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SENDETERMIN Di, 5.6.2018 | 15:15 Uhr | SWR Fernsehen

Der Kaiserkanal in China

Der Kaiserkanal in China ist mit seinen 1.800 Kilometern die längste künstliche Wasserstraße der Welt, 2.500 Jahre alt und bis heute in Betrieb. Er verbindet Peking mit dem Gelben Fluss und der fruchtbaren Jangtse-Mündung.

Und gilt neben der Chinesischen Mauer als bedeutendstes Bauwerk des alten China. In seinem Wasser spiegeln sich die wechselvolle Geschichte der Kaiserdynastien und der dramatische Wandel des heutigen China. Der "Da Yunhe" (Großer Transportfluss), wie die Chinesen ihn nennen, passiert 30 Städte mit mehr als drei Millionen Bewohnern. Er führt mitten durch das boomende Ostchina.

Die Zuschauer folgen dem ältesten Kanal der Welt: von der Stadt Hangzhou, dem "Venedig des Osten" bis nach Peking in die "Verbotene Stadt", wo der Kaiserkanal endet. Das Filmteam fährt auf Reisbarken, Schleppern und Kohlekonvois. Trifft Seidenraupenzüchter, stoppt in Reishäfen und alten "Wasserstädten".

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Der Kaiserkanal in China

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Die Gongchen-Brücke, die „Brücke der Verbeugung zum Kaiser“ gilt als Start- bzw. Endpunkt des Kaiserkanals. Über 1800 Kilometer führt er von hier nach Norden, bis in die Hauptstadt Peking. 2500 Jahre ist er alt und geschäftiger denn je.

Die Gongchen-Brücke, die „Brücke der Verbeugung zum Kaiser“ gilt als Start- bzw. Endpunkt des Kaiserkanals. Über 1800 Kilometer führt er von hier nach Norden, bis in die Hauptstadt Peking. 2500 Jahre ist er alt und geschäftiger denn je.

Im Osten Chinas, in der Millionenstadt Hangzhou, beginnt der Kaiserkanal.

Bu Lanying ist zusammen mit ihrem Mann seit 15 Jahren im Frachtgeschäft. Sie fahren nur dreimal in zwei Wochen Ziegelsteine von Hangzhou. Die Binnenschifffahrt ist ein hartes Geschäft, die Konkurrenz ist groß.

Mit 200 Tonnen ist die „Hui 126“ ein eher kleines Kanalschiff.

Wuzhen, eine "Wasserstadt" des Kaiserkanals, reich geworden im Seidenhandel.

Die Brücke des kostbaren Gürtels

In Gaoyou wohnen direkt am Ufer des Kanals noch die „Lao Bai Xing“, die einfachen Leute, Arbeiter, die im heutigen China mehr und mehr an den Rand geraten.

Sun Jin Song, 58, erzeugt ein Produkt, das 5000 Jahre alt ist und China schon im Altertum zu Reichtum verhalf. Er züchtet Seidenraupen.

Schon früh wuchsen Städte am Kanal, die denen Europas weit voraus waren. Ein frühes Bürgertum entstand durch den Kaiserkanal, reiche Händler bauten prächtige Häuser, förderten Kunst, Poesie, Wissenschaft. Zahlreiche Erfindungen der Schifffahrt, wie das Heckruder oder die Schleuse entstanden am Kanal.

Die Teekannen von Yixing gelten als die besten in ganz China. Das Geheimnis der unglasierten Kannen liegt in der purpurfarbenen Tonerde, aus der sie getöpfert werden.

Auftakt mit Trommeln: Ein Bootsdeck ist traditionell die Bühne für die Darsteller einer Weishan-Oper.

Nach Feierabend studieren die Fischer eine traditionelle Weishan-Oper ein. Diese volkstümlichen Stücke werden auf den Booten aufgeführt.

Am Nordrand von Suzhou, an der so genannten Ahorn-Brücke, passieren die Schiffszüge das Kloster Hanshan. Mönche aus diesem Kloster brachten im siebten Jahrhundert den Buddhismus nach Korea und Japan.

Denkmalschutzexpertin Francesca Frassoldati, bei der Verbotenen Stadt in Peking.

Dicht an dicht fahren die Kanalschiffe. Eine Riesenstadt reiht sich an die andere.

Am Kanal werden unzählige Waren umgeschlagen. Er ist die Wirtschaftsader der Regionen, die er durchquert.

Die Brücke des kostbaren Gürtels bei Suzhou ist das älteste Bauwerk.

Am Weishan-See fischt man noch mit gezähmten Kormoranen, einer urchinesischen Technik.

Die Zuschauer queren den mächtigen Jangtse, passieren Tempel und Pagoden am Kanalufer, begegnen Fischern, die noch mit gezähmten Kormoranen fischen. Abends sehen sie eine volkstümliche Oper, die auf einem Bootsdeck gegeben wird.

Auf einem Ziegelfrachter trifft die Fernsehcrew eine italienische Denkmalschutzexpertin, die im Behördenauftrag reist. China will bei der UNESCO beantragen, den Kaiserkanal zum Weltkulturerbe zu ernennen. Ob die betriebsame Wasserstraße, die strengen Auflagen der UNESCO erfüllt, soll die Wissenschaftlerin prüfen.

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Di, 5.6.2018 | 15:15 Uhr

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