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SENDETERMIN Sa, 25.6.2011 | 18:05 Uhr | SWR Fernsehen RP

Nimsreuland

Ein Ortsportrait von Wolfgang Bartels

Vom Verkauf der Milch ihrer Kühe haben einstmals die Menschen in Nimsreuland gelebt. Aber diese Zeiten gehen in dem kleinen Eifeldorf zwischen Bitburg und Prüm zu Ende. Das Dorf befindet sich mitten im Wandel. Trotzdem: die lange Geschichte soll nicht vergessen sein. Deshalb hat sich Malermeister Marco Berger vorgenommen, die Traditionen in einem Dorfwappen einzufangen. Da wäre zuerst die blaue Welle. Sie symbolisiert den Fluss, der Nimsreuland einen wichtigen Namensbestandteil gegeben hat: die Nims. 61 Kilometer lang ist dieses Gewässer – und Nimsreuland mit seinen 112 Einwohnern liegt ungefähr in der Mitte.

Das Mühlrad im Wappen steht für die Geschichte der Mühlen am Fluss. 752 kam der Hof Reuland an die Abtei Prüm. Die erste Erwähnung des Dorfes als „Rulant“ ist aus dem Jahre 1148 registriert. Eine eigene Kirche hat Nimsreuland nicht. 1950 hat jedoch eine Familie eine Kapelle gestiftet, weil alle Söhne unversehrt aus dem Krieg zurückkamen. Da niemand von dieser Familie mehr im Dorf lebt, hat die Freiwillige Feuerwehr die Betreuung der Kapelle übernommen.

Der letzte Vollerwerbslandwirt im Dorf ist Ewald Breuer. Er weiß, dass sein Betrieb mit 34 Milchkühen zu klein ist, um zu überleben. Sein Sohn will den Betrieb nicht übernehmen – und so macht Ewald Breuer weiter, „so lange es noch geht“. Sein Nachbar Josef Cremer hat die Landwirtschaft 2009 aufgegeben. Seine Weiden hat ein Holländer übernommen, der dort Hereford-Rinder züchtet und das Fleisch in den Niederlanden vermarktet. Familie Knauf hat ihren Stall zu einer Fünf-Sterne-Ferienwohnung umgebaut, in dem sich nun vor allem Holländer erholen. Spaßes halber sagen die Leute in Nimsreuland: Wir melken keine Kühe mehr, sondern Holländer.



Nimsreuland


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aus der Sendung vom

Sa, 25.6.2011 | 18:05 Uhr

SWR Fernsehen RP