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Preiswert, nützlich, gut? Flecken aus Sofas entfernen

Irgendwann passiert es: Ein Fleck ist in das Sofapolster eingezogen. Welche Reinigungsmittel helfen?

Flüssigkeitsabweisende Stoffe

Wird am Couchtisch geschlabbert und landet das Getränk dann auf den Sitzmöbeln, so ist es bei Lederbezügen kein Problem - sie lassen sich einfach abwischen. Stoffbezüge haben häufig eine Imprägnierung, die das Eindringen der Flüssigkeit in den Stoff verhindern - oder zumindest verlangsamen soll. Während die Imprägnierung die Flüssigkeit aufhält, sollten Sie diese mit einem saugfähigen Lappen abtupfen und aufsaugen. Wichtig ist dabei, die Flüssigkeit nicht ins Polster zu reiben oder zu drücken. Auch sollten Flecken von außen nach innen abgetupft werden, um die Schmierage nicht weiter zu verteilen. Imprägnierungen halten in der Regel bis zu fünf Jahre. Danach kann die Oberfläche mit einem Spray neu imprägniert werden.

Ein Mensch krempelt sich grüne Putzhandschuhe um.

Wer die Handschuhe umkrempelt läuft nicht Gefahr, dass ihm das Putzwasser in die Ellenbeuge läuft.

Polsterreinigungsmittel im Praxistest

Ist es doch zu spät und hat sich ein Fleck auf dem Bezug bereits eingenistet - und blieben auch Versuche ihn mit Wasser zu entfernen erfolglos - hilft nur noch ein Polsterreinigungsmittel. Reporterin Eva Röder hat drei Produkte gekauft, die Gebäudereinigungsmeister Achim Wiehle für sie testet. Ein günstiger Aktivschaum für 2,91 Euro pro Liter aus der Drogerie und ein Spray für 7,50 Euro je Liter treten gegen eine teure Flüssigkeit für einen Sprühsauger an. Das Produkt kostet 19,99 Euro, das Gerät kann gratis dazu ausgeliehen werden. Bei Reinigungsarbeiten empfiehlt der Experte Handschuhe zu tragen. Werden diese noch umgeschlagen, besteht auch nicht die Gefahr, dass das Putzwasser in die Ellenbeuge läuft.

Zuerst testet Wiehle das günstige Mittel. "Also die Funktionsweise ist die, dass man dieses Produkt aufsprüht auf die verschmutzte Stelle oder auf die ganze Couch (...) und dieser Schaum löst quasi die Verschmutzung, schließt den ein und man kann es dann mit dem Tuch oder mit dem Staubsauger dann nachher raussaugen, nachdem das abgetrocknet ist", sagt der Experte. Nachdem der Aktivschaum zwei Stunden einwirken konnte, saugt der Gebäudereiniger ihn mit einem handelsüblichen Staubsauger auf. Zurück bleibt allerdings noch ein Schatten des Rote Beete-Flecks.

Drei Polsterreinigungsmittel stehen nebeneinander.

Ein Aktivschaum, ein Spray und ein Sprühsaugreiniger treten gegeneinander an.

Tenside und Seifen ziehen Schmutz an

Auch den mittelpreisigen Fleckentferner trägt Wiehle gemäß Herstellerangabe auf. "Was man hier jetzt gut sehen kann, ist, dass hier ja Schaum entsteht, wie bei dem Sprühreiniger auch. Und der Schaum entsteht dadurch, dass Tenside in diesem Reinigungsmittel drin sind. Die Tenside die halten sich hier an dem Stoff fest und wir reiben ja nachher nur drüber, wir spülen es nicht aus. Und die Tenside sitzen dann im Stoff und ziehen den Schmutz an, so dass hier sicherlich der Bereich, auch wenn er jetzt dann erstmal sauber ist, nach einem Viertel, halben Jahr, wird man hier sehen, dass sich hier wieder neuer Schmutz anlagert." Dieses Problem sei grundsätzlich bei Reinigern, die Seifen oder Tenside enthalten, gegeben. Verbraucher erkennen schon auf dem Etikett, ob Seifen oder Tenside im Reinigungsmittel enthalten sind, oder nicht. Der Reiniger schafft es, den Rote-Beete-Fleck zu entfernen. Bei einem zweiten Fleck, einem Ketchup-Fleck, bleibt allerdings ein Rand übrig.

Auf einem Polster wurden drei Fleckentferner miteinander verglichen. Links sieht man noch deutliche Rückstände, in der Mitte noch Fleckschatte und rechts den sauberen Stoff.

Die drei Reinigungsmittel im Vergleich. Nur der Sprühsauger konnte den Flecken vollständig entfernen.

Zum Schluss testet der Gebäudereinigungsmeister noch das teure Produkt, samt Sprühsauger. Zuerst wird die Polsteroberfläche eingesprüht, danach abgesaugt. Dies wird bei hartnäckigen Flecken mehrere Male wiederholt - und siehe da: alle Flecken sind rückstandlos beseitigt. Wir haben die Mittel nochmal im direkten Vergleich auf demselben Polster getestet. Jeweils an einem Rotwein und einem Remouladen-Fleck. Nur beim Sprühsauger blieben keine Flecken-Schatten.

Der Experte würde zum teureren Sprühsauger greifen, "weil nur dann gewährleistet ist, dass ich den Schmutz und das Reinigungsmittel auch wieder gut ausspülen kann", sagt Wiehle. Wer den Flecken nicht selbst entfernen möchte, kann auch eine spezialisierte Firma beauftragen. Die Reinigung eines Dreisitzers kostet etwa 130 Euro.