Bitte warten...

SENDETERMIN Mi, 23.10.2019 | 17:00 Uhr | 3sat

Kroatien - Inselwelten vor Dubrovnik

Die Küste Süddalmatiens gehört zu den schönsten in Europa. Festland und Inseln, Buchten, Meeresarme und offene See, alles ist miteinander verwoben, alles ineinander verschlungen. Abgeschnitten durch den Meereszugang von Bosnien-Herzegowina bildet die Hafenstadt Dubrovnik mit den Inseln vor ihren Festungsmauern einen eigenen kleinen Kosmos.

Aquarium Dubrovnik

Aquarium Dubrovnik

Schaufenster der Unterwasserwelt - Das Aquarium in der Festung

Eine der Aufgaben des Instituts für Meereskunde ist die Bestückung des Meeres-Aquariums in der Festungsanlage von Dubrovnik. Nach frischen Exponaten der adriatischen Meeresfauna tauchen die Biologen vor der Nachbarinsel Lokrum. Spektakulär ragt dort eine Felswand mehrere hundert Meter in die Tiefe. Kristallklares Wasser, bizarre Felsformationen und eine artenreiche Unterwasserwelt machen Dalmatien zu einem Tauchparadies.

Die Meeresgründe bieten noch mehr: Wahre unterseeische Museen. Wissenschaftler des Instituts zur Bewahrung des kulturellen Erbes dokumentieren ein Feld mit über fünfhundert Amphoren. Zeugnisse einer Schiffskatastrophe, die sich vor zweitausend Jahren ereignet hat. Mit ihren Forschungen wollen sie auch verhindern, dass Schatztaucher illegal Beute machen, die dann auf dem schwarzen Markt teuer verkauft wird.

Tanzende Schwerter und Säbel - alte Bräuche und junge Leute

Zu den vielen Traditionen, auf welche sich die Kroaten nach Kommunismus und Krieg wiederbesinnen, gehört auf der Insel Korèula die Moreska, ein Schwert- und Säbeltanz, der zur Zeit der Renaissance im ganzen Mittelmeerraum verbreitet war. Alljährlich wird er in den Sommermonaten aufgeführt. Der Film besucht die Proben der Schwerttänzer. Rafaela und Andro spielen ein Königspaar, das sich erst nach siegreichem Kampf gegen die Mauren wieder in die Arme fallen kann. Rafaela hat Wirtschaftswissenschaften studiert und danach keine Arbeit auf dem Festland gefunden. Auf Korèula aber ein neues Glück mit ihrer Band.

1/1

Kroatien

Inselwelten vor Dubrovnik

In Detailansicht öffnen

Dubrovnik zählt zu den schönsten Städten an der Adria. Besucher aus aller Welt kommen in die Seemetropole. In ihrer Blütezeit hatte sie als der legendäre Stadtstaat Ragusa selbst Venedig und dem Osmanischen Reich die Stirn geboten. Heute ist die Altstadt von Dubrovnik UNESCO Welterbe.

Dubrovnik zählt zu den schönsten Städten an der Adria. Besucher aus aller Welt kommen in die Seemetropole. In ihrer Blütezeit hatte sie als der legendäre Stadtstaat Ragusa selbst Venedig und dem Osmanischen Reich die Stirn geboten. Heute ist die Altstadt von Dubrovnik UNESCO Welterbe.

Das Meeresaquarium in Dubrovnik vermittelt lebendig die Unterwasserwelt der südkroatischen Adria. Regelmäßig wird es mit frischen "Exponaten" wie Seesternen, Schnecken und Octopoden versorgt. Die über dreißig Aquarien wirken wie Schaufenster in die unterseeische Tier- und Pflanzenwelt Südkroatiens.

Im Norden liegt das Delta der Neretva. Umgeben von Karstbergen bildet es eine Oase aus zahllosen Gärten und Plantagen. Sie versorgen Dubrovnik und das Hinterland mit Obst und Gemüse.

Einmal im Jahr ein traditionelles Bootsrennen statt, der sogenannte Lada-Marathon. Es erinnert an die Zeit, als es noch große Sumpfgebiete gab und die Lada-Kähne zum Alltag der Küstenbewohner gehörten.

Nur durch eine Meeresenge von der Halbinsel Pelješac getrennt, liegt die Insel Korčula. Korčula – so nennt sich auch die Stadt, die mit ihren Festungsmauern allen Angreifern trotzte. Erbaut in weißem Marmor.

Die Gebrüder Fabris sind die einzigen Steinmetze in Korčula. Marmorblöcke, gebrochen auf der Halbinsel Pelješac, werden hier zu Fenster- und Türfassungen, Treppen und Bodenbelägen verarbeitet. Eigentlich wie schon vor Tausend Jahren. Nur dass heute Maschinenkraft die Arbeitskraft von hunderten Steinarbeitern ersetzt...

