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SENDETERMIN Mo, 21.9.2015 | 14:45 Uhr | SWR Fernsehen

Asien Das Gold des Himalaja - Nomadenleben in Ladakh

Paschmina, die kostbare Wolle aus Ziegenhaar ist das wertvollste Gut der Changpa Nomaden. Sie leben in 4000 Metern Höhe im Kaschmirgebirge. Doch reich werden sie mit ihrer Ware nicht. Nur noch wenige stellen sich dem harten Leben, die Jungen träumen vom Leben in der Stadt.

Heimat der Changpa Nomaden

Das Nomadenvolk der Changpa lebt abgeschieden auf kargen, über 4000 Meter hohen Hochebenen im Südosten von Ladakh, der von Indien annektierten Gebirgsregion in Kaschmir. Eine Landschaft, in der die Luft dünn und der Wind eisig ist, wo das Vieh weit ziehen muss, um einem geizigen Boden zum Fressen etwas abzugewinnen.

Der Nomade Angschuk ruht sich auf einem Stein aus

Das Leben des Nomaden Angschuk spielt sich auf 4000 Meter Höhe ab.

Paschmina - feinste Wolle der Welt

Die unwirtliche Gegend birgt einen besonderen Schatz: Nur in großen Höhen und extrem kalten Wintern wächst den ´Chang ra´ Ziegen eine Art Unterkleid unter dem Fell. Im Frühsommer wird diese allerfeinste Wolle herausgekämmt, gesäubert und als das kostbare Paschmina in der Hauptstadt verkauft.

Auch wenn die Changpa das Endprodukt - die teuren Kaschmirpullover und Schals westlicher Luxus-Labels - nie selbst zu Gesicht bekommen, ist für sie Paschmina das ´Gold des Changthang´.

Niedergang einer Nomadenkultur

Einst waren sie als Räuber gefürchtet, sie verfügten über Reichtum, riesige Herden und kostbaren Schmuck. Heute nimmt die Zahl der Changpa-Zelte in den Hochtälern von Jahr zu Jahr ab. Immer mehr Junge wandern ab in die Stadt, wo ein modernes, angenehmeres Leben lockt; Die Alten, die zurückbleiben, können sich kaum noch selbst versorgen. Tradierte Überlebensstrategien wie etwa die Polyandrie, die Vielmännerei - zwei oder sogar mehrere Brüder teilen sich eine einzige Ehefrau - werden kaum noch praktiziert oder sind sogar verboten.

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Das Gold des Himalaja - Nomadenleben in Ladakh

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In der einsamen, kahlen und kalten Hochgebirgsregion von Ladakh ziehen die Nomaden mit ihren Tieren von Lager zu Lager. Ihren Lebensunterhalt verdanken sie den Kaschmirziegen. Deren Wolle wächst nur in kalten Wintern und wird von den Nomaden an Großhändler verkauft.

In der einsamen, kahlen und kalten Hochgebirgsregion von Ladakh ziehen die Nomaden mit ihren Tieren von Lager zu Lager. Ihren Lebensunterhalt verdanken sie den Kaschmirziegen. Deren Wolle wächst nur in kalten Wintern und wird von den Nomaden an Großhändler verkauft.

In 4000 Meter Höhe lebt der Nomade Angschuk. Hier kümmert er sich zusammen mit seinem Bruder und der gemeinsamen Ehefrau um eine große Ziegenherde.

Gebetsfahnen werden an heiligen und wichtigen Orten aufgestellt. Auf den Fahnen sind Gebetsformeln (Mantras) aufgedruckt. Die Gläubigen gehen davon aus, dass die Gebetsformeln durch den Wind aktiviert werden und so eine positive Wirkung entfalten.

Nomadenkinder verbringen ihre Zeit draußen bei den Tieren.

Gebetsmühlen sind täglich in Gebrauch. In ihrem Innern befinden sich auf Papier geschriebene Gebete, deren Wirkung durch das Drehen der Mühlen aktiviert wird.

Nurbu, der Sohn Tharchens träumt von einem Leben als Taxi- oder LKW Fahrer. Das traditionelle Nomadenleben scheint ihm zu mühsam und nicht mehr zeitgemäß.

Der Changpa Nomade Tharchen lebt mit seiner Frau und seinem Bruder im äußersten Norden Indiens

Handspindel und Wolle der Kaschmirziege genügen zum Herstellen von feinster Wolle

Farbenfroh und aufwändig hergestellt ist die Kleidung der Changpa Nomaden. Ungewöhnlich die großen Hauben.

Die Tradition des Brautraubs

Der Film erzählt die Geschichte des neunzehnjährigen Nomadensohnes Norbu, der seine Braut, die junge Tashi, aus der ladakhischen Hauptstadt Leh zu seiner Großfamilie in den Changthang entführt hat. Brautraub ist nichts Ungewöhnliches unter den Changpa, allerdings verlangt die Sitte nach einer Entschuldigung beim Vater der Braut.

Die Zukunft der Jungen

In zwei Jahren soll Norbu das Zelt seines Vaters im Changthang übernehmen, bis dahin das Nomadenhandwerk erlernen. Aber der Junge, der in der Stadt aufwuchs, kann sich in den kräftezehrenden Alltag der Gebirgsnomaden nicht mehr eingliedern. Die einsame Landschaft, das raue Klima, die harte Arbeit, das Leben im Zelt – das alles ist zuviel für ihn und seine Braut.

Der junge Nomade Nurbu vor einem Nomadenzelt

Nurbu, der Sohn des Nomaden Tharchens

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Mo, 21.9.2015 | 14:45 Uhr

SWR Fernsehen

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Montag und Dienstag, 15.15 Uhr und Montag 10.30 Uhr

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