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SENDETERMIN Mo, 15.4.2019 | 10:30 Uhr | SWR Fernsehen

Länder-Menschen-Abenteuer Die Delfine von Shark Bay

Die Großen Tümmler der Shark Bay in Australien werden seit etwa dreißig Jahren von einem internationalen Team von Delfinforschern begleitet. Das klare Wasser und die übersichtliche Topographie der Haifischbucht, tausend Kilometer nördlich von Perth, bieten ideale Voraussetzungen zur wissenschaftlichen Tierbeobachtung.

Eric Patterson, Junior Professor für Biologie an der US-Universität Georgetown /Washington D.C., erklärt: "Sie reißen einen ganz normalen Korbschwamm vom Meeresboden ab und setzen ihn auf den Schnabel. Und damit pflügen sie über den Meeresboden. Der Schwamm schützt ihre Schnauze vor Steinen und scharfen Muscheln. Sie halten Ausschau nach Beute, die sich im Boden versteckt oder unter Steinen verbirgt.

Wenn die Beute dann aufschreckt, schleudern sie den Schwamm zur Seite, jagen ihr hinterher, fressen sie - dann nehmen sie den Schwamm wieder auf. Das geht so drei, vier Stunden lang." Mittlerweile ist ein Großteil der 3000 Delfine in Shark Bay auf die Schwammjagd spezialisiert.

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Die Delfine von Shark Bay

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Shark Bay ist eine Meeresbucht im Westen Australiens.

Shark Bay ist eine Meeresbucht im Westen Australiens.

Die Gewässer von Shark Bay umfassen zehntausend Quadratkilometer. Die außergewöhnlich große Delfinpopulation von etwa 3000 Tieren macht sie zu einem idealen Forschungsgebiet.

Dr. Eric Patterson ist Biologe und beschäftigt sich mit den Shark Bay Delfinen. Diese Tiere benutzen Schwämme als Werkzeuge, ein ungewöhnliches Verhalten für Meeressäugetiere.

Eric Patterson hat über die Schwammjäger von Shark Bay seine Doktorarbeit verfasst. Dennoch sind viele Fragen ungelöst.

Delfine verständigen sich untereinander mit Pfeiftönen und einer Vielzahl anderer Laute. Daran und mit ihren sehr guten Augen erkennen sie, wer zu ihrem Netzwerk gehört.

Als Säugetiere müssen Delfine immer wieder auftauchen, um Luft über ein Atemloch am Kopf zu holen.

Das Wasser der Shark Bay Bucht ist sehr nährstoffreich. Ideale Bedingungen für Delfine und andere Meeresbewohner.

Delfine leben in einer wechselnden Gemeinschaft. Darüber hinaus leben Delfine in Familien, jedenfalls die Weibchen. Man sieht Mutter und Kalb, manchmal die Schwestern und die Enkel zusammen. Bei Männchen ist das anders. Die suchen sich eine Gruppe anderer Männer, mit der sie dann lebenslang zusammen sind.

Delfine schlafen, indem sie sich an der Oberfläche treiben lassen. Im Gegensatz zum Menschen ist Atmen für sie ein bewusster Vorgang. Ein Teil ihres Gehirns bleibt wach, um alle paar Minuten zu atmen.

Patterson und seine Kolleginnen fahren täglich mit dem Boot raus und studieren das Verhalten der Tümmler - die meist von Weibchen betriebene Schwammjagd wird an immer mehr Delfine weitergegeben. Doch wie begann es? Im großen, von fischreichen Seegraswiesen durchzogenen Ökosystem Shark Bay gibt es drei große Populationen von Schwammjägern, die weit voneinander entfernt leben.

Da das besondere Jagdverhalten auf gegenseitigem Lernen beruht, untersuchen die Delfinforscher, ob diese drei Gruppen miteinander zusammenhängen. Lässt sich eine Urmutter der Schwammjäger, einer Erfinderin dieser einzigartigen Jagdtechnik wissenschaftlich identifizieren? Die Forscher wollen dies per Genanalyse herausfinden.
Der Film begleitet die Delfinforscher zu Wasser in die türkisblauen, kristallklaren Buchten der Shark Bay, aber auch mit dem Jeep durch die typisch australischen Landschaften der Peron Halbinsel auf der Suche nach dem Ursprüngen der schwammjagenden Delfine.

Sendung vom

Mo, 15.4.2019 | 10:30 Uhr

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Montag und Dienstag, 15.15 Uhr und Montag 10.30 Uhr

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