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SENDETERMIN Mo, 15.10.2018 | 15:15 Uhr | SWR Fernsehen

Kampf um Amazonien - Razzia im Regenwald

Ana Rafaela D'Amico ist mit 27 Jahren Brasiliens jüngste Nationalparkchefin. Um den Regenwald zu retten, kämpft sie gegen Drogenbanden, Holzfällermafia und illegale Fischerei. Regisseur Thomas Wartmann hat sie auf einem ihrer Einsätze im Nationalpark begleitet.

Luftaufnahme Amazonas mit Waldgebieten

Ein unberührtes Stück Amazonien

Mit 800.000 Hektar Größe ist der Campos Amazonicos einer der kleineren Nationalparks Brasiliens und dennoch unüberschaubar groß. In ihm vereinen sich alle Probleme Amazoniens wie in einer Nussschale: Illegaler Holzschlag, Rinderzucht, Goldminen - und eine Drogenstraße, die mitten durch den zweigeteilten Park führt.

Ana Rafaela hat vor ein paar Jahren die Leitung des Parks übernommen und kämpft seitdem mit brennender Motivation für die Erhaltung der Natur. Vieles hat sie schon erreicht, doch die Widerstände gegen sie - die junge blonde Frau aus der Großstadt - sind und bleiben groß.

Menschen ohne Land im Land ohne Menschen

Der Film zeigt, dass es in Amazonien keine einfachen Lösungen gibt: Von der Regierung angelockt zogen vor zwei Jahrzehnten Menschen ohne Land in eine Land ohne Menschen, sie schufen Häuser, Straßen, Städte. Heute sollen sie akzeptieren, dass das meiste, was sie tun, gegen den Naturschutz verstößt. Einen erfolgreichen Umweltschutz kann es jedoch nur geben, wenn man die Bedürfnisse der Bevölkerung einbezieht.

Vom Kampf um Wald und Weideflächen

Ana Rafaela nimmt bei ihren Einsätzen immer ein großes Team mit, bestehend aus Geologen, Biologen und Umweltpolizisten. Diesmal ist zur Sicherheit auch die Bundespolizei mit dabei. Die Notwendigkeit dafür wird spätestens beim Besuch des Dorfes Guata am Rande des Parks klar: Es ist der Ort mit der höchsten Dichte an Auftragskillern in ganz Brasilien - und einer Bevölkerung, die keinerlei Verständnis für die Umweltschützer hat.

Ana Rafaela, Leiterin des Naturparks im Helikopter nah

Ana Rafaela auf Streife - im Helikopter.

Genauso wie der Bauer Joao, der illegal gerodet hat und dem Ana Rafaela eine Geldstrafe von 180.000 Euro auferlegen muss. Diese wird er nie bezahlen können - und Ana Rafaela nie dahinter kommen, wer Joao, wie sie vermutet, als Strohmann eingesetzt hat um Weideflächen für Rinder zu schaffen.

Unsichtbare Gegner und mühsame Erfolge

Naturschutz bedeutet für Ana Rafaela ein Leben ohne Kompromisse, in dem sie oft ein "kaltes Herz" haben muss. Sie kämpft gegen unsichtbare Gegner: ein Kampf voller Gefahren und mühsamer Erfolge. Sie erwischt die Kleinen, denen sie den Lebensunterhalt nehmen muss; gegen die Großen hat sie oft keine Handhabe. Und doch, Ana Rafaelas Einsätze zeigen Wirkung.

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Kampf um Amazonien

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Ana Rafaela versucht dem armen Bauern Joao zu erklären, dass Brandrodung eine Straftat ist.

Ana Rafaela versucht dem armen Bauern Joao zu erklären, dass Brandrodung eine Straftat ist.

Um Weideflächen für Rinder zu schaffen, wird gnadenlos Brandrodung betrieben. Die so gewonnenen Flächen dienen der Rinderzucht.

Seit fünf Jahren hält Oziel das Land besetzt, aber er hat keine Papiere dafür. Bäume darf er ohne Genehmigung nicht fällen. Aber nur auf gerodetem Land kann er später einmal Rinder halten und seine Familie ernähren.

Flüsse sind wichtige Verkehrswege im Dschungel. Das Team um Ana Rafaela ist teilweise mit Booten unterwegs. Um Kontakt zur Zentrale zu halten, nutzen sie Satellitenkommunikation.

Dank der unermüdlichen Arbeit von Ana Rafaela D’Amico, der jüngsten Nationalparkchefin Brasiliens, gibt es im Nationalpark deutlich weniger illegale Aktivitäten. Sanfte Nutzung hilft dem Regenwald.

Abendstimmung in Guata, dem Ort der Auftragskiller

Bei vielen Einsätzen im Regenwald muss Ana Rafaela bewaffnet sein.

Guata bedeutet Affe in der lokalen Indianersprache. Es ist das Dorf mit der höchsten Dichte an Auftragskillern in ganz Brasilien.

Seit sie den Park leitet, ist die illegale Fischerei zurückgegangen und es wurden keine neuen Minen eröffnet. Sie glaubt, dass es möglich ist, Amazonien zu retten, wenn jeder das Seine dafür tut. Aufgeben wird sie nicht - sie kann gar nicht anders.