, als die Ozeane und Wälder absorbieren können - durch Autos, Kraftwerke oder Nahrung. Der deutsche Erdüberlastungstag war übrigens schon Anfang Mai - wenn der Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung so groß wie in Deutschland wäre, bräuchten wir sogar drei Erden.

Konsum im Übermaß

Mehrere Rinder in einem Rinderstall

Rindfleisch zu essen produziert CO2 und verbraucht viel Wasser.

Im Schnitt isst jeder Deutsche im Jahr etwa neun Kilogramm Rindfleisch. Eins kostet die Erde schon knapp 30 Kilogramm CO2 und 15.000 Liter Wasser. Umweltverträglich sind etwa 2.000 Kilogramm CO2 pro Mensch und Jahr. Zurzeit sind es in Deutschland rund 11.000 Kilogramm.

Damit die Ressourcen der Erde sich wieder erneuern könnten, müsste sich das Konsumverhalten der Menschen drastisch ändern.

Was wir verbrauchen dürften, damit sich die Erde in einem Jahr regenerieren kann

  • Niemand dürfte mehr ein eigenes Auto haben, sondern müsste nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren - und auch das nur etwa 100 Kilometer pro Woche.
  • Auch Langstreckenflüge wären nie möglich. Um auf eine einigermaßen umweltverträgliche CO2-Bilanz zu kommen, wären wenige Stunden Flugzeit pro Jahr die absolute Obergrenze.
  • Bei der Nahrung müssten vorwiegend regionale Produkte gekauft werden - am besten unverpackt und ohne große Transportwege. Fleisch gäbe es sowieso nur zu besonderen Anlässen.
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Was wir maximal verbrauchen dürften


Erdüberlastungstag immer früher im Jahr

Ein Aktionsbündnis aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen fordert, den Ressourcenschutz endlich ernst zu nehmen. Denn bisher sei keine Trendwende bei der Ressourcenverschwendung in Sicht - im Gegenteil: Der Erdüberlastungstag rückt immer weiter nach vorne, die Ressourcen der Erde werden also immer schneller verbraucht - zu Lasten der Erde und künftiger Generationen. Umweltschützer geben auch zu bedenken, dass der Erdüberlastungstag sich nur auf Ressourcen bezieht, die theoretisch erneuerbar sind, wir Menschen aber auch nicht erneuerbare Ressourcen wie Erdöl und Erdgas, Metalle oder Gesteine nutzen, als gäbe es kein Morgen.

Den Erdüberlastungstag errechnet die Organisation "Global Footprint Network" anhand von Daten der Vereinten Nationen.