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SENDETERMIN Mi, 10.7.2019 | 17:30 Uhr | 3sat

Länder - Menschen - Abenteuer Frankreichs blaue Küste - An der Côte d'Azur

Die Côte d'Azur ist Frankreichs schönster Südbalkon, eine Sehnsuchtsküste seit mehr als 150 Jahren. Die ersten Touristen waren englische Aristokraten, und meist kamen sie im Winter. Heute treffen sich an Frankreichs blauer Küste Jetset und Pauschaltouristen, Yachtbesitzer und Camping-Urlauber.

Blick auf Cap Ferrat

Cap Ferrat

Der Verkehr ist dicht und, wo die Strände am schönsten sind, stehen nicht selten die hässlichsten Siebziger-Jahre-Klötze. Aber keine Bausünde, kein Verkehrsstau und schon gar nicht die überhöhten Preise können die Faszination, die "La grande bleue", das schöne französische Mittelmeer, ausübt, auch nur im Geringsten mindern.


Der Film beginnt in Nizza, der Stadt an der Engelsbucht, der Viele bescheinigen, sie habe den schönsten Stadtstrand und die schönste Uferpromenade der Welt. Und die meisten sind sich auch darüber einig, dass in Nizza das kulinarische Herz der Côte d'Azur am heftigsten schlägt. Niemand, der sich durch lokale Spezialitäten wie Fleurs de courgettes, Pissaladière, Socca, Panisse oder Ravioli à la nicoise nicht in Versuchung führen ließe. Vom Strand geht man über die Straße und befindet sich auf dem malerischen Blumen- und Gemüsemarkt der Cours Saleya, um dahinter wiederum in einer der faszinierendsten mediterranen Altstädte flanieren zu können. Le Vieux Nice, Alt-Nizza, ist ursprünglich, authentisch und bodenständig.


Wer es vornehm und ein paar Preisklassen höher haben mag, fährt ein 35 Kilometer östlich ans Cap Ferrat. Dort begannen vor 100 Jahren die Reichen Europas prachtvolle Villen und Gärten zu errichten, die heute in großer Zahl Russen, arabischen Scheichs und ähnlich vom Schicksal "Begünstigten" gehören. Auf dem Cap Ferrat schaut der Film hinter die Kulissen des eleganten Grand Hotel du Cap Ferrat, wo am Pool einer der berühmtesten Schwimmlehrer der Welt, Pierre Gruneberg, eine erstaunliche Methode praktiziert: Schwimmen lernen ohne nass zu werden.

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Frankreichs blaue Küste - an der Côte d'Azur

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In der Engelsbucht wird im Sommer wie Winter gebadet, von morgens bis abends, am meisten los ist jedoch am Nachmittag.

In der Engelsbucht wird im Sommer wie Winter gebadet, von morgens bis abends, am meisten los ist jedoch am Nachmittag.

Das Kap mit dem derzeit welthöchsten Quadratmeterpreis: das Cap Ferrat an der Côte d’Azur.

Im Carlton-Hotel in Cannes: Der Blick, wie er aus dem Urlaubshotel sein sollte.

Eine Ahnung von Belle Epoque: die Plage Castel an der Engelsbucht von Nizza

Das Restaurant La Colombe d’or mit angeschlossener Herberge war von jeher ein Treffpunkt der Maler. Matisse, Chagall, Fernand Léger und viele andere verkehrten hier. Die Familie Roux führt es in der dritten Generation.

Trotz Bausünden und dicht gedrängten Häusern hat die Engelsbucht nichts an Faszination verloren.

Eine Überfülle an Waren bietet Nizzas Markt an der Cours Saley.

Direkt hinter Menton beginnt die Grenze zu Italien. Bis 1848 war Menton unter monegassischer Herrschaft.

Die Socca ist ein Pfannkuchengericht, das ursprünglich aus Italien stammte. Im Mittelmeerraum gibt es das Gericht in vielfältigen Variationen. In Nizza und Umgebung wird der Pfannkuchen auch auf Märkten angeboten.

Sie ist auf der Cours Saleya eine Institution. Thérèse nennen sie die meisten, aber das ist nur der Name ihres Verkaufstandes. Sie heißt Susie und verkauft Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl gewürzt mit, Koriander, Kreuzkümmel und Pfeffer: La socca. Klingt orientalisch, ist aber eine typische Nizza-Spezialität.

Die fragilen Zucchiniblüten werden in einem Teig aus Mehl, Ei und Olivenöl für die Fritteuse vorbereitet. Gut abtropfen müssen sie, aber das Geheimnis liegt wie bei allen Gerichten der mediterranen Küche in der Qualität der einzelnen Zutaten.


Neben gutem Essen, der Sonne und dem blauen Meer findet der Besucher an der Côte d'Azur aber auch Nahrung für die Seele: Kunst, Kunst und nochmals Kunst! Den Versuch, die unzähligen Museen und Galerien zu besuchen, macht der Film gar nicht erst, er folgt lediglich ein paar Stationen von Jean Cocteau und Pablo Picasso, die beide entschiedene Wahl-Mittelmeer-Menschen waren. Cocteau hatte in Villefranche-sur-Meer erstmals "seine" Stadt am Meer entdeckt, Picasso wechselte, nachdem er 1948 aus Paris nach Vallauris übersiedelte, seine Wohnsitze im Süden mehrfach. Beide haben Werke zurückgelassen, die ihre enge Verbundenheit mit der Küste und ihren Menschen bezeugt.


Wer Côte d'Azur sagt, denkt immer auch Cannes. Die Großen des Nachkriegsfilms, ob Sophia Loren, Brigitte Bardot, Alain Delon oder Gina Lollobrigida, die Bilder, die sich im kollektiven Gedächtnis festgebrannt haben, sind oft die, die in Cannes während des Filmfestivals aufgenommen wurden. Die Dokumentation versucht dem Flair des europäischen Kinos im Hotel Carlton nachzuspüren, wo damals und heute die Filmwelt während des Festivals zuhause ist - wenn, ja, wenn die Stars nicht gerade nach Saint-Paul-de-Vence gefahren sind, um dem roten Teppich in dem famosen Gasthaus La Colombe d'or den Rücken zu kehren.