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Stadtwandern trifft auf Kultur Tipps rund um Marseille

Die Metropole durchwandern

Anders als klassische Fernwanderwege führt der GR®2013 nicht durch Berge und unberührte Natur in der Metropolregion der südfranzösischen Hafenstadt Marseille. Er durchquert die ganze Bandbreite der provenzalischen Landschaft: Küstenabschnitte und Industriegebiete, Brachen und Felder, Einkaufszentren und Wälder, karge Hochländer und städtisches Dickicht, Vororte und verlassene Eisenbahntrassen. Geführte Wanderungen für Teilabschnitte mit Marseilles Top-Promeneur Hendrik Sturm finden Sie hier: Geführte Wanderungen um Marseille

Den kompletten Wanderweg hier: Fernwanderweg GR®2013

Plakative Stadtgeschichte

Im Sommer 2013 platzierte der französische Fotoaktivist JR überdimensionale Fotoplakate im Marseiller Problemviertel „La Belle de Mai“. Touristen vermittelten sie Stadtgeschichte, den Bewohnern des konfliktbehafteten Viertels sollten sie signalisieren: „Vertragt euch!“ In der Hafenstadt am Mittelmeer waren von jeher verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern beheimatet.

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Ein Inside-Out-Projekt des französischen Fotoaktivisten JR

Unter der Haut von Marseille

In Detailansicht öffnen

Hinter dem Kürzel des französischen Fotographen und Streetart-Künstlers JR verbirgt sich ein so schlichtes wie klares Programm: „just ridicule“ – einfach neugierig. Entdecken, aufdecken möchte er. „Unframed“ (ungerahmt)  ist sein bekanntestes Fotoprojekt, für das er die Werke unbekannter Fotografen und private Schnappschüsse überlebensgroß auf Häuserwände plakatiert. Biografien werden verortet, soziale Sedimentschichten von Städten sichtbar.
Im Sommer 2013 platzierte JR anlässlich Marseilles Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt seine überdimensionalen Fotoplakate im dortigen Problemviertel „La Belle de Mai“.
Den Marseille-Touristen vermittelten sie Stadtgeschichte, den Bewohnern des konfliktbehafteten Viertels sollten sie signalisieren: „Vertragt euch!“ In der Hafenstadt am Mittelmeer waren von jeher verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern beheimatet.

Hinter dem Kürzel des französischen Fotographen und Streetart-Künstlers JR verbirgt sich ein so schlichtes wie klares Programm: „just ridicule“ – einfach neugierig. Entdecken, aufdecken möchte er. „Unframed“ (ungerahmt)  ist sein bekanntestes Fotoprojekt, für das er die Werke unbekannter Fotografen und private Schnappschüsse überlebensgroß auf Häuserwände plakatiert. Biografien werden verortet, soziale Sedimentschichten von Städten sichtbar.
Im Sommer 2013 platzierte JR anlässlich Marseilles Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt seine überdimensionalen Fotoplakate im dortigen Problemviertel „La Belle de Mai“.
Den Marseille-Touristen vermittelten sie Stadtgeschichte, den Bewohnern des konfliktbehafteten Viertels sollten sie signalisieren: „Vertragt euch!“ In der Hafenstadt am Mittelmeer waren von jeher verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern beheimatet.

Porträt eines Studenten-Ehepaares aus Mali von 1973. Ihre Kinder wanderten später nach Marseille aus. Die dort geborene Enkelin brachte JR dieses Familienfoto für seine Open-Air-Ausstellung. Vor diesem eindrucksvollen Fotoplakat im sozialen Problemviertel „La Belle de Mai“ blieben viele Touristen und Bewohner stehen.

Schnappschuss von JR beim Plakatieren seiner großformatigen Menschenporträts und Stadtansichten

Normalerweise zeigt der Fotoaktivist sich nie ohne Sonnenbrille und Hut in der Öffentlichkeit. Doch an diesem heißen Sommertag vor der Ausstellungseröffnung in Marseille arbeitete er ‚oben ohne’.

Den Rollladen eines still gelegten Zigaretten-Kiosks (links) zieren französische Matrosen auf Landgang

Nur selten bildet JR Menschen in realer Größe ab. Die extreme Vergrößerung von Porträtfotos ist eines seiner Markenzeichen.

Plakative Stadtgeschichte: Den fröhlichen Bootsausflug von 1930 hat der Künstler aus Jux kopfüber angebracht. So wird der Himmel über Marseille zum Meer, das die Planken des Schiffchens umflutet.

Einst nannte man Marseille „Tor zum Mittelmeer“. Blütezeit und Niedergang des großen See- und Auswandererhafens bilden die Fotografien ab

Das Original-Foto entstand 1930 bei einer Demonstration. 2013 plakatiert, steht es auch für die Schiffsbau-Krise und den Niedergang der Marseiller Werften in den 70er Jahren.  Anfang der 90er Jahre verlagerte man die große Tabakfabrik aus dem Viertel Belle de Mai vor die Tore der Stadt

Blick vom Dach der großen Tabak-Fabrik, durch deren Schließung 1990 ein Viertel der Bewohner im Marseiller Problemviertel La Belle de Mai arbeitslos wurde. Mit zunehmender Armut eskalieren hier die Konflikte zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Die Mittelschicht, deren Söhne hier als Erstklässler zu sehen sind, wohnt hier längst nicht mehr.

Le Corbusiers ‚Strahlende Stadt’

1952 bezogen die ersten Bewohner den futuristischen Wohnkomplex „La Cité Radieuse“ – die „Strahlende Stadt“ – von Le Corbusier oberhalb des Stadtzentrums. Wohnen, Arbeiten und Leben unter einem Dach war das visionäre Konzept des Baus, der 2013 renoviert wurde. Einige Appartements können von Touristen besichtigt oder auch kurzzeitig gemietet werden. Tagesbesucher erwarten Café, Kino, eine Buchhandlung und ein großartiger Blick über die Stadt.

Der Beat der Stadt

Marseilles Musikszene brodelt: Crossover-Bands wie Watcha Clan und deren multikulturell geprägte Musiker und Sänger übersetzen das vibrierende Lebensgefühl der mediterranen Hafenstadt in außergewöhnliche Musik. Ihre Konzerte locken junge Musikfans aus ganz Europa an.

Schönster Ausblick

Wer seinen Blick über die Hafenstadt schweifen lassen und dabei typisch französisch esse möchte, findet beides im Bistrorestaurant Les 3 Léo O’ Chalet du Jardin im Stadtteil St- Victor. Es liegt im ältesten Stadtpark Marseilles „Le Jardin de la Colline Puget“ auf dem Pugethügel. Die letzten Meter müssen Sie deshalb zu Fuß gehen.



Sendezeit

Montag und Dienstag, 15.15 Uhr und Montag 10.30 Uhr

im SWR Fernsehen