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Impfung gegen Gürtelrose

SENDETERMIN Mi, 27.3.2019 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Windpocken-Virus kann im Alter Gürtelrose auslösen Impfempfehlung gegen Gürtelrose

Gürtelrose oder Herpes zoster ist eine weit verbreitete Virus-Infektion. Sichtbares Symptom sind Bläschen auf der Haut, dazu Rötungen und Schwellungen. Meist ist eine größere Fläche auf einer Seite des Körpers betroffen. Begleitet werden die sichtbaren Symptome von starken Schmerzen und oft auch Müdigkeit.  

Wie entsteht Gürtelrose?

Gürtelrose entsteht durch Windpocken-Viren. Die sogenannten Varizella-zoster-Viren ziehen sich nach Abheilen der Windpocken ans Rückenmark zurück und ruhen dort in den Nervenzellen, oft jahrelang.

Ist der Patient geschwächt, werden die Viren wieder aktiv, vermehren sich und wandern entlang eines Nervs zurück zur Haut – dort zeigen sich dann die charakteristischen Bläschen. Die Erkrankung geht einher mit einer akuten Entzündung der Nerven, die zu den starken Schmerzen führt.

Die Erkrankung geht einher mit einer akuten Entzündung der Nerven, die zu den starken Schmerzen führt. 

Typische Symptome der Gürtelrose sind die Bläschen auf der Haut.

  • Auslöser für die Reaktivierung der Windpocken-Viren ist eine Schwächung des Immunsystems.
  • Stress oder psychische Belastung begünstigen die Krankheit.
  • Besonders anfällig sind ältere Menschen und Patienten mit einer Immunschwäche.
  • In einzelnen Fällen können auch Sportler durch eine Überlastung im Training an Gürtelrose erkranken. 

Wo liegen die Gefahren der Gürtelrose?

Herpes zoster kann schnell mit dem allgemein bekannten Lippen-Herpes - Herpes simplex - verwechselt werden, der aber harmloser ist.

Herpes zoster kann schnell mit dem allgemein bekannten Lippen-Herpes - Herpes simplex - verwechselt werden.

Herpes zoster wird häufig mit dem allgemein bekannten und harmloseren Lippen-Herpes - Herpes simplex - verwechselt. Um welchen Typ von Herpes es sich handelt, kann durch einen Abstrich der Bläschen-Sekretes im Labor zweifelsfrei festgestellt werden.

Wird die Gürtelrose nicht richtig oder zu spät behandelt, droht die Haut stellenweise abzusterben. Außerdem besteht die Gefahr einer Postherpetischen Neuralgie, das bedeutet, dass auch Monate und Jahre nach dem Abheilen der Hautregion die Schmerzen zu spüren sind.  

Welche Therapien gibt es?

Die Behandlung sollte innerhalb von drei Tagen nach Auftreten der Symptome beginnen.

  • Je nach Stadium werden antiseptische, austrocknende oder juckreizstillende Lotionen oder Salben auf die Haut aufgetragen. Antivirale Medikamente, sogenannte Virostatika, hemmen die Vermehrung der Viren und werden als Tabletten oder bei einer schweren Erkrankung als Infusion verabreicht.
  • Dazu ist die Einnahme von Schmerzmitteln wichtig, um die Wahrscheinlichkeit postherpetischer Schmerzen - Nervenschmerzen, die an Stellen auftritt, die von Gürtelrose betroffen waren - zu verringern.
  • Fünf bis sieben Tage nach Therapie-Beginn ist eine Abheilung zu beobachten. 
Gürtelrose kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig machen.

Gürtelrose kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig machen.

Wie kann man sich schützen?

Seit Dezember 2018 empfiehlt das Robert-Koch Institut die Impfung mit einem neuen Impfstoff gegen Gürtelrose ab 60 Jahren und für Menschen mit einer Immunschwäche ab 50 Jahren. Da die meisten Erwachsenen bereits einmal in ihrem Leben an den Windpocken erkrankt sind, schätzen Experten die Wahrscheinlichkeit für alle älteren und geschwächten Menschen, an Gürtelrose zu erkranken, als sehr hoch ein. Die Wirksamkeit dieser Impfung zum Schutz vor Herpes zoster beträgt ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent, so das Robert Koch-Institut.

Fazit

Noch ist die Impfung keine Pflichtleistung der Krankenkassen, doch das Bundesministerium für Gesundheit prüft zurzeit einen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Viele Krankenkassen übernehmen aber auch schon jetzt die Kosten für die Impfung.