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SENDETERMIN So, 8.4.2018 | 14:30 Uhr | SWR Fernsehen

Länder - Menschen - Abenteuer Rhythmus, Erotik, Revolution - Frauenbilder in Kuba

Seit 50 Jahren zwingt das von den US-Amerikanern verhängte Wirtschaftsembargo die Kubaner dazu, losgelöst von der Moderne zu leben. In den Straßen von Havanna gibt es weder Staus noch Werbetafeln.

Dafür ist der Besucher aber erstaunt über die unbändige Lebensfreude der Kubaner und über ihre Energie, die sie entwickeln, um mit dem wenigen auszukommen, das sie zum Leben haben.

Jeden Tag müssen sie erfinderisch sein, um von A nach B zu kommen, um sich zu ernähren oder gut zu kleiden. Die Mehrzahl der Kubanerinnen hat noch nie eine Modezeitschrift gelesen. Für Kosmetikprodukte oder schöne Kleidung fehlt den meisten das Geld. Also machen sie das Beste aus dem wenigen, das ihnen zur Verfügung steht. Rund ein Dutzend Frauen gibt Filmemacher Daniel Lainé Einblick in ihr Leben, darunter sind Tänzerinnen, Schriftstellerinnen, Musikerinnen, Schauspielerinnern und Arbeiterinnen.


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Rhythmus, Erotik, Revolution - Frauenbilder in Kuba

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Oshun - Göttin der Liebe, der Schönheit, des Reichtums und Symbol gegen männliche Vorherrschaft. Die Sklaven aus Afrika brachten sie einst mit in die Karibik. Die spanischen Kolonialherren verehrten die Jungfrau von Cobra. Mit ihr ging Oshun eine pragmatische Symbiose ein. Heute ist sie für alle Kubaner die Schutzpatronin der/ihrer Insel.
Die Anhänger der Santería-Religion feiern sie einmal im Jahr mit einem Fest.

Oshun - Göttin der Liebe, der Schönheit, des Reichtums und Symbol gegen männliche Vorherrschaft. Die Sklaven aus Afrika brachten sie einst mit in die Karibik. Die spanischen Kolonialherren verehrten die Jungfrau von Cobra. Mit ihr ging Oshun eine pragmatische Symbiose ein. Heute ist sie für alle Kubaner die Schutzpatronin der/ihrer Insel.
Die Anhänger der Santería-Religion feiern sie einmal im Jahr mit einem Fest.

Am Wochenende fahren die Bewohner der Hauptstadt zu den Playas de l’Este, den 20 Kilometer von Havanna entfernten Sandstränden im Osten. Hier trifft und unterhält man sich.

Der Strand ist ein beliebter Ort Männer und Frauen in ihrer ganzen Schönheit zu sehen, zu flirten und zu kommunizieren.

Vor 20 Jahren hat Zanaïda Romeù ein Orchester gegründet und das war wirklich eine Herausforderung. Denn es war das erste Mal, dass in Kuba eine Frau auf der Bühne dirigierte.

Laritza Bacallau ist Sängerin. Sie liebt es, das Publikum für sich zu gewinnen. Mit Gesang die Menschen zu berühren ist das Wichtigste, Schönheit kommt für sie erst danach.

In den Tabakmanufakturen arbeiten überwiegend Frauen. "Wenn ein Mann eine Zigarre dreht, hat er nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie wir. Frauen passen auf jede Blattader auf".

Der kubanische Rumba ist wie ein Wettkampf. Der Mann versucht die Frau zu beherrschen, die Frau versucht, ihn daran zu hindern. Der Mann versucht die Frau zu penetrieren; die Frau versucht, sich zu entziehen. Dieses Spiel findet man oft im Tanz, insbesondere im Guaguanco.

Schon die Kinder lernen Rumba, Mambo, Guaguanto, Salsa und Merengue. Beste Voraussetzungen fürs Ballett, das durch den kubanischen Rhythmus ergänzt wird.

Kubaner lieben den Tanz. Musik ist ein Teil der kulturellen Identität. Es reicht ein Fingerschnapp und schon wird getanzt.

In allen Vierteln von Havanna ist die populärste Musik die Rumba, die man an fast jeder Straßenecke und aus zahlreichen Hinterhöfen hört.

Wenn sie ihren 15. Geburtstag feiert, darf ein Mädchen sich verkleiden, als Krankenschwester, Nonne, Hausmädchen, Clown oder Piratin, in alles, was sie mag und wovon sie träumt.

Die Quince hat auf Kuba Tradition. Schon im 19. Jahrhundert, als die Mädchen mit 15 Jahren ihren Eintritt in die Gesellschaft feierten, veranstalteten die Eltern so ein Fest. Die Gemeinschaft sollte sehen, dass das Mädchen reif genug war, in die Gesellschaft der Erwachsenen aufgenommen zu werden, zu heiraten und an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.

Che Guevara – die große Revolutions-Ikone. Überall ist er auf Straßen und Plätzen präsent.

Das Schöpferische, das hohe künstlerischen Niveau, das ist wahre Schönheit. Schönheit der Seele, die durch Musik zum Ausdruck kommt. Dies gilt auch für die jungen Ballett-Tänzerinnen.

Kuba hat Traditionen aus Afrika, aus Spanien, aus China… all das ergibt diesen großartigen Mix, das was die Kubanerin heute ausmacht. Es spielt keine Rolle, ob sie schwarz oder weiß ist, eine kubanische Frau definiert sich immer über ihre Hautfarbe.

Die meisten sind zufrieden mit ihrem Körper - ganz egal, ob sie jung oder alt, dick oder dünn sind. Ihnen sind die Komplexe, die so viele Europäerinnen quälen, völlig fremd. Ihre multiethnische Herkunft, die Verschmelzung spanischer, afrikanischer und chinesischer Abstammung, scheint ihnen eine natürliche Gelassenheit zu verleihen, die durch die Sonne und das tropische Klima noch gestärkt wird.

Auf Kuba kommt jeder leicht mit dem andern ins Gespräch. Hier lächeln die Frauen, wenn die Männer ihnen hinterher pfeifen oder ein "Piropo" - ein unverblümtes Kompliment - nachrufen. In Europa mag dies als vulgär gelten, doch auf Kuba gehören "Piropos", die die Schönheit der Frauen preisen, einfach dazu.

Sendung vom

So, 8.4.2018 | 14:30 Uhr

SWR Fernsehen

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Montag und Dienstag, 15.15 Uhr und Montag 10.30 Uhr

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