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SENDETERMIN Mi, 23.10.2019 | 16:15 Uhr | 3sat

Die Kanarischen Inseln: Lanzarote und Fuerteventura

Auf Lanzarote haben unzählige Vulkanausbrüche eine bizarre Mondlandschaft geformt. Dem karstigen, trockenen Boden Nahrung abzugewinnen, stellt für die Bewohner eine große Herausforderung dar. Und doch gelingt es ihnen, sogar Wein zu produzieren. Im Schutze tausender kleiner Mulden, die als Wasserspeicher wirken, ziehen sie Rebstöcke auf porösem Vulkangestein.

Kamele, nah vor Berg

Kamele des Kamelzüchters Sendo Morales bei Uga

In der Landwirtschaft nutzte man früher Kamele als Lastentiere. Sindo Morales hat als Kind mit den Tieren auf dem Feld gearbeitet. Heute züchtet er sie. Jeden Morgen führt er dreißig bis vierzig Kamele quer durch die Vulkanlandschaft zu den "Feuerbergen", wo sie auf ihren Höckern Touristen durch den Nationalpark befördern.


Lanzarote, die "schwarze Perle" im Atlantik, ist vielen eine Quelle der Inspiration. Der lanzarotenische Künstler und Architekt César Manrique verwirklichte auf "seiner" Insel zukunftsweisende Projekte wie das Aussichtsrestaurant Mirador del Rio, bei dem Landschaft und Gebäude ineinanderzufließen scheinen. Aus der einzigartigen vulkanischen Erde, die er auf Streifzügen in die Berge sammelt, stellt der Töpfer Aquilino Rodriguez seinen eigenen Ton her. So enthält jedes Objekt aus seinem Ofen ein Stück Lanzarote.


Nur 15 Kilometer südlich von Lanzarote liegt Fuerteventura, Anziehungspunkt für Wassersportler aus aller Welt, die vor allem an den unzähligen kleinen Buchten der Nordküste ideale Bedingungen finden. Hier hat der Surfer Luis de Dios seine Heimat gefunden, auf Fuerteventura wurde aus seinem Sport eine Art zu leben. Um sein Paradies zu erhalten, befreit Luis die Strände, an denen er surft, regelmäßig vom Müll - und macht daraus Kunst.

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Urlaubsträume

Die Kanarischen Inseln: Lanzarote und Fuerteventura

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Die unberührte Vulkanlandschaft des Nationalparks Timanfaya ist eines der wichtigsten Touristenziele auf Lanzarote.

Die unberührte Vulkanlandschaft des Nationalparks Timanfaya ist eines der wichtigsten Touristenziele auf Lanzarote.

Seit jeher gibt es auf Fuerteventura eines im Überfluss - Wind. Mit hunderten von Windmühlen machte man seine Energie nutzbar. Heute sind auf der Insel nur noch drei in Betrieb. Die in Tiscamanita gehört der Inselregierung und wird seit 18 Jahren von Jorge Padilla betrieben.

Wunderschöner Strand Cofete auf Fuerteventura. Fuerteventura gilt als das Hawaii Europas, ein Traumziel für Surfer.

Weinanbau in einer trockenen Vulkanlandschaft: Das poröse Vulkangestein in den Mulden saugt den Tau auf, der sich nachts niederlegt. Allein davon speist sich die Rebe und gedeiht. Tausende kleine Trichter machen die Landschaft zu einem Kunstwerk.

Auf Lanzarote haben unzählige Vulkanausbrüche eine bizarre Mondlandschaft geformt. Dem karstigen, trockenen Boden Nahrung abzugewinnen, stellt für die Bewohner eine große Herausforderung dar.

Am südlichen Rand des Weinanbaugebiets, nahe des kleinen Ortes Uga, werden Dromedare gezüchtet. Früher wurden sie auf Lanzarote in der Landwirtschaft eingesetzt, heute transportieren sie Touristen.

Nirgendwo sonst wird die gewaltige Kraft der Vulkane greifbarer als im Nationalpark Timanfaya. Die Lavamassen aus mehreren großen Ausbrüchen, der letzte vor weniger als 300 Jahren, vernichteten zwanzig Dörfer und fruchtbarstes Ackerland. Zurück blieb eine bizarre Mondlandschaft.

Timplen sind Saiteninstrumente, ähnlich der Gitarre. Die Instrumente waren eher klein, da die Seeleute sie auf ihren Reisen dabei hatten. Die Instrumente werden in Handarbeit hergestellt und Tannenholz liefert den besten Klang.

Ein eingespieltes Team: Kameramann Johannes Kaltenhauser und Regisseur Christian Stiefenhofer.


Den scheinbar nie abflauenden Wind, den die Surfer so lieben, nutzen die Bewohner Fuerteventuras seit langem: Hunderte von Windmühlen zeugen davon, doch nur drei sind heute noch in Betrieb. Die Mühle von Tiscamanita ist seit 18 Jahren in der Obhut von Jorge Padilla. Jeden Morgen setzt er die Segel des "widerspenstigen Tieres", wie er seine Windmühle nennt. Denn die Inselbewohner dürfen sich von ihm laut Gesetz jederzeit ihr Getreide kostenlos mahlen lassen.


Die vielen Brauntöne der Insel erinnern aus der Ferne an eine nordafrikanische Wüstenlandschaft. Tatsächlich gibt es hier kilometerlange Sandgebiete, wie die Wanderdüne El Jable, deren Erhalt jedoch gefährdet ist. Die junge Umweltwissenschaftlerin Yanira Arocha hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Düne zu retten, um ein einzigartiges Stück Fuerteventura für zukünftige Generationen zu bewahren.