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SENDETERMIN Sa, 27.7.2019 | 16:45 Uhr | 3sat

Länder - Menschen - Abenteuer Transoceánica - Von Lima nach Rio

Wie ein endloses Band zieht sich der Asphalt der Transoceánica 6200 Kilometer lang von Lima am Pazifik nach Rio de Janeiro am Atlantik. Durch die dünne, kalte Luft der peruanischen Andenpässe und das feucht-heiße Tiefland Brasiliens führt seit kurzem die längste Buslinie der Welt.

Fünf Tage ist Claudio Rodriguez unterwegs, um seine Ex-Frau und seine Kinder zu besuchen. Während der Bus ächzend eine Höhe von 4725 Metern erklimmt, rappt er mit den anderen Passagieren. Weil sie Menschen verbindet, die zuvor völlig abgeschottet lebten, gilt die Transoceánica als Meilenstein.

Davon profitiert Lino Mamane. Der Quechua-Indio ist Leiter eines Kartoffelparks auf knapp 4000 Metern. Dank der Transoceánica kann Lino seine Kartoffeln an Spitzenrestaurants in Lima verkaufen. Mit edlen Menüs aus den Knollen wurde Sterne-Koch Virgilio Martínez zu einem der besten Köche der Welt gewählt.

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Transocéanica - Von Lima nach Rio

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6200 Kilometer – bei einem Verbrauch von 4.000 Liter Diesel. Die fünftägige Reise von Lima nach Rio de Janeiro ist die längste Buslinie der Welt.

6200 Kilometer – bei einem Verbrauch von 4.000 Liter Diesel. Die fünftägige Reise von Lima nach Rio de Janeiro ist die längste Buslinie der Welt.

Unberührte Natur in Perus Amazonas-Quellgebiet. Doch der Schein trügt: Illegale Goldsucher schürfen überall nach dem begehrten Rohstoff.

Mopiri und Mpidmane Suruí kartografieren ihr Territorium mit Hilfe von GPS-Trackern und Karten von Google. Sie sind die ersten Indianer, die Geld durch den CO2-Zertifikatehandel eingenommen haben.

Soweit das Auge reicht: gentechnisch manipulierte Baumwolle. Den Rest des Jahres wächst hier Gensoja, das fast ausschließlich für den chinesischen Markt angebaut wird. Die Profite der Agra-Bosse in Brasilien steigen – auch dank der Transoceánica.

Der höchste Punkt der Transoceánica auf 4.725 Meter.

In vier Fahrtstunden geht es die Transoceánica um 4.500 Höhenmeter bergab. Vom Andenhochland Perus hinab in tropisch-heiße Amazonien. Eine Asphalt-Strecke, die lange als nicht realisierbar galt.

Einsam ist es am höchsten Punkt der Transoceánica auf 4.725 Meter. Nur ein Hirte mit einigen Dutzend Lamas kreuzt den Asphalt.

Mittagspause im Kartoffelpark bei Cusco. Auf 4.000 Metern konservieren die Quechua-Indios 1.377 verschiedene Kartoffelsorten.

Überall suchen Glücksritter ohne Erlaubnis nach Goldadern und verseuchen die Böden mit giftigem Quecksilber. Peru ist der größte Goldproduzent Südamerikas.

Das andere Gesicht der Transoceánica zeigt sich am Fuße der Anden. Hinter dichtem Dschungel beginnen die illegalen Goldminen. Mit Hilfe von Quecksilber versuchen Goldsucher dem Urwaldboden das Edelmetall zu entreißen. Die Transoceánica hat hier eine Dynamik in Gang gesetzt, wegen der Victor Zambrano um sein Leben fürchtet. Weil er die Verstöße der illegalen Goldsucher anzeigt wird der Ökoaktivist von Goldsuchern bedroht.

Entlang der Transoceánica zeigt sich Südamerikas Dilemma: Ein Kontinent mit einem beeindruckenden kulturellen Erbe, faszinierender Landschaft und einer unerschöpflichen Gier nach Rohstoffen.