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SENDETERMIN Mi, 16.2.2011 | 3:35 Uhr | SWR Fernsehen RP

Nohen

Ein Ortsportrait von Harald Hort

In Nohen haben schon die Römer eine Straße und außerdem eine Brücke über die Nahe gebaut. Die benutzten im 30jährigen Krieg auch die Landsknechte auf der Flucht vor ihren Gegnern. Von der Nahe hat Nohen auch seinen Namen. Das Flüsschen begrenzt den Ort auf der einen Seite, auf der anderen Seite sind es die zum Teil schroffen Felsen des Hunsrückrandes.

Mittendurch führt die Bahntrasse. So richtig mit Schranken auf und zu, x-mal pro Stunde. Ein richtiges Dorf-Idyll mit einer uralten Kirche und einer fast so alten Linde davor, einem Wehr im Fluss und einem Wasserrad, das immer noch funktioniert. Einem zünftigen Gasthaus und einer richtigen Feuerwehr, die, wenn es drauf ankommt, noch eine historische, handbetriebene Spritze hervorholen kann.

Aber Vorsicht! Nohen ist nicht „von gestern“! Mehr als 20 Dorfkinder sind regelmäßig aktiv. Entweder im Mittwochstreff, das ist ein „Spielenachmittag“, oder bei den „Waldgeistern“, die viel in der Natur unterwegs sind. Manchmal unternehmen sie auch was zusammen. So begleiten wir beide Gruppen beim „Tag des offenen Dorfes“. Dabei lernen die Kinder und wir die Stellen in ihrem Ort kennen, die nicht für jeden offen sind. Etwa das Mini-Elektrizitätswerk von Klaus Kunz am alten Mühlrad oder die Goldschmiedewerkstatt von Angela Nolde, den Kneipenwirt aus Indien, Herenje Singh, der hier der Einfachheit halber Hans-Günter gerufen wird, den modernen Versorgungsstützpunkt des DRK mit seiner großen Feldküche und natürlich die schon erwähnte historische Feuerspritze.



Nohen


Verbandsgemeinde Birkenfeld

Schneewiesenstraße 21
55765 Birkenfeld
Tel: 06782/990-0
Fax: 06782/990127

www.nohen.de

Daten & Fakten
Einwohnerzahl:405 (Stand: September 2009)
Gemeindeart:Wohngemeinde, Früher landwirtschaftlich geprägt, im Ortskern überwiegend Wohngebäude mit angebauter Scheune, charakteristisch für Nohen sind die Scheunenzufahrten in zweiter Etage
Geschichte:

In bisher bekannten spätmittelalterlichen Urkunden findet sich Nohen als: ze Nohen, Nae, Naim, Altennohen oder in der lateinischen Form "villa Aldena". Eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung der Gemarkung gilt durch die im 19. Jahrhundert gemachten Bodenfunde als erwiesen. Ebenso wird ein alter Handels- und Verkehrsweg, der hier die Nahe kreuzte, durch ein ausgegrabenes Händlerdepot von drei gleichaltrigen Bronzebeilen in der "Raumesdell" bezeugt. In der Literatur wird er als "Bronzestraße" Glan-Nohen-Mosel bezeichnet.

Eine alte steinerne Brücke über die Nahe war urkundlich hier schon 1573 vorhanden und weist auf die Bedeutung dieser Straße hin. Die Entstehung dieser Brücke ist bisher nicht bekannt. Vermutlich dürfte sie auf die Römer zurückgehen, die zweifellos den alten auch für sie bedeutsamen Verkehrsweg als Querverbindung zwischen den großen Heerstraßen Mainz-Trier und Mainz-Metz ihren Bedürfnissen entsprechend ausgebaut und den Naheübergang durch eine Brücke (anstelle der ursprünglichen Furt) bewerkstelligt haben dürfen.

Dem "Burefels" gegenüber auf der anderen Naheseite steht an einem Südhang in mitten des Ortes (neben der historischen Straße) die altehrwürdige Dorfkirche, deren Entstehung auf das Jahr 1200 vermutet wird. Vielleicht wurde sie anstelle einer untergegangenen Holzkirche aus der Zeit der Missionare errichtet. Im ausgehenden Mittelalter wurde sie nachweislich noch als Wallfahrtskirche von Gläubigen der näheren und weiteren Umgebung bis zum Hochwald genutzt. Ab 1557 diente sie den Evangelischen von Nohen und Rimsberg als Gotteshaus.

Der Bildersturm in dieser Zeit ist auch an ihr nicht vorübergegangen. Ein vor dem letzten Weltkrieg vorgenommener Umbau (1937) brachte ein wurmzerfressenes Marienbild (das auf dem Dachboden der Kirche lagerte) zutage, das sich heute vermutlich bei der Landeskirche in Düsseldorf oder aber in Koblenz befinden dürfte.

30jähriger-Krieg
1635: Rückzug von Bernhard von Weimar von Mainz über die steinerne Brücke in Nohen, Großherzogtum Oldenburg, 1817-1937 Oldenburgische Zeit, Eisenbahn

Tourismus:Mühlenwanderweg, Nahe-Wanderweg , regionale Naturpfade, verschiedene Aussichtspunkte: Denkmal, „Höhepunkt am Saupfad“, „Kreuzhiewel“, historische Kirche, Bahnhofsgaststätte, in Kürze Neueröffnung einer zweiten Gaststätte mit Restaurant, die Weiterführung des Naheradweges entlang der Nahe bis Nohen ist bereits in Planung, zum Wohnhaus umgebautes Bahnhofsgebäude im Originalzustand
Vereine:Sportverein Nohen, Freiwillige Feuerwehr, Angelsportverein, eutsches Rotes Kreuz Ortsverein Nohen,
Gesangverein, Schützenverein, Rassegeflügelzuchtverein, Modellsportclub „Condor“ Birkenfeld

aus der Sendung vom

Mi, 16.2.2011 | 3:35 Uhr

SWR Fernsehen RP

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