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SENDETERMIN Mo, 9.9.2019 | 7:10 Uhr | SWR Fernsehen

Das Baskenland in Spanien

Die Sprache der Basken soll seit 7.000 Jahren existieren. Euskara, wie sie auf Baskisch heißt, hat Verbote und das Franco-Regime überstanden und gilt mehr denn je als identitätsstiftend für die gesamte Region.

Ob an der rauen Küste der Biskaya oder im bergigen Hinterland, Basken sind stolz auf ihr Brauchtum und ihre Kultur. Sie messen sich gerne in sportlichen Wettbewerben wie dem Steinheben und wuchten schon mal bis zu 300 Kilo, um ihre Kraft und ihr Stehvermögen zu demonstrieren. Voltaire bezeichnete sie als "ein Volk, das am Fuße der Pyrenäen tanzt"; tatsächlich werden unzählige uralter Tänze noch immer getanzt - oder werden wie in den Choreographien der Truppe Oinkara selbstbewusst mit Avantgarde vermischt.

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Das Baskenland in Spanien

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Im Canyon von Arbayún, der größten Schlucht von Navarra: ein Vogel- und Naturschutzgebiet.

Im Canyon von Arbayún, der größten Schlucht von Navarra: ein Vogel- und Naturschutzgebiet.

Die scharfkantigen Furchen, die für den baskischen Geopark typisch sind, werden gerne mit dem steinernen Buch der Erdgeschichte verglichen, das Informationen über die ersten Lebewesen auf der Erde enthält, sogar Hinweise über das Aussterben der Dinosaurier.

Der baskische Geopark, ein steinernes Buch der Erdgeschichte.

Im "Geopark der baskischen Küste" ist die älteste Felsplatte 110 Millionen Jahre und die jüngste 50 Millionen alt. Heute sind sie alle senkrecht gerichtet.

Nerea Ezenarro, Lehrerin für baskische Sprache und Ioritz Gallarraga, Mathelehrer und Profitänzer proben an der baskischen Küste für einen Videoclip der Tanzgruppe Oinkari, was „leichter Fuß“ bedeutet.

"Oinkari", heißt Nereas Tanztruppe. Die Tanzgruppe mischt traditionelle Tanzformen mit neuen Avantgardistischen.

In der Sierra de Urbasa - Das Baskenland kennt noch die Tradition der Transhumanz - Hirten bringen im Frühling die Schafe von den Tälern in die Berge.

„Arpia“ heißt diese Steinformation, auch genannt „Flysch“ der Berge. Geologen studieren hier die Entstehung der Pyrenäen. Eins der Lieblingsmotive der Naturfotografin Gema Arragueta.

Die Steinformation „Arpia" gehört zu den Lieblingsmotiven der Naturfotografin Gema Arragueta.

Die „Spidermen“ von Guggenheim in Bilbao reinigen das Avantgarde Werk des Architekten Frank O.Gehry. Sie kennen Perspektiven des Museum, die anderen verborgen bleiben.

Peine del viento – Windkamm – taufte Eduardo Chillida seine Skulpturen an der nordspanischen Küste vor der rauen Biskaya.

Von Kohle zu Kunst

Der Film begegnet Schafhirten, die in den Pyrenäen die Transhumanz lebendig halten, und im Canyon von Arbayún Extrembergsteigern, die als Industriekletterer die Fassaden des Guggenheim-Museums auf Hochglanz bringen. Frank O. Gehrys futuristischer Museumsbau ist das neue Wahrzeichen von Bilbao; einst war die Hafenstadt ein Zentrum der Kohle- und Eisenindustrie, heute ist sie ein Magnet für Kunst- und Architekturliebhaber.

San Sebastian - Gourmethauptstadt des Baskenlandes

Die zweitwichtigste Stadt des spanischen Baskenlandes, San Sebastian, darf sich ab 2016 mit dem Titel Kulturhauptstadt schmücken. Sie liegt hinter der in Form eines perfekten Halbmondes geschwungenen Muschelbucht und ist nicht nur Surf-Touristen, sondern vor allem Gourmets bekannt. Gemessen an der Einwohnerzahl hat San Sebastian nämlich mehr Michelin-Sterne als Tokyo oder Paris. Im Restaurant Arzak erwarben sich Vater und Tochter Arzak ihre Sterne mit Gerichten, deren Namen oft von der baskischen Landschaft inspiriert sind. Kein Wunder, denkt man, wenn man sich zu Beginn des Films zu den gewaltigen Felsformationen des "Geoparks der baskischen Küste" (Geoparque de la Costa Vasca) mitnehmen lässt.