Zu den vielen Traditionen, auf die sich die Kroaten nach Kommunismus und Krieg wieder besinnen, gehört auf der Insel Korčula die Moreška. Der traditionsreiche Schwert- und Säbeltanz war zur Zeit der Renaissance im ganzen Mittelmeerraum verbreitet.

Zdravka Straticic weiß viel über Heilplanzen. Von Kind an hat sie gelernt von dem zu leben, was die Natur den Menschen gibt. Die Achtzigjährige ist stolz darauf, dass ihr Sohn Vicko und seine Familie die Landwirtschaft im Nebenerwerb weiterführen. Denn viele Felder in der Nachbarschaft wuchern zu... Die Feldarbeit ist Zadravka zwar zu schwer geworden. Aber die Herstellung heilender Öle und Tinkturen ist immer noch ihre Sache.

Unterwasser-Archäologen finden vor der Insel Mljet ein Feld mit über 500 zerbrochenen Amphoren. Sie sind Zeugnisse einer Schiffskatastrophe, die sich vor zweitausend Jahren ereignet hat.
Die Insel liegt an einer der großen Seestraßen, die seit der Antike befahren werden. Damals suchten voll beladene Handelsschiffe Schutz in ihren Buchten. Doch nicht selten überraschte ein Sturm die schwerfälligen Schiffe.

Dr. Antun Jurica auf den Spuren der jugoslawischen Armee. Ein großer Teil der Insel Lastovo wurde zu einer gewaltigen Festung ausgebaut, U-Boote stationiert. Raketen und Geschütze waren gegen Westen, in Richtung Italien ausgerichtet. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall Jugoslawiens war dies alles bedeutungslos geworden.

Andro träumte schon als Junge davon, einmal den Weißen König zu spielen. Der Steinmetz ist eigentlich von Beruf Raumfahrtingenieur. Die Arbeit mit dem Marmor, eine über vierhundertjährige Familientradition, war ihm wichtiger. Rafaela und Andro sind die Ausnahme. Die meisten Jungen sehen für sich keine Zukunft auf den Inseln, die zunehmend überaltern.

Deshalb ist Großmutter Zdravka glücklich, dass ihr Sohn Vicko mit seiner Familie dageblieben ist. Sie haben einen kleinen Bauernhof auf Mjlet, das sich rühmt, die grünste Insel der Adria zu sein. Vor zwanzig Jahren lebten noch über tausend Menschen in ihrem Dorf Babino Polje, berichtet Vicko. Und heute seien es neunhundert auf der ganzen Insel. Er ist froh über seine Arbeit im Hotel. Mit dem Ertrag ihrer Landwirtschaft lebt die Bauernfamilie ein einfaches, glückliches Leben. Wenn nur die Mungos nicht wären. Schleichkatzen aus Indien, die das Militär wegen der Giftschlangen auf die Insel brachte. Was mit drei Pärchen begann, wurde zur Plage. Einer der Eierdiebe ist in die Falle gegangen. Eigentlich müssen wir ihnen ja dankbar sein, erzählt die Großmutter. Schließlich hätten sie alle Schlangen gefressen. Deshalb wird der Mungo weit vom Hof wieder in die Freiheit entlassen.

Vom Sperrgebiet zum Nationalpark

Jede der Inseln ist eine Welt für sich. Ein Abstecher führt nach Lastovo am Rande des süddalmatinischen Archipels. Es war militärisches Sperrgebiet der jugoslawischen Armee und durfte bis 1992 nicht von Ausländern betreten werden. Seit dem Ende des Kalten Kriegs rosten die Kanonen vor sich hin. Eine tröstliche Folge. Die Natur der anmutigen Insel mit ihren typischen Steinhäusern blieb intakt und es wurden keine hässlichen Hotelanlagen gebaut. 2006 wurde Lastovo zum Nationalpark erklärt.

Das Neretva-Delta - Sümpfe wurden zu Gärten


Umgeben von Karstbergen bildet das Neretva-Delta eine Insel aus zahllosen Gärten und Plantagen. Mit der Entwässerung der Sumpflandschaft verschwand eine einzigartige Kultur. Die Menschen lebten mit dem Wasser, waren täglich mit ihren Booten unterwegs. Um die alten Lada-Boote zu retten, veranstalten 36 Piratenvereine eine Art Drachenbootrennen über 24 Kilometer. Sie nennen sich nach den gefürchteten Seeräubern, die in den Sümpfen des Deltas ihre Verstecke hatten. "Im Mittelalter", erzählen sie lachend, "haben die Neretva-Piraten die ganze Adria unsicher gemacht. Wir bleiben heute unter uns und kämpfen beim Lada-Marathon mit viel Herzblut gegeneinander."

Sendung am

Mi, 23.10.2019 | 17:00 Uhr

3sat

Sendezeit

Montag und Dienstag, 15.15 Uhr und Montag 10.30 Uhr

im SWR Fernsehen