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SENDETERMIN Di, 9.10.2018 | 15:15 Uhr | SWR Fernsehen

Camargue - Das Erbe der Muschelfischer

Tellmuscheln sind die Delikatesse der Camargue. Und der Beruf des Muschelfischers ist ein Knochenjob in paradiesischem Ambiente. Doch die Gier des Menschen setzt den kleinen Schalentieren zu, und auch den Fischern mit Berufsethos.

Die 45-minütige Dokumentation erzählt von einem gefährdeten Gleichgewicht an der französischen Mittelmeerküste und der Autor, Vincent Froehly, geht der Frage nach, wie lange die Tellmuschel wohl noch auf Speisekarten zu finden sein wird?

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Camargue - Das Erbe der Muschelfischer

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Im Süden Frankreichs, in der Nähe der Küstenstadt Saintes Marie de la Mer, liegt die Camargue. Hinter den leeren endlosen Stränden tobt im Winter die raue See.

Im Süden Frankreichs, in der Nähe der Küstenstadt Saintes Marie de la Mer, liegt die Camargue. Hinter den leeren endlosen Stränden tobt im Winter die raue See.

Die Camargue ist berühmt für ihre Tellmuscheln, "Telline" genannt. Doch der kleine Schatz des Mittelmeeres ist vom Aussterben bedroht

Im Süden Frankreichs, in der Nähe der Küstenstadt Saintes Marie de la Mer, liegt die Camargue. Eine wilde und ursprüngliche Natur, Herden weißer Pferde prägen das Bild der Landschaft.

Philippe Rollin (re.) und Bruno Beusse sind professionelle Tellmuschelfischer. Sie trotzen mit ihren Keschern und auf dem Rücken mit Blei beschwert dem hinterlistigen Mittelmeer an den Küsten der Camargue

Philippe Rollin re. und Bruno Beusse sind professionelle Tellmuschelfischer. Ihr Beruf wird zunehmend schwerer, denn der Bestand ist bedroht – einzig durch verantwortungslose Wilderei im Meer durch viele Kollegen.

Verantwortungsvolle Tellmuschelfischer sieben den Fang mehrmals nach zu kleinen Muscheln aus, die sie zurück ins Meer werfen. Es ist mühselig, aber nur so kann der Bestand gesichert werden.

Im Landesinnern der Camargue, abseits vom Meer, findet man Sümpfe, Moore, Deiche und viele kleine Kanäle.

Die traditionellen Bauernhäuser der Camargue haben Reetdächer – ein Schatz aus der Natur, für den die Region berühmt ist.

Philippe Rollin arbeitet seit Jahrzehnten als Muschelfischer in Saintes Maries de la Mer. Es macht ihm nichts aus, stundenlang bis zum Bauch im eiskalten und oft sturmgepeitschten Mittelmeer zu stehen. Mit bis zu 40 Kilogramm Blei auf dem Rücken beschwert, um dem Meeresboden mit einem speziellen Kescher die Muscheln abzutrotzen. Es ist für ihn auch eine Selbstverständlichkeit, den Beifang fachgerecht zu entsorgen und die noch zu kleinen Muscheln ins Meer zurückzuwerfen. Denn die Camargue, die endlos weißen Strände am Mittelmeer und die kleinen bunten Tellmuscheln sind sein Leben.

Dieser Meeresschatz steht theoretisch unter strengem Schutz: Streng regulierte Fangzeiten, Fangquoten und eindeutige Vorschriften für die Größe der zu fangenden Muscheln - doch nicht alle halten sich daran. Skrupellose Fischer machen sich das Leben leicht. Ohne jede Spur von Verantwortung gegenüber der Natur und ihren Ressourcen, holen sie so viele Kilos wie möglich aus dem Meer, ohne auszusieben. Damit machen sie nicht nur die Arbeit der Telliniers zunichte, sondern bedrohen den gesamten Bestand. Die Reportage zeigt die Schönheit der Camargue und Philippe Rollins Kampf für das Überleben der Tellmuschel.


Sendung vom

Di, 9.10.2018 | 15:15 Uhr

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