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10.000 Euro Belohnung Wer ermordete Gerd Straten?

Kriminalreport Südwest

Der Wohnungslose Gerd Michael Straten wurde enthauptet. Obwohl die Polizei 10.000 Euro Belohnung ausgeschrieben hat, ist sein Mörder noch immer nicht gefasst.

7:43 min | Mo, 9.7.2018 | 20:15 Uhr | Kriminalreport Südwest | SWR Fernsehen

10.000 Euro Belohnung: Wer ermordete Gerd Straten?

Das ist passiert

Am Mittag des 23. März 2018 wird die Leiche von Gerd Michael Straten enthauptet im Pulverturm auf dem Koblenzer Hauptfriedhof aufgefunden.

Am Abend zuvor hat der Wohnungslose wie jeden Tag sein Lager in dem alten Festungsgebäude aufgeschlagen. Straten schläft alleine. Das könnte ihm zum Verhängnis geworden sein. Was passierte in der Nacht?

Hintergründe zu Gerd S.

Gerd Straten zieht 1979 von Köln nach Koblenz. Ab 1986 betreibt er in der Altstadt einen Kunst- und Rahmenladen. Ein Bekannter, ebenfalls Galerist, beschreibt ihn wie folgt: "Ein ganz schüchterner, zurückhaltender, lieber Mensch. Er ist immer zu jeder Ausstellung gekommen, hat seinen Kaffee getrunken und ist dann wieder weg."

Gerd S. steht vor einem Tresen in einem Café und lächelt

Wer könnte Gerd Straten etwas angetan haben?

Ende der 90er Jahre verliert Straten sein Geschäft, Schulden bleiben zurück. Ein Tiefpunkt, der sein Leben verändert. Der ehemalige Kunsthändler steigt aus und lebt von nun an auf der Straße. Er schläft meist auf dem Hauptfriedhof, wo es eine Toilette und ein Waschbecken gibt. Gerd Straten wird zum Einzelgänger.

Man merkt ihm nicht an, dass er auf der Straße lebt. Straten bekommt staatliche Unterstützung. Davon kauft er sich gesundes Essen aus dem Bioladen, trinkt Kaffee in verschiedenen Bistros. Er achtet auf sein Äußeres und besucht regelmäßig die Landesbibliothek. Jahrelang verbringt Gerd Straten hier ganze Nachmittage und liest stundenlang Zeitungen.

Zuletzt ist der 59-Jährige allerdings seltener in der Bibliothek. Auch andere Gewohnheiten ändert er und fängt offenbar an, Spielcasinos zu besuchen. Gerd Straten gilt aber weiterhin als friedseliger Mensch. Er trinkt kaum Alkohol und nimmt keine Drogen. Nur selten besucht er den Obdachlosentreff. Andere Wohnungslose beschreiben ihn als warmherzig und freundlich.

Karte, auf der der Tatort verzeichnet ist

Das Verbrechen fand auf dem Koblenzer Hauptfriedhof statt.

Wer hat diese Männer gesehen?

Über bestimmte Ermittlungsergebnisse schweigt die Polizei, um dem Täter kein wertvolles Wissen zukommen zulassen. Sie sucht jedoch nach Anhaltspunkten zu folgenden Personen:

Am Abend des 22. März - dem Abend vor der Tat - wird gegen 18.30 Uhr ein Mann mit längerem Haar im Bereich der Festung gesehen. Er trägt eine längere beige-braune Jacke und schiebt ein Fahrrad. Ist er ein wichtiger Zeuge oder hat er sogar etwas mit Tat zu tun?

Pulverturm auf dem Koblenzer Hauptfriedhof

Im Pulverturm auf dem Koblenzer Hauptfriedhof übernachtete Gerd Straten.

Außerdem sucht die Polizei nach einem Mann, der in der Tatnacht zwischen 21 und 22 Uhr im Bereich der Beatusstraße gesehen wurde. Zeugen beschreiben ihn als groß und schmächtig, er trug dunkle Kleidung. Er soll eine schwarze Sporttasche bei sich getragen haben und dieselbe Strecke schon gegen 6 Uhr morgens abgelaufen sein. Hat er vielleicht etwas auf dem Friedhof beobachtet? Kann er der Polizei den entscheidenden Hinweis geben?

Auch ein weiter zurückliegendes Ereignis könnte der Polizei wertvolle Hinweise liefern: Im August 2017 soll Gerd Michael Straten im Bereich des Hauptbahnhofs lautstark mit einem dunkelhäutigen Mann gestritten habe. Der Mann, ca. 25 bis 30 Jahre alt, hatte Rastalocken und trug an diesem Tag rote Turnschuhe. Die Polizei sucht Zeugen des Vorfalls.

10.000 Euro Belohnung für Hinweise

Wer hatte einen Grund, Gerd Michael Straten zu enthaupten? Obwohl die Polizei 10.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgelobt hat, sind die Hintergründe der Tat immer noch unklar, der Täter ist noch auf freiem Fuß. Es fehlt eine entscheidende Spur.

Wer kennt die gesuchten Männer oder hat Hinweise zum Leben von Gerd Michael Straten? Die Polizei Koblenz bittet um Ihre Mithilfe. Telefon: 0261 103 2013. E-Mail: ppkoblenz.presse@polizei.rlp.de. Hier gelangen Sie zum offiziellen Fahndungsaufruf der Polizei.

Filmautor: Robert Heller
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