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SENDETERMIN Di, 23.10.2018 | 15:15 Uhr | SWR Fernsehen

Berggorillas - Ugandas sanfte Riesen

"Eigentlich bin ich in die Gorillaforschung eher zufällig reingeschlittert", sagt Martha Robbins über ihre Berufskarriere. Die Amerikanerin ist eine der renommiertesten Primatologinnen der Welt und erforscht im Auftrag des Leipziger Max-Planck-Instituts Berggorillas in Ostafrika.

Ihr Forschungsterrain, der Bwindi-Nationalpark, liegt in einer der gefährlichsten Krisenregionen der Welt, dem Dreiländereck von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo.

Bwindi Impenetrable National Park - Lebensraum der Berggorillas

Das auf ugandischer Seite errichtete Schutzgebiet gehört zu den ältesten und artenreichsten Urwäldern der Erde, seit 1994 zählt es zum Weltnaturerbe. Es beherbergt etwa 320 Berggorillas, das sind knapp mehr als die Hälfte der noch lebenden Exemplare dieser Art.

Scheu und sozial - Gorillas leben in der Gruppe

Der Gorilla-Verband, den Martha Robbins seit zehn Jahren kontinuierlich beobachtet, umfasst derzeit 15 Tiere: vier Männchen, sechs Weibchen, zwei Heranwachsende und drei Kinder.

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Berggorillas - Ugandas sanfte Riesen

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Der Bwindi Impenetrable Nationalpark ist ein Gebirgsregenwald. Er gehört zu Uganda. In seinem Schutz leben 90 Säugetierarten, darunter ca. 340 Berggorillas.

Der Bwindi Impenetrable Nationalpark ist ein Gebirgsregenwald. Er gehört zu Uganda. In seinem Schutz leben 90 Säugetierarten, darunter ca. 340 Berggorillas.

Rukina ist der Clanchef einer kleinen Gorillagruppe. Sein Lebensraum ist der Bwindi Nationalpark in Uganda. Es gibt nur noch 700 Gorillas weltweit. Umso wichtiger ist die Beobachtung und der Schutz der Gorillas. Im Bwindi Nationalpark forscht die Amerikanerin Dr. Martha M. Robbins seit 10 Jahren die Lebensgewohnheiten der Gorillas.

Im Schutzgebiet der Gorillas lebte bis vor kurzem das Pygmäenvolk der Batwa. Sie wurden zwangsumgesiedelt und leben heute am Rande des Waldes.

Der uralte Regenwald des Bwindi Nationalparks ist für seinen Artenreichtum bekannt. Doch Naturschutz erzeugt auch neue Probleme. Rund um das Gebiet siedeln sich immer mehr Menschen an, die Bevölkerung wächst. Naturschutz muss so gestaltet werden, dass auch der Mensch einen Lebensraum und Zukunft hat.

Am Rande des Bwindi Nationalparks liegt die Forschungsstation von Dr. Martha Robbins. Sie leitet eine Langzeitbeobachtung der Berggorillas. Dort gibt es auch eine Gorillaklinik. Denn durch Wildererfallen verletzen sich auch Gorillas.

Eine Aufgabe der Gorilla-Forschungsstation ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Naturschutz. So entwickelte Dr. Martha Robbins ein Pilotprojekt für die örtliche Dorfschule. Es ist nicht einfach, Naturschutz mit den Bedürfnissen der armen Bevölkerung in Einklang zu bringen.

Bwindi Conservation Education Actors bei einer Probe für eine Theateraufführung zum Thema Nachhaltigkeit und Naturschutz

Die dichten Bergwälder des Bwindi Naturparks sind die Heimat der Berggorillas. Nur ca. 700 Berggorillas gibt es in Afrika. Neben dem Bwindi Park gibt ist die Region um die Virunga Vulkane ihr Lebensraum.

Wildererfallen bedeuten für die am Boden lebenden Gorillas eine große Gefahr.

Mindest 20 kg Grünzeug frisst ein Silberrücken Gorilla am Tag. Kein leichtes Unterfangen: ungefähr 6 Stunden am Tag ist Rukina, das Oberhaupt einer Gorillagruppe, mit Essen beschäftigt.

Der Bwindi Regenwald - gefährdeter Lebensraum für Mensch und Tier

Nicht nur der Bürgerkrieg im Ostkongo, dessen Folgen auch in Uganda zu spüren sind, macht Martha Robbins und ihrem Projekt Sorgen. Auch das Gleichgewicht des Regenwaldes, in dessen Schutz die Gorilla-Verbände leben, ist in Gefahr. Denn die rapide steigenden Bevölkerungszahlen führen zu konkurrierenden Interessen von Mensch und Tier. So bildete der Wald seit Jahrhunderten die Lebensgrundlage seiner Anwohner, bot ihnen Nahrung in Form von Wild und Früchten, pflanzliche Baustoffe, Holzkohle und Medizinpflanzen.

Zutritt verboten - ein Leben am Rand des Waldes

Seit 1992 jedoch existiert ein Zutrittsverbot, lediglich an zwei Tagen pro Jahr ist eine kontrollierte Nutzung erlaubt. Innerhalb der Bevölkerung führt dies unvermeidlich zu Ressentiments. So gehört es zu Martha Robbins Engagement auch, Konzepte zu entwickeln, die die lokale Bevölkerung in den Naturschutz miteinbeziehen.

Ein Team von "Länder - Menschen - Abenteuer" hat die engagierte Wissenschaftlerin bei ihrer Arbeit begleitet und sich bei den Menschen umgesehen, die am Rande des Naturschutzgebietes leben.