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SENDETERMIN Mi, 13.4.2011 | 3:40 Uhr | SWR Fernsehen RP

Rutsweiler an der Lauter

Ein Ortsportrait von Thomas Keck

In Rutsweiler an der Lauter leben rund vierhundert Menschen. Mehr waren es eigentlich nie, meistens sogar weniger. Bis auf das Jahr 1939. Da wurden in Rutsweiler auf einmal 700 Einwohner gezählt. Des Rätsels Lösung: Auf der Gemarkung des Dorfes waren zwei Lager des Reichsarbeitsdienstes errichtet worden. Die Lagerbewohner wurden einfach mitgezählt. Von den Arbeitslagern gibt es heute keine Spur mehr in Rutsweiler. Sie haben den Krieg nicht überlebt.

Anders als die historische „Zweikirche“. Um sie wäre es wirklich schade gewesen. Schließlich steht sie in ihren Ursprüngen schon seit rund 800 Jahren im Dorf. Zu dem Namen Zweikirche gibt es einige interessante Theorien. Eine davon verweist auf ein zweites Dorf, das es hier einmal gegeben hat. Ein Geheimnis, das es zu ergründen lohnt! Ein Hinweis immerhin könnten die alten Fotos sein, die auch schon im Dorfgemeinschaftshaus ausgestellt waren. Vielleicht hilft auch eine Wanderung zum Selberg. Dort oben steht ein siebzehn Meter hoher Aussichtsturm, von dem aus man die ganze Region überblicken kann. Nur einen Blick wird man von dort oben wohl nicht erhaschen, den Blick in die Vergangenheit, zum Beispiel in jene Zeit, als Rutsweiler zum einzigen Mal in seiner Geschichte 700 Einwohner zählte.



Rutsweiler


Verbandsgemeinde Wolfstein

Bergstraße 2
67752 Wolfstein
Tel: 06304/913-0
Fax: 06304/913199

www.rutsweiler.de
Daten & Fakten
Einwohnerzahl:401 (Stand: Dezember 2009)
Gemeindeart:Rutsweiler an der Lauter hat sich von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einer reinen Wohngemeinde entwickelt.
Geschichte:Rutsweiler an der Lauter wurde im Jahr 1257 erstmals urkundlich erwähnt. Entstanden ist das Dorf vermutlich zwischen 650 und 750. Um dieselbe Zeit entstand rund einen Kilometer entfernt, an der Einmündung des Selbachs in die Lauter, das Dorf Allweiler. Nach der Gründung der Stadt Wolfstein (1275) wurde Allweiler von seinen Bewohnern aufgegeben. Die sogenannte Zweikirche bei Allweiler gehört heute zu Rutsweiler. Sie dürfte frühestens im 11. Jahrhundert entstanden sein. Der Name Zweikirche ist darauf zurückzuführen, dass in unmittelbarer Nähe bereits eine Kirche existierte. Von dieser älteren Kirche ist allerdings nichts erhalten.Rutsweiler gehörte damals zum Amt Wolfstein und in den Besitz des Klosters Offenbach. Lehns- und Schirmherren des Klosters waren die Herzöge von Zweibrücken, auch noch, als 1673 das Amt Wolfstein endgültig zur Kurpfalz kam und der Hof nun auf kurpfälzischem Gebiet lag. Die landwirtschaftlichen Flächen des etwa dreißig Hektar großen Gutes lagen auf den nach Westen hin ansteigenden hochwassersicheren Hängen. Mittelpunkt des Klosterhofes war das „Herren- und Hofhaus“, zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Anwesen des „Hauptbeständers“ Heinrich Klein. Es handelt sich vermutlich um den späteren Bauernhof des Ökonomierates Eugen Klein. Beim Ausbau der Ortsdurchfahrt wurde dieser Hof 1985 abgerissen.
Um 1720 bewirtschafteten zehn Pächter das Gut. Deren Familiennamen sind noch heute im Dorf vertreten. Mit dem Ende der Adelsherrschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts gingen die Grundstücke in Privateigentum über. Bis in das Jahr 1971 gehörte Rutsweiler zur Bürgermeisterei Kreimbach-Kaulbach. Mit der Bildung der Verbandsgemeinde Wolfstein im Jahr 1971 wurde eine politisch selbstständige Ortsgemeinde.
Tourismus:Wanderwege, Hütte des Pfälzerwald-Vereins sonntags geöffnet, Gaststätte Würth, Dorffest am ersten Wochenende im August, Kerwe am zweiten Wochenende im Oktober
Vereine:Pfälzerwald-Verein, Blau-Weiß Rutsweiler, Kirchenchor, Brieftauben-Vereinigung, Carnevalverein


aus der Sendung vom

Mi, 13.4.2011 | 3:40 Uhr

SWR Fernsehen RP

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