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Ausgesetzter Huskywelpe Illegaler Welpenhandel in der Region Homburg?

Kriminalreport Südwest

Ende Dezember findet die Polizei im Jägersburger Wald bei Homburg einen ausgesetzten Huskywelpe. Die Polizei bittet um Hinweise.

Am 30. Dezember findet die Polizei am Rande des Jägersburger Waldes nördlich von Homburg einen ausgesetzten Huskywelpen. Das Tier liegt in einer Transporttasche und ist vollkommen erschöpft. "Der Hund war in einem sehr schlechten Zustand. Der lag regungslos in dieser Transporttasche und atmete auch nur noch ganz leicht", sagt Kathrin Rohe von der Polizei Homburg.

Auf einer Karte des Saarlandes ist die Stadt Homburg markiert. Nördlich von Homburg ist ein Fundort markiert.

Der Husky wurde am Waldrand nördlich von Homburg im Saarland gefunden.

Die Beamten bringen den Huskywelpen in eine Tierklinik. Dort wird er eingehend untersucht: Äußerlich ist das Tier unversehrt, aber es ist dehydriert, unterernährt und kotverschmiert. Vermutlich lag der Husky schon länger im Wald. "Wir haben versucht, den Flüssigkeitshaushalt wieder zu verbessern. Wir mussten Wärme zuführen, weil das Tier sehr stark unterkühlt war. Danach haben wir spezifische Laboruntersuchungen durchgeführt, um zu sehen, was die Ursache für seine Erkrankung ist", sagt der Elversberger Tierarzt Dr. Alexander Pack, der den Welpen untersucht hatte.

Husky mit Parvovirose infiziert

Die Laborergebnisse bringen zu Tage, dass der Hund mit Parvovirose infiziert ist. Dieser Virusinfekt befällt vor allem Welpen, weil ihr Immunsystem noch schwach ist. Die Behandlung kostet bis zu 1000 Euro und ist nicht immer erfolgreich. Der Tierarzt geht davon aus, dass der Halter das Tier ausgesetzt hat, weil er sich die Behandlung nicht leisten wollte. Einen Tag nach der Einlieferung stirbt der Husky an den Folgen der Erkrankung.

Es gibt eine Parallele zu Huskywelpen, die im November in die Klinik gebracht wurden. Die Tiere wurden auf einem Weihnachtsmarkt in Homburg beschlagnahmt. Alle diese Tiere hatten Parvovirose, weswegen die Klinik davon ausgeht, dass es sich um einen illegalen Welpenverkauf handelt.

Auf einer Webseite ist ein Bild mit einer Frau zu erkennen, die drei Zwergspitze auf dem Arm hält. Rot eingekreist ist der danebenstehende Festpreis von 500 Euro.

Unseriöse Anzeigen erkennt man unter anderem an zu günstigen Preisen.

Unseriöse Anzeigen im Internet

Bei unseriösem Welpenhandel werden die Tiere fast immer im Internet angeboten. Zu Schleuderpreisen von zum Teil nicht einmal 500 Euro werden Trendhunde wie Möpse, Chihuahuas oder auch Zwergspitze verkauft. Seriöse Händler verlangen für solche Welpen in der Regel einen mehr als doppelt so hohen Preis. Die unseriösen Händler verdienen mit dem Handel dennoch Geld - den Preis dafür bezahlen die Tiere, die oftmals in Osteuropa in Massenhaltung und unter miserablen Bedingungen gezüchtet werden. Die Tiere kommen oftmals schon schwer krank in Deutschland an, wo sie verkauft werden.

Unseriöse Anzeigen erkenne man zum einen am sehr niedrigen Preis, "zum anderen ist der Hund weder geimpft noch gechipt und hat somit keine Ausweisdokumente", sagt Jana Hoger von PETA Stuttgart.

Polizei ermittelt wegen zwei Delikten

Im Fall des jungen Huskys aus Homburg ermittelt die Polizei Homburg jetzt wegen zwei Delikten: "Das Aussetzen eines Tieres stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die sogar mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann. Das Quälen eines Tieres stellt eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz dar.
Dem Täter drohen bis zu drei Jahre Gefängnis.", sagt Rohe.

Eine Tasche mit weißem Deckel und schwarzem Netz zum Transport für Hunde. Links wird die Tasche beschrieben, Marke: Trixi, Modell: T-Camp, Farbe: Blau-Beige.

Die Polizei bittet um Hinweise: Wer kennt diese Tasche?

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei bittet um Ihre Mithilfe bei der Suche nach dem Husky-Besitzer: Wer hat zwischen den Jahren auffällige Beobachtungen in diesem Waldstück bei Homburg gemacht? Der Huskywelpe lag in einer blau-beigen Transporttasche der Marke Trixi Modell T-Camp Farbe. Wer kennt diese Tasche oder jemanden, der an Weihnachten für kurze Zeit einen Husky hatte? Hinweise bitte an die Polizei Homburg unter der Telefonnummer 06841/1060. Die Tierschutzorganisation PETA hat für Hinweise, die zum Besitzer des Welpen führen, eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro ausgesetzt.

Tipps zum Welpenkauf

Wer einen Hund kaufen möchte, kann im Tierheim nach einem Tier schauen. Der Verband weist allerdings daraufhin, dass die Tiere eine Vorgeschichte haben. Die neuen Herrchen oder Frauchen sollten mit den Eigenheiten des Tieres dauerhaft umgehen können.

Ansonsten empfiehlt der Verband, ein Tier beim Züchter zu erwerben. Seriöse Züchter öffnen für interessierte Kunden auch die Türen. Dadurch können Interessierte sich selbst ein Bild von der Hundezucht machen. Außerdem beantworten Züchter auch gerne sämtliche Fragen und lassen sich dabei Zeit.

Sie sollten beim Besuch darauf achten, welchen Eindruck die Zuchthündin macht. Ist sie gesund und zufrieden? Sind die Welpen gesund, munter, aufgeschlossen und angstfrei? Wirkt die Zuchtstätte auf Sie sauber und gepflegt? Haben die Tiere Familienanschluss und Auslaufmöglichkeiten? Gute Züchter informieren sich auch, ob Sie für die Haltung eines Hundes geeignet sind. Zudem impfen und entwurmen Züchter ihre Tiere. Außerdem schließen seriöse Züchter einen schriftlichen Kaufvertrag mit Ihnen. Gütesiegel oder die Mitgliedschaft in einem Zuchtverband können weitere Qualitätsmerkmale sein.


Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder


Filmautorinnen: Melanie Britz, Elle Langer | Online: Thomas Oberfranz
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