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Der Meister vo Wudangshan Zhenwu

Wahrer Krieger und Schutzherr der Dao-Kämpfer

Zhenwu, auch der Wahre Krieger oder Nordkaiser genannt, gilt als eine der mächtigsten Gottheiten des Daoismus und wird von den Wudang-Kämpfern als ihr Schutzherr verehrt.

Folgende Legende wird auf einem Wandrelief im Kloster "Zur Purpurnen Wolke" erzählt: Zhenwu widerfuhr die Gnade einer Reinkarnation Laotses. Er wurde jedoch nicht als Philosoph, sondern als Sohn des sagenhaften Königs Jinle wiedergeboren. Als 14-jähriger verschmähte er die Thronfolge und zog sich in die einsame Bergwelt des Wudangshan zurück. Nach jahrelanger Meditation, in der er weder aß noch trank, wurde ihm durch den Jadekaiser, den höchsten Dao-Gott, die Erleuchtung zuteil. Zhenwu erlangte Unsterblichkeit und fuhr auf einem von fünf Drachen gezogenen Wagen in den Himmel. Im nördlichen Sternbild "Purpurner Palast" nahm er seinen Sitz als Oberster Gottkaiser ein. Im Wudanggebirge heißt er deshalb auch der Kriegerische Herr des Nordens und des nächtlichen Firmaments.


Wudang Zhenwu

Wudang Zhenwu

Der Volksglaube kennt für Zhenwu viele andere Namen und die unterschiedlichsten Identitäten. Seine historischen Wurzeln reichen zurück in die frühe Han-Periode (207 v. - 220 n. Chr.). In dieser Zeit war er unter dem Namen Xuanwu, "Dunkler oder Mystischer Krieger" bekannt und wurde als Schildkröte, die mit einer Schlange verschlungen war, dargestellt. Erst im Laufe des 11. Jahrhunderts manifestierte er sich mit dem Namen Zhenwu in menschlicher Gestalt. Unter der mongolischen Yuan-Dynastie (1279-1368) erhielt Zhenwu Attribute, die dem Gott Cesar der Mongolen ähnelten, was den Dao-Gott politisch akzeptabel machte und seinen Anhängern ermöglichte, ihn weiterhin ungestört zu verehren.


Wudang Zhenwu

Wudang Zhenwu

Insbesondere während der Ming-Dynastie (1368-1644), als der religiöse Daoismus in China einen großen Aufschwung nahm, kam es in den Wudangbergen zur Errichtung von Klöstern zu Ehren des Nordkaisers. In der Ming-Zeit erlangte Zhenwu seine größte Bedeutung.

Dem Erkenntnisweg des mächtigen Kriegsgottes folgend kam einer weiteren Legende nach auch der Begründer der Inneren Kampfkünste, der Mönch Zhang Sanfeng, in das Wudang-Gebirge. Der Nordkaiser soll ihm eines Nachts im Traum erschienen sein und ihm die Kunst des Taijiquan als göttliches Geschenk versprochen haben. Zhenwu gilt daher bis heute als das große Vorbild und als Schutzherr der Dao-Kämpfer von Wudangshan.

Sendezeit

Montag und Dienstag, 15.15 Uhr und Montag 10.30 Uhr

im SWR Fernsehen