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SENDETERMIN Fr, 5.4.2019 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Wandercheck Grüne Hölle

Wir stellen den Wanderweg Grüne Hölle in der Eifel vor. Das Besondere an dem Weg ist, dass es sich dabei um eine audiogeführte Tour handelt.

Der Wanderweg Grüne Hölle ist ein Rundwanderweg von gerade mal 7 Kilometern. Trotzdem sollte man vier Stunden einkalkulieren. Es geht meist über schmale, teils auch etwas rutschige Pfade - gutes Schuhwerk daher dringend erforderlich. Die Grüne Hölle hat es in sich.

Oberhalb von Bollendorf am Waldhotel Sonnenberg beginnt die Tour. Wer den Wanderweg erleben will, folgt einem Kopfhörersymbol – denn bei der Wandertour handelt es sich um eine "Audiotour". Das dafür nötige I-Pod kann man für acht Euro im Waldhotel ausleihen. Ein Pfand muss allerdings hinterlegt werden. Über den Kopfhörer erfährt man an den entsprechenden Stellen etwas über Sagen, die Natur und Geschichte. Da das Gerät GPS gesteuert ist, schaltet es sich automatisch an den jeweiligen Stellen ein.

Der Teufel hatte seine Hand im Spiel

Seinen Namen verdankt der Weg einer Felsformation. Früher glaubte man, dass hier der Teufel seine Hand im Spiel gehabt haben muss. Dabei sind die Gebilde vor allem durch Felsstürze- und rutsche während der Eiszeiten entstanden. Rund 250 Höhenmeter sind zu bewältigen. Einer der höchsten Punkte der Tour ist die Lingelslay – ein Felsvorsprung mit Blick auf Bollendorf und das Tal der Sauer. Noch einige Meter höher ist die Kreuzlay. Das Gipfelkreuz liegt auf einer Höhe von 350 Metern. 

Spuren in Erdlöchern entdecken

Auch in Sachen Geschichte hat der Wanderweg einiges zu bieten – der Maria Theresienstein erinnert an die österreichische Kaiserin. Die war im 18. Jahrhundert auch Herzogin im nur einen Kilometer entfernten Luxemburg. Ein paar hundert Meter weiter, im Moarkendell, einem wildromantischen Tal, haben Köhler einst Holzkohle produziert. In einigen Erdlöchern kann man ihre Spuren bis heute sehen.

Das Highlight der Tour sind sicher die beeindruckenden Felsformationen. Sie begleiten den Wanderer auf der gesamten Strecke - manchmal geradezu hautnah. Ob Eulenhorst oder Predigtstuhl - jeder Fels geschaffen - von einem Baumeister namens Natur. Grün ist die Hölle auch aufgrund des feuchtes Klimas. Moose wachsen hier, wohin man auch schaut. Es scheint so, als würden einige Moosarten geradezu leuchten.

Schlemmen nach der Wanderung 

Als Einkehrtipp empfehlen wir das Waldhotel Sonnenberg. Nachmittags bietet das Haus eine Karte speziell für Wanderer. Der Stramme Max kostet 11,20 € und das Wildgulasch Patron 17,20 €. Der Chef des Hauses ist ein Jägersmann. Wer es süßer mag – auch Hausmacher Kuchen und hausgemachten Apfelsaft stehen auf der Speisekarte.

Unser Fazit: Der Wanderweg Grüne Hölle ist überaus empfehlenswert. Ein Wanderweg in der Eifel, bei dem es auch viel zu hören gibt.