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SENDETERMIN Di, 11.9.2018 | 15:15 Uhr | SWR Fernsehen

Länder - Menschen - Abenteuer Essaouira - Marokkos Stadt des Windes

Man nennt sie "Perle des Atlantiks", "schöne Schlafende" und "Wind City Africa": Essaouira, die im 18. Jahrhundert neugegründete Hafen- und Handelsstadt an der marokkanischen Atlantikküste, etwa zwei Autostunden östlich von Marrakesch.

Alte Festungsanlagen am Meer

Teile der Festungsanlage von Essaouira

Ihr Gründer Sultan Ben Abdallah verpflichtete den französischen Architekten Cornu, der die aufklärerischen Ideale von Transparenz und Zugänglichkeit mit den Prinzipien französischer Festungsarchitektur verband und die Stadt einem geometrischen Muster unterwarf.

In ihren Gassen herrscht weltoffenes Ambiente und orientalischer Flair, noch immer ist Essaouira von den Mythen vergangener Hippietage umweht. Jimi Hendrix, Bob Marley, Cat Stevens und die Rolling Stones waren hier, Orson Welles nutze die Stadt als Filmkulisse. Heute wird sie zunehmend von jungen Touristen als Reiseziel gewählt - der langen Sandstrände und vor allem der hervorragenden Windverhältnisse wegen. Essaouira gilt als Topadresse für Surfsportler.

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Bildergalerie Essaouira - Marokkos Stadt des Windes

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Essaouira thront auf einer schroffen Meereskante, drei Autostunden von Agadir im Süden und zwei von Marrakesch im Osten entfernt. Vor fast 3000 Jahren hatten die Berber, die Ureinwohner Marokkos, hier einen Handelskontor gegründet.

Essaouira thront auf einer schroffen Meereskante, drei Autostunden von Agadir im Süden und zwei von Marrakesch im Osten entfernt. Vor fast 3000 Jahren hatten die Berber, die Ureinwohner Marokkos, hier einen Handelskontor gegründet.

Lalla Mira: das erste Bio-Hotel Marokkos, ein Neubau, errichtet über dem ältesten Dampfbad der Stadt. Konzipiert und gebaut wurde es von der deutschen Bio-Landwirtin Felicitas Christ.

Faycel Hamidi ist Cheftrainer für Wind- und Kitesurfen bei einer der renommiertesten Surfschulen der Welt. In Essaouira herrschen ideale Windbedingungen für Surfsport.

Essaouira wurde als Hafen- und Festungsstadt im 18. Jahrhundert angelegt. Sultan Sidi Mohamed Ben Abdellah ließ eine moderne Stadt anlegen, die lange der wichtigste Hafen Marokkos war.

Die Architektur der Hafenstadt vereint Einflüsse der Berber, der Araber, der Portugiesen und der Franzosen. Die Portugiesen gaben der Stadt im 16. Jahrhundert den Namen Mogador. So hieß Essaouira bis 1955.

Die Gnaoua Musik hat ihre spirituellen Wurzeln im afrikanischen Voodoo. Bis vor kurzem war sie fest in Männerhand. Die Musikerin und Tänzerin Zaida hat dem Männer-Monopol ein Ende gesetzt.

„Es gibt in ganz Marokko keine Frauen-Gruppe wie uns: alle Töchter von Gnaoua-Musikern der Familie Gania, mit echten afrikanischen Wurzeln. Es war Zeit, eine Frauengruppe zu gründen. Mit der Musik bringen wir die Welt zum Beben. Das ist neu. “

Der Wind ist das touristische Kapital von Essaouira. Lange Zeit schreckte er ausländische Urlaubsgäste ab. Heute bringt er – vor allem jungen Menschen - dringend benötigte Arbeitsplätze. Denn Surfsport liegt weltweit im Trend.

Jedes Jahr findet in Essaouria ein Gnaoua Festival statt. Ein Höhepunkt für die Liebhaber dieser Musik. Mahmoud Gania und weitere Familienmitglieder gehören zu den Stars des Festivals.

Der 16-jährige Anouar liebt das Meer. Er besucht das Gymnasium, aber in seiner Freizeit und am Wochenende hilft er seinem Vater bei der Arbeit am Strand. Auf seinem Pferd Oskar hält er Ausschau nach Touristen, denn sein Vater bietet Ausritte mit Pferden und Kamelen an.

Wer den böigen Winden entfliehen will, findet wenige Kilometer Richtung Süden kilometerlange, fast menschenleere Sandstrände, gesäumt von grüner Vegetation.

Hasna gehört zu den jungen Frauen, die auf der Festungsmauer Tattoos mit dem Naturprodukt Henna anbieten.

Hasna geht noch zur Schule, aber in den Ferien arbeitet sie als Hennakünstlerin. Hennazeremonien durften bis vor kurzem nur im Haus durchgeführt werden.

Der Film von Mouhcine El Ghomri erkundet Stadt und Strände, das Hinterland mit seinen Argan-Plantagen und vor allem die Gnaoua-Musik-Szene, für die Hafenstadt berühmt ist. Gnaoua, das sind Trommel-Rhythmen, die im afrikanischen Voodoo ihre Ursprünge haben. Die Nachfahren schwarzer Sklaven sind längst Stars sind der Weltmusik-Szene; in Essaouira veranstalten sie alljährlich im Juni das wichtigste Gnaoua-Festival.

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Di, 11.9.2018 | 15:15 Uhr

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Montag und Dienstag, 15.15 Uhr und Montag 10.30 Uhr

